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Samsung Galaxy S8 im Test: Sehr geil, aber ...

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Das heiß erwartete Samsung S8 ist endlich da. Die Erwartungshaltung ist enorm hoch. Wir haben getestet, ob der Hype gerechtfertigt ist – und kleine Schwächen im Detail gefunden.

Das neue Samsung Galaxy S8 erscheint in den drei Farben Midnight Black, Orchid Grey und Arctic Silver. Es besticht durch sein fantastisches äußeres Erscheinungsbild. Das auf beiden Seiten abgerundete Display und die abgerundete Rückseite aus Gorilla-Glas fühlen sich klasse an und sehen super aus. Der Metallrahmen und die sehr hochwertige Verarbeitung runden den guten Eindruck ab. Durch das recht hohe Gewicht und die abgerundeten Kanten ist auch die Haptik absolute Oberklasse. Das Gewicht passt zum Gerät; mit 152 Gramm ist das Samsung weder unangenehm schwer, noch so leicht, als würde es billig wirken.

Das S8 sieht einfach edel aus. Das gestreckte Format ist zwar gewöhnungsbedürftig – gefällt uns aber wirklich gut.

Allerdings: Das optische Erscheinungsbild des S8 polarisiert. Das Display-Format mit einem Verhältnis von 18,5:9 ist nicht jedermanns Sache. Menschen mit kleinen Händen werden es lieben. Ein riesen Display und trotzdem handlich – uns gefällt das richtig gut.

Zwar sind Geräte mit Glasrückseite bekanntermaßen etwas rutschiger und weniger griffig, durch die geringe Gerätebreite lässt sich das Samsung aber trotzdem angenehm und vor allem sicher halten. In der Praxis würden wir trotzdem nicht auf eine Hülle verzichten. Die Rückseite ist zwar aus verhältnismäßig stabilem Gorillaglas, aber bei einem Preis von knapp 800 Euro ist zumindest Vorsicht geboten – und eine kleine Unachtsamkeit führt nicht gleich zum Herzinfarkt.

Auf der linken Seite sitzen die Lautstärkewippe und die Bixby-Taste.

Die Spaltmaße sind alle sehr gleichmäßig und das Gerät hinterlässt einen sehr stabilen und hochwertigen Eindruck. Die Hardware-Tasten haben einen guten Druckpunkt und quittieren jede Bedienung mit einem leisen mechanischen Klicken. Auf der rechten Seite befindet sich nur der Power-Knopf, auf der linken Seite finden sich Lautstärkewippe und der Bixby-Button. Bixby – wer oder was soll das sein? Mehr dazu später.

Der Fingerabdruckscanner befindet sich auf der Rückseite neben der mittig platzierten Kamera. Das ist etwas ungünstig. So passiert es in der Praxis schnell, dass der Finger statt auf dem Sensor auf der Kameralinse landet und dort fettige Spuren hinterlässt. Pommes mit Majo lassen grüßen.

Die Kameralinse auf der Rückseite endet bündig mit dem Rückenteil. Nur ein schmaler Rahmen um Kameralinse und Fingerabdrucksensor steht etwa einen halben Millimeter über. In der Praxis liegt das Gerät trotzdem eben auf dem Tisch und wackelt auch beim Tippen nicht. Sehr gut, gerade beim Blick auf die abgerundeten Kante. Diese führen bei anderen Handys schnell zu Problemen, wenn man das Smartphone liegend bedient. Das ist bei Samsung gut gelungen.

Die Unterseite beherbergt den aktuellen USB-C-Anschluss und eine klassische 3,5-Millimeter-Klinke. Sehr gut, so verbindet sich das Galaxy auch mit vorhandenen Kopfhörer oder AUX-Eingängen im Auto. Oben links befinden sich die Einschübe für SIM- und Micro-SD-Karte.

Links oben im Rahmen über dem Display hat die Notification-LED ihren Platz gefunden, die beispielsweise Auskunft über den Ladestatus des Smartphones oder unbeantwortete Anrufe gibt. Im Vorfeld war es fraglich, ob das S8 überhaupt eine Benachrichtigungs-LED bekommt – schließlich kann es dank AMOLED-Display auch bei ansonsten abgeschalteter Anzeige vergleichsweise energiesparend Informationen wie die Uhrzeit anzeigen.

Auf der Oberseite versteckt sich der Einschub für SIM- und Speicherkarte.

Für ein Flaggschiff passend spendiert Samsung dem Galaxy S8 High-End-Komponenten. Für Vortrieb sorgt, zumindest bei europäischen Modellen, Samsungs hauseigener SOC namens Exynos 8895. Der Octa-Core-Prozessor besteht aus vier Cortex-A53-Kernen und vier Mongoose-Kernen, die besonders sparsam sind. Je nach Bedarf befeuert die Software die passenden Kerne – energiesparend oder flott. Zusätzlich stehen dem S8 4 GByte Arbeitsspeicher und 64 GByte interner Speicher zur Verfügung. Als externen Speicher akzeptiert das S8 Micro-SD-Karten mit einer Kapazität von bis zu 256 GByte.

Für die Energieversorgung setzt das Samsung auf einen fest eingebauten 3000 mAh Akku mit Schnellladefunktion. In 1:48 Stunden schafft's der Akku von 0 auf 100 Prozent, nach 44 Minuten ist der Akku halb voll.

Von außen ersichtlich verfügt das Samsung noch über Fingerabdrucksensor, die Haupt- und die Selfie-Kamera sowie einen LED-Blitz. Für Zugriff ins Internet gibt es Dual-Band-WLAN nach 802.11b, g, n und dem ac-Standard.

Die Position des Fingerabdruck-Sensors ist eher unglücklich gewählt.

Interessant sind Ansätze wie die Gesichtserkennung oder der angebliche Irisscan. Dank dieser Tools reicht ein Blick, um das Smartphone freizuschalten. Wirklich sehr komfortabel, allerdings ist die Sicherheit nicht gewährleistet. Wir konnten das S8 mit einem Selfie auf einem iPad austricksen. Da ist der zusätzliche Fingerabdruckscanner definitiv die bessere Wahl – und auch der dürfte in der Praxis nicht so sicher sein wie ein alphanumerisches Entsperrpasswort.

Über die weitere technische Ausstattung informiert die folgende Tabelle.

Die Anzeige misst 5,8 Zoll in der Diagonalen. Passend zum ungewöhnlichen Seitenverhältnis des Displays gibt es auch eine etwas ungewöhnliche Auflösung von 2960 × 1440 Pixeln. Das soll uns aber nicht weiter stören, denn im Verhältnis aus Display-Diagonale und Auflösung haben wir eine Pixeldichte von 570 ppi (Pixel pro Zoll) – und damit eine gestochen scharfe Darstellung.

Da Samsung wie gehabt auf ein Super-AMOLED-Displaypanel setzt, dürfen wir uns über perfekte Kontraste freuen. Fotos und Videos sehen auf dem Galaxy S8 wirklich toll aus – von diesem Panel dürfen sich andere Smartphones gerne eine Scheibe abschneiden.

Die gemessene Helligkeit ist mit etwa 350 cd/m² niedriger, als wir geschätzt haben. Trotzdem ist die Ablesbarkeit auch bei direkter Sonneneinstrahlung noch gut möglich. Die Helligkeitsverteilung geht in Ordnung – wie bei den meisten Smartphones leuchtet auch das Display des S8 oben etwas heller als unten, auffällig ist aber, dass es in der Mitte seine dunkelste Stelle hat. In der Praxis stört das nicht, denn mit bloßem Auge können wir das nicht erkennen.

Was uns allerdings wundert, ist die Blickwinkelabhängigkeit der Anzeige. Super-AMOLED-Panels sind normalerweise für ihre perfekten Blickwinkel von bis zu 178 Grad bekannt. Beim S8 legt sich aber schon bei leicht seitlichem Blick eine Art Schleier über den Monitor. Nicht schlimm, aber die Darstellung wird ganz offensichtlich dunkler und die Farbbrillanz geht verloren. Interessanterweise sieht man das sogar an den abgerundeten Display-Kanten, wenn man gerade von oben auf das Samsung blickt: Bei komplett weißer Darstellung sind links und rechts am Rand dunkle Schatten zu erkennen. Der Blickwinkel in der Rundung reicht also schon aus, um den Effekt zu sehen.

Die Hauptkamera des Galaxy S8 hat eine eher durchschnittliche Auflösung von 12 Megapixeln. Die Blende mit ƒ/1,7 ist schön lichtstark und sorgt auch bei schlechten Lichtverhältnissen für vernünftige Fotos. Die Selfie-Kamera hat eine Auflösung von 8 Megapixeln und ebenfalls eine ƒ/1,7 Blende. Der Autofokus ist schnell und lag bei unseren Praxistests auch auf dem immer auf dem richtigen Punkt.

Ausgerechnet bei der Kamera kommen wir an die Grenzen des ungewöhnlichen Bildschirm-Seitenverhältnisses. Um das großartige Display des S8 richtig auszunutzen, wird die Auflösung der Hauptkamera auf 7,9 Megapixel reduziert: Nur so landen die Fotos dann wirklich bildschirmfüllend im 18,5:9-Format auf dem Speicher. Steht die Auflösung auf 12 Megapixeln, hat man während dem Fotografieren und im fertigen Foto einen schwarzen Balken unterm Bild. Nicht wirklich schlimm, aber es sieht halt nicht mehr so beeindruckend aus.

Auch von hinten sieht das S8 klasse aus. Trotz Rahmen um Kamera und Fingerabdruck-Sensor liegt es auch auf der Rückseite stabil auf dem Tisch.

Neben dem Automatikmodus der Kamera gibt es noch die Funktionen Pro, Panorama, Selektiver Fokus, Zeitlupe, Hyperlapse, Essen und Virtual Shot. Im Pro-Modus kann der Fotograf ISO, Verschlusszeit, Weißabgleich und Farbraum manuell einstellen. Die Panoramafunktion ermöglicht die Aufnahme von hochauflösenden Panorama-Fotos.

Im Selektiven Fokus knipst das S8 zwei Bilder mit unterschiedlichen Schärfeebenen und fasst sie zu einem zusammen. Man kann so ein attraktives Bokeh bei einem Porträt bekommen, was die Bilder deutlich höherwertiger aussehen lässt. In der Praxis zeigt sich aber, dass diese Funktion nicht immer ganz perfekt funktioniert: Die Schärfeebenen sind teilweise leider nicht sauber getrennt und das Ergebnis sieht dann wie schlecht per Software manipuliert aus.

Die Zeitlupe ist eine nette Video-Spielerei – allerdings muss für ein gutes Ergebnis auch genügend Licht zur Verfügung stehen. Hyperlapse ist eine Art Timelapse-Funktion, welche ein Video zu einem stabilisierten Zeitraffer-Filmchen umwandelt. Der Modus Essen dreht die Farben hoch und fügt eine künstliche Unschärfe im Hintergrund zu: eher eine Spielerei als wirklich sinnvoll.

Im Virtual-Shot-Modus nutzt das S8 die Lagesensoren des Smartphones beim Aufnehmen eines Videoclips. Effektiv handelt es sich beim Ergebnis um einen kurzen Film, dessen Abspielrichtung und Geschwindigkeit durch Bewegung gesteuert wird. Nett, aber wieder eher ein Gimmick als eine echte Innovation.

Insgesamt macht das Fotografieren und Filmen mit dem Samsung aber richtig viel Spaß. Die Bilder sehen sehr gut aus und selbst bei schlechtem Licht hat uns das Ergebnis überzeugt.

Die Videos der Hauptkamera haben eine maximale Auflösung von Ultra-HD (4K) und werden vom S8 stabilisiert aufgenommen. Das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen, allerdings ächzt der freie Speicher des Smartphones in Anbetracht der hohen Auflösung. Jede Minute belegt 350 MByte – eine Stunde Videomaterial sind also schon über 20 GByte, nach spätestens drei Stunden ist der interne Speicher restlos voll. Wer viel filmt, sollte auf jeden Fall in eine schnelle Speicherkarte investieren.

Die Rechenleistung des S8 ist super – wenn auch nicht ungeschlagen. Im Antutu Benchmark erreicht unser Testgerät einen guten dritten Platz mit 173.446 Punkten. Nur iPhone 7 (175.268 Punkte) und iPhone 7 Plus (184.546 Punkte) sind einen kleinen Tick schneller. Das neu erschienene Honor 8 Pro wirkt bei diesem Wert mit seinen 144.221 Punkten geradezu langsam, es kostet aber auch gut 250 Euro weniger.

Auch ein Rücken kann enzücken – das trifft beim S8 ganz sicher zu.

In der Praxis bedeutet diese Top-Platzierung auf jeden Fall absolut ruckelfreies Arbeiten. Egal ob aufwändiges 3D-Game oder komplexe Tabellenkalkulation – das S8 hat einfach Dampf, und das merkt man. Es gibt keinerlei Hänger oder längere Wartezeiten. Alles geht angenehm schnell und frustfrei. Bei einem Spitzengerät der Oberklasse darf man das aber auch erwarten.

Der Akku mit 3000mAh reicht bei normaler Nutzung den ganzen Tag. Bei sehr intensiver Nutzung geht dem S8 allerdings auch schon mal im Laufe des Nachmittags die Puste aus, das war bei unseren Tests mehrfach der Fall – ein Stromwunder ist das S8 also nicht. Dank der Schnellladefunktion ist das Smartphone aber schnell wieder einsatzfähig.

Als Betriebssystem kommt Android 7.0 alias Nougat zum Einsatz. Die Menge der vorinstallierten Apps ist überschaubar und dank des großzügigen internen Speichers in Ordnung. Negativ aufgefallen ist uns der Ordner Microsoft Apps mit Word, Excel, Powerpoint, OneDrive und Skype – vorinstallierte Programme, die sich nicht einmal löschen lassen.

Bloatware bei einem Smartphone dieser Preisklasse ist schon ziemlich frech. Jetzt könnte man natürlich sagen, Excel & Co. ist keine Bloatware, sondern praktisch. Mag sein – aber als mündiger Käufer kann man durchaus selbst entscheiden, was man installiert.

Aktueller USB-C-Anschluss und klassischer Kopfhöreranschluss – diese Kombination ist wirklich sinnvoll.

Eine der von Samsung beworbenen Besonderheiten des S8 ist Bixby, eine Assistenz-Software ähnlich Google Now oder Apples Siri. Die Funktion ist so besonders, dass Ihr Samsung gar eine eigene Hardware-Taste spendiert. Ob Bixby aber tatsächlich einen guten Job macht, ist fraglich: Deutsch gibt es aktuell nicht, wer mit seinem Handy sprechen möchte, muss Chinesisch, Englisch oder Koreanisch sprechen.

In unserem Test tut sich Bixby aber sogar noch mit englischer Sprache schwer. Immerhin, das soll sich bessern. Bis die Software auch deutsche Kommandos versteht, wird aber noch einige Zeit vergehen: Erst im vierten Quartal 2017 soll es soweit sein. Unserer Ansicht nach ist das keine schlaue Produktpolitik. So hat man eine Funktion, welche sich nicht sinnvoll nutzen lässt. Und noch schlimmer: Dank eigener Taste ploppt unser Bixby immer wieder unabsichtlich auf. Das nervt, denn Bixby hat derzeit einfach keinen Nutzwert.

Und jetzt würden wir gerne sagen: Immerhin kann man die Taste mithilfe der App All in one Gesture auch mit einer anderen Funktion belegen. Doch das galt nur bis gestern. Per Software-Update verhindert Samsung nun, dass man den Knopf für etwas anderes verwendet.

Das Galaxy S8 ist aktuell in drei Varianten zu haben. Gelistet sind neben den bekannten Farben auch schon Modelle in Blau oder Gold, ein Verfügbarkeitsdatum dafür gibt es aber noch nicht. Hier findet Ihr die günstigsten Angebote für das S8 in Schwarz:

Hier bekommt Ihr das S8 in Grau:

Das sind die besten Angebote für das Samsung Galaxy S8 in Silber:

Das Samsung S8 ist ein wirklich tolles Smartphone, mit Sicherheit sogar eines der Besten, die man aktuell kaufen kann. Die Leistung ist hoch, das Design setzt Maßstäbe und die Ausstattung lässt keine Wünsche offen: Wir mögen die hohe Geschwindigkeit, die gute Kamera und das beeindruckende, gebogene Display.

Allerdings ist auch am S8 nicht alles perfekt. Zum einen fällt das unfertige Bixby unangenehm auf, zum anderen sitzt der Fingerabdruckscanner einfach zu nah an der Kamera. Auch die Akkuleistung entspricht leider nur den Mindestanforderungen an ein modernes Smartphone. Als letzter Punkt bleibt eine Einschätzung zur Rechenleistung: Diese ist zwar sehr gut, spielt umgekehrt aber auch nur auf demselben Level wie das iPhone 7. Dieses ist aber eben nicht brandneu, sondern nun doch schon einige Monate am Markt. Insofern ist die Leistung zwar gut, setzt aber keine Maßstäbe.

Das Display-Seitenverhältnis von 18,5:9 ist zwar ungewöhnlich; durch das Format, gepaart mit dem gebogenen Display, hebt sich das Samsung aber sehr positiv vom Design-Allerlei der meisten Smartphones ab. Allerdings ist das Handy einfach sehr rutschig – und das Glas empfindlich. So wird man das S8 wohl schnell in einer Hülle versenken – und zumindest einen Teil des tollen Designs verlieren.

Kameralinse und Fingerabdrucksensor werden durch einen kleinen Rahmen geschützt.

Lohnt sich also der Kauf? Ja. Für Nutzer mit kleinen Händen und hohen Ansprüchen gibt es kaum etwas besseres. Auch diejenigen, die gerne ein Markengerät mit gewissem Mythos haben wollen oder einfach auf ein einmaliges Design stehen, machen mit dem S8 alles richtig.

Dem steht der hohe Preis entgegen. Wer einfach nur ein vernünftiges Smartphone sucht, kauft besser etwas anderes. Schließlich ist das S8 etwa drei mal so teuer wie das Moto G5 Plus.

Kaufberatung:
Die beste microSD-Karte für Android-Smartphones

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