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Rollei Actioncam 425 im Test: kein Fisch, kein Fleisch

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Die Actioncam 425 von Rollei wirbt mit 4K-Auflösung und einem extrem niedrigen Preis. Wir haben getestet, was der GoPro-Klon kann.

In Sachen Design ist die Rollei Actioncam 425 nicht besonders eigenständig. Der Aufbau und die Größe des Gehäuses orientieren sich stark an den ersten Generationen der GoPro Hero. Das Gehäuse entspricht, bis auf den Aufdruck und die Farbe des Auslösetasters, 1:1 der Eken H9 (Testbericht).

Das Design der Actioncam 425 gleicht dem der Eken H9.

Auf der Vorderseite befindet sich neben dem Objektiv der On/Off- und Mode-Schalter. Auf der Oberseite sitzen Status-LED und Auslösetaste. Rückseitig ist ein 2-Zoll-Monitor verbaut. Dieser ist nicht berührungsempfindlich; die Menüsteuerung funktioniert mit dem Auslöser und den zwei seitlich angebrachten Wähltasten. microHDMI und microUSB-Buchse haben ihren Platz zusammen mit dem Speicherkartenslot auf der linken Gehäuseseite gefunden. Der Akku ist austauschbar und verbirgt sich hinter einer Klappe auf der Unterseite. Ein Stativgewinde ist nicht vorhanden.

Auch in Sachen Funktionsumfang sind sich die Actioncam 425 und die H9 extrem ähnlich. Ein Schelm, wer böses denkt. Die Rollei wirbt ebenfalls mit 4K-Auflösung; diese ist aber nur hochgerechnet (interpoliert) und nicht nativ verfügbar, denn der Bildsensor hat nur eine Auflösung von 2976 × 1672 Pixeln (5 Megapixel 16:9). Im Test konnten uns die Aufnahmen in 4K auch nicht überzeugen. Die Auflösung von 2,7K (2704 × 1524) bei 30 Bildern pro Sekunde (fps) braucht nicht nur weniger Speicher, sie ist vor allem echt und sieht besser aus. Gerade für schnelle Action-Aufnahmen eignet sich aber die Full-HD-Auflösung mit 60 fps noch besser.

Neben Foto- und Videomodus sind auch Zeitraffer- und Serienbild-Funktion verfügbar.

Die Fernbedienung gehört zum Lieferumfang.

Die Bedienung der Kamera gestaltet sich auch ohne Touchscreen sehr einfach. Das Menü ist selbsterklärend und die Tastenbelegung logisch. Die Steuerung per App funktioniert ebenfalls gut. Die Bildübertragung auf das Smartphone ist allerdings leicht verzögert und nicht ruckelfrei. Für die Beurteilung des Bildausschnitts ist die Qualität aber ausreichend.

Die beigelegte Fernbedienung ist sehr einfach aufgebaut, funktioniert zuverlässig und schont den Akku des Smartphones. Die Datenübertragung von Videos und Fotos auf das Smartphone klappt unkompliziert und angenehm schnell.

Das etwas zu dunkle Display hilft bei der Bedienung.

Die Qualität der Videos in Full-HD und 2,7K ist für den privaten Gebrauch brauchbar. Auch die Fotos gehen als Schnappschüsse durchaus in Ordnung, mehr aber auch nicht. Wer hier aufgrund des Marken-Namens Wunder erwartet, wird enttäuscht: Aktuelle Flagship-Smartphones schießen schönere Bilder. Mit der Brillanz einer GoPro kann die Rollei nicht mithalten.

Der Akku der Rollei ist austauschbar und hält im Testbetrieb etwa eine Stunde und zwanzig Minuten lang durch, allerdings nur bei deaktiviertem WLAN. Bei Nutzung per Smartphone verkürzt sich die Laufzeit um etwa ein Drittel. Ersatzakkus kosten etwa 15 Euro.

Wer die Rollei den ganzen Tag braucht, sollte sich Wechselakkus kaufen.

Die Kamera kommt zusammen mit der praktischen Handgelenks-Fernbedieung, einem Unterwassergehäuse mit zwei Rückendeckeln, einer Halterung mit Stativgewinde und mehreren Halterungen bei uns an. Auch das microUSB- Ladekabel gehört zum Lieferumfang. Das Zubehör ist zu dem der GoPro kompatibel und kann so jederzeit günstig ergänzt werden.

Vor allem Fernbedienung und Unterwassergehäuse sind nützlich.
  • Kamera
    Rollei Actioncam 425 schwarz (40298)
  • Ersatzakku
    Rollei Akku AC 425/430 Li-Ionen-Akku (20132)
  • Zubehör
    Rollei Actioncam Zubehör Set Outdoor (21639)
So kommt die Rollei beim Kunden an.

Wir sind hin und hergerissen. Die Ergebnisse der Rollei sind nicht schlecht; aber auch nicht signifikant besser oder anders, als die der Eken H9. Für den gelegentlichen Einsatz am Strand oder auf der Skipiste ist sie auf jeden Fall gut geeignet – vor allem, wenn man sein Smartphone nicht riskieren will.

Allerdings stellt sich die Frage, ob sich der happige Aufpreis gegenüber einer No-Name-Kamera wie der Eken H9 lohnt. Wir denken nicht. Wer die Kamera sowieso nur für den Urlaub braucht, sollte sich lieber die billige Variante bei Ebay kaufen.

Wer die Action-Kamera häufig einsetzt, sollte mehr investieren und sich alternativ die Yi 4K oder die GoPro Hero Session 5 oder Hero 5 Black ansehen.

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