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SMS Audio Biosport im Test: Sport-Headset mit Pulssensor

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Der SMS Audio BioSport ist kein gewöhnliches Headset: Im rechten Ohrstöpsel bringt der Hersteller nämlich einen Herzfrequenz-Sensor unter. Und nachdem das SMS im Herstellernamen für „Studio Mastered Sound“ steht, sind die Erwartungen an die Klangqualität hoch.

Die schlechte Nachricht zum Anfang: Der SMS Audio BioSport eignen sich nicht für jedermann. Der Grund dafür ist schlicht und ergreifend, dass das Sport-Headset derzeit nur zu einer sehr eingeschränkten Anzahl an Geräten kompatibel ist – aktuell sind das laut Hersteller alle iPhones ab dem iPhone 4S sowie Samsungs Galaxy Note II, Galaxy Grand II Duos, Galaxy S4 und S5 sowie Motorolas Moto X und das von LG gebaute Nexus 5. Der Grund für die eingeschränkte Auswahl ist einfach: Der BioSport hat keine Batterien, sondern wird ausschließlich von dem Smartphone über die Klinkenbuchse mit Energie versorgt. Und dazu sind eben derzeit nur einige wenige Modelle in der Lage.

Die nächste kleine Enttäuschung gibt es dann noch bei den unterstützten Apps. Aktuell kooperiert der BioSport nämlich nur mit dem Fitness-Tool RunKeeper, das aber immerhin definitiv zu den besten seiner Gattung gehört. Die Unterstützung für weitere Apps soll aber laut Hersteller zeitnah folgen.

Unauffällig, das sind die BioSport von SMS Audio bestimmt nicht – jedenfalls nicht in diesem Farbton.

Dem BioSport sieht man auf den ersten Blick an, dass er sich primär an Fitness-Enthusiasten richtet. Das Gehäuse schämt sich in keinster Weise dafür, aus Kunststoff und Gummi zu sein. Macht auch nichts, denn die verwendeten Materialien machen einen wertigen Eindruck. Die peppigen Farbvarianten in Hellblau und Gelb passen eher zur Sportkleidung als zum Anzug. Wer es dezenter mag, für den gibt es auch noch eine graue Ausführung.

Das Kabel ist flach, fühlt sich leicht rau und gummiert an und verheddert auch in der Hosentasche nicht. Der 3,5-Millimeter-Klinkenstecker am Ende ist auffallend flach abgewinkelt und somit erfreulich platzsparend. Eine gute Handbreit unterhalb des rechten Ohrstöpsels sitzt eine Fernbedienung mit integriertem Mikrofon. Tasten zur Lautstärkeregelung gibt es hier leider nicht, sondern nur einen Schieberegler zum Ein- und Ausschalten des Herzfrequenzsensor.

An der Kabelfernbedienung gibt es einen Schieber zum Deaktivieren des Pulssensors.

Ist der Pulssensor nämlich aktiviert, ist es leider nicht gleichzeitig möglich, den BioSport als Headset zu verwenden. Gleichzeitig Joggen, Herzfrequenz überwachen und per Headset telefonieren geht also nicht. Für mich persönlich wäre das kein K.O.-Kriterium – ich könnte mich nicht erinnern, während dem Sport mal länger als ein paar Sekunden telefoniert zu haben. Zu guter Letzt gibt es am Kabel noch einen kleinen Clip, um die Strippe an der Kleidung zu befestigen.

Der SMS Audio BioSport ist darüber hinaus gegen Spritzwasser und Schweiß geschützt – zum Schwimmen eignet sich das Fitness-Headset allerdings nicht.

Hiergeblieben: Für den MMA-Workout habe ich mir die Hose zugeklebt, damit das Galaxy S5 nicht davonfliegt.

Der SMS Audio BioSport will mit einer leichten Drehbewegung ins Ohr eingesetzt werden – und sitzt dann absolut bombenfest. Laufen und Fahrradfahren stellen überhaupt keine Herausforderung dar. Und noch nicht einmal bei einem MMA-Workout lockert sich einer der Stöpsel. Auch, wenn mir die Kabelfernbedienung bei Burpees öfters mal ins Gesicht fliegt oder ich versehentlich moderat am Kabel reiße.

Damit der Nutzer den BioSport an seine eigene Anatomie anpassen kann, liegen im Lieferumfang drei verschieden große Ohrpassstücke bei. Wer sich das Leben leichter machen will, sollte beim Wechsel darauf achten, die Gummi-Hüllen nicht durcheinanderzubringen – die sehen sich nämlich verflucht ähnlich.

Gemächliche Runde: Die Runkeeper-App zeigt den Verlauf der Herzfrequenz beispielsweise in Relation zu Tempo und Steigung beim Joggen an.

Wie bereits anfangs erwähnt: Im SMS Audio BioSport steckt ein Herzfrequenzsensor – genau genommen im rechten Ohrhörer. Die Technologie dafür stammt übrigens vom Chip-Hersteller Intel, der bereits auf der CES 2013 mit den „Smart Earbuds“ ein ganz ähnliches Modell gezeigt hat.

Im Test haben wir die BioSport mit dem RC Move von Sigma verglichen, der mit einem Brustgurt sehr präzise Ergebnisse liefern sollte. Und erfreulicherweise ist die Abweichung im Test zwischen den beiden Geräten sehr gering – mehr als fünf Herzschläge sind es in den allerwenigsten Fällen, meistens eher null bis drei.

Eine Divergenz ist in der Regel dann festzustellen, wenn sich die Belastung rapide ändert, beispielsweise wenn beim Joggen ein paar Stockwerke anstehen. Das Sigma-System mit dem Brustgurt registriert den Pulsanstieg quasi sofort, während der BioSport sich hier durchaus auch mal zehn Sekunden genehmigt.

Beim Joggen oder Radfahren mit konstanter Belastung dürfte das überhaupt keine Rolle spielen. Wer aber mit stark und schnell schwankenden Intensitäten trainiert, der muss hier möglicherweise mit durch diese Trägheit bedingten Ungenauigkeiten leben. Im direkten Vergleich haben wir übrigens auch noch den FitBit Charge HR ausprobiert, der aber noch etwas träger auf Pulsschwankungen reagiert als der BioSport.

Von der Akustik her können die SMS Audio BioSport nicht ganz das Versprechen des Herstellernamens einlösen: Studio Mastered Sound. Die Kopfhörer klingen leider etwas dumpf, bei den Höhen fehlt die letzte Schärfe. Und auch die Bässe fallen etwas schlapp aus, was etwas verwundert. Schließlich ist der CEO von SMS Audio doch ausgerechnet Curtis James Jackson III – besser bekannt als 50 Cent. Und da hätte man doch zumindest Hurra-Bässe à la Beats Audio erwarten dürfen ...

Im Gegenzug lassen die SMS Audio BioSport Umgebungsgeräusche aber sehr gut durch. Wer im Fitness-Studio auf dem Ergometer in seine eigene Welt abtauchen möchte, muss wohl oder übel die Lautstärke aufdrehen. Für Jogger oder Fahrradfahrer auf öffentlichen Straßen ist das aber ein eindeutiges Sicherheitsplus. Und wenn man ohnehin von Umgebungslärm umgeben ist, dann rückt die Tonqualität auch in den Hintergrund.

Wer als Fahrradfahrer auf Nummer Sicher gehen möchte, setzt beim Radeln übrigens nur den rechten Ohrstöpsel mit Pulssensor ein. Es drohen die Bußgeldverordnung mit dem Punkt „Fahrzeug geführt, obwohl das Gehör durch ein Gerät beeinträchtigt war“ und ein Verwarnungsgeld von 10 Euro.

Mathias Voigt von bussgeldkatalog.org rät dazu: „Grundsätzlich dürfen Sie mit Kopfhörern auf dem Fahrrad fahren, wenn Ihr Gehör dadurch nicht beeinträchtigt ist. Haben Sie die Kopfhörer im Ohr, hören aber keine Musik, wird in der Regel auch kein Verwarnungsgeld fällig. 10 Euro würde es erst kosten, wenn Ihr Gehör so beeinträchtigt ist, dass Sie z. B. das Martinshorn nicht mehr hören.“ Im Zweifelsfall müsse man den Beamten dann „beweisen“, dass die Kopfhörer die Umgebungsgeräusche nicht dämpfen.

Der Pulssensor steckt im rechten Ohrstöpsel des SMS Audio BioSport.

Mit einem Preis von 170 Euro ist der SMS Audio Biosport beileibe kein Schnäppchen, und in puncto Klangqualität gibt es in dieser Preiskategorie sicherlich auch bessere Optionen. Doch dafür hat das Headset einen integrierten Pulssensor an Bord, der erfreulich zuverlässige Ergebnisse liefert und eben keine weitere Hardware wie Brustgurte oder Sportarmband erfordert. Wer nicht ständig mit wechselnden Intensitäten trainiert und mit den Einschränkungen beim Klang leben kann, ist hier gut aufgehoben. Der BioSport ist aber einfach eben mehr Pulssensor als audiophiler Kopfhörer.

Eine interessante Alternative ist übrigens noch das Bluetooth-Headset Sport Pulse von Jabra, ebenfalls einen integrierten Pulssensor hat. Außerdem kommt der Sport Pulse ohne Kabelverbindung zum Smartphone aus, hat dafür aber eben einen integrierten Akku, der von Zeit zu Zeit aufgeladen werden möchte. Einen Test zum Jabra-Headset findet Ihr ebenfalls zeitnah auf TechStage.

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