TechStage
Suche

Ein Angebot von

Rockt oder Ramsch? 30-Euro-Smartwatch mit SIM & Kamera

3
von  //  Twitter Google+

In der heutigen Folge von „Rockt oder Ramsch?“ geht es um eine sehr günstige Smartwatch mit SIM-Kartenslot und Kamera, die sich auch mit Android-Smartphones koppeln lässt.

Für knapp 30 Euro bekommt man mit der X6 getauften Smartwatch ein Wearable, das wahlweise mit oder ohne Android-Smartphone seinen Dienst verrichtet. Neben einem SIM-Kartenslot hat die smarte Uhr, die der Apple Watch optisch sehr ähnelt, unter anderem auch eine Kamera verbaut. Wie sich die günstige Smartwatch in der Praxis schlägt, erfahrt ihr in unserem Video.

Wer lieber liest, statt ein Video zu gucken: Nachfolgend findet Ihr den Inhalt des Clips als Text.

Gerademal knapp 30 Euro kostet die Smartwatch X6, die wir uns in der heutigen Folge von „Rockt oder Ramsch“ genauer anschauen, beim Chinashop Everbuying.net. Die Ausstattung hingegen scheint recht ordentlich zu sein – zumindest auf dem Papier. Das Wearable hat beispielsweise einen SIM-Kartenslot und kann so autark ohne verbundenes Smartphone arbeiten, also auch Telefonate und SMS empfangen und absetzen – und somit bis zum gewissen Grad das Handy ersetzen. Der interne Speicher der Smartwatch ist 64 MByte groß, zur Speichererweiterung gibt es einen microSD-Karten-Slot. Dem im Inneren werkelnden Mediatek-Prozessor stehen 128 MByte RAM zur Seite. Mit dem 400-mAh-Akku hält das gute Stück nur knapp zwei Tage durch, obwohl sich das Display ausschaltet, wenn man es nicht nutzt. Die Auflösung des 1,54 Zoll großen Bildschirms beträgt 240 × 240 Pixel.

Wie nicht zu übersehen ist, hat sich der Hersteller beim Design der Smartwatch von Apple inspirieren lassen: Das Teil sieht eins zu eins aus wie die schlicht Watch getaufte smarte Uhr aus Cupertino – inklusive einer Nachbildung der digitalen Krone. Die ist bei der X6 allerdings ohne Funktion, bzw. dahinter sitzt die 0,3 Megapixel auflösende Kamera. Die Position der Knipse zeigte sich im Test als recht ungünstig, da so unangenehme Verrenkungen nötig sind, damit der Handrücken nicht Teil des fotografierten Bildes wird. Die Qualität der geschossenen Fotos und Videos ist recht mau.

Eingeschaltet wird die Smartwatch per Hardwarebutton auf der rechten Seite. Die Anzahl der Watchfaces ist mit gerademal drei Stück etwas begrenzt. Durch zur Seite wischen des Ziffernblatts gelangt man auf den Hauptbildschirm, wo man direkten Zugriff auf seine hinterlegten Kontakte und die Telefonie-App hat. Durch nochmaliges horizontales oder aber vertikales Wischen über den Bildschirm geht`s in den App Drawer. Das Telefonieren mit der Smartwatch funktioniert prinzipiell gut, allerdings treten ab und an auch Störgeräusche auf, bei denen wir nicht herausfinden konnten, was genau diese auslöst.

Zum Antworten auf Nachrichten oder zum Verfassen von SMS gibt es eine On-Screen-Tastatur. Im QWERTZ-Layout ist das Tippen von Texten recht fummelig, aber trotz des kleinen Displays zu bewerkstelligen. Etwas besser funktioniert das Schreiben auf der Smartwatch mit einer T9-Handy-Tastatur, vorausgesetzt man stellt das entsprechende deutsche Layout ein. Blöd ist nur, dass sich die Tastatur dieses nicht merkt und man es vor dem Schreiben jeweils immer wieder erst manuell auswählen muss – und das ist echt nervig.

Dank SIM-Karten-Slot hat die X6-Smartwatch auch Zugang zum Internet – zumindest sollte dies eigentlich der Fall sein. Es gibt sogar einen Internetbrowser und Apps für Twitter, Facebook und WhatsApp. Im Test ist es uns allerdings trotz korrekt in den Einstellungen hinterlegtem APN nicht gelungen, eine funktionierende Verbindung hinzubekommen. Woran dies lag, ließ sich nicht herausfinden. Auf einer anderen Smartwatch, die wir gerade testen und die dasselbe Betriebssystem hat, funktioniert der Zugang zum Internet mit den identischen Einstellungen problemlos.

Die Smartwatch hat einen Music-Player installiert, der jedoch die von uns auf der Speicherkarte hinterlegten MP3-Dateien nicht finden konnte. Über den Dateibrowser des Gadgets ließen sie sich hingegen problemlos öffnen, allerdings gibt es auf diese Art und Weise keine Möglichkeit Lautstärke einzustellen oder zum nächsten Titel zu skippen.

Zwar ist die Besonderheit des Wearables, dass es auch ohne verbundenes Smartphone seinen Dienst verrichtet, per spezieller Android-App kann es jedoch auch mit Google-Handys zusammenspielen. Dann werden eingehende Anrufe und Benachrichtigungen auf der Smartwatch angezeigt und es können Anrufe und SMS vom Wearable aus per Mobiltelefon abgesetzt werden. Die Benachrichtigungsfunktion auf der X6 erwies sich im Test allerdings als recht sinn frei – bei auf dem Handy eingehenden WhatsApp-Chats oder E-Mails beispielsweise wird man nur darüber informiert, dass eine Nachricht einging – und erfährt nicht, was darin steht. Davon abgesehen kam es öfter zu Verbindungsabbrüchen und die Smartwatch musste manuell neu mit dem Handy verbunden werden.

Dass man für 30 Euro nicht allzu viel erwarten darf, dürfte klar sein. Allerdings sollten die zur Verfügung stehenden Features ja wenigstens ansatzweise funktionieren. Bei der X6-Smartwatch ist dies in einigen Bereichen schlicht gar nicht der Fall, in anderen Bereichen schlecht umgesetzt. Das Fazit ist in diesem Fall also eindeutig: Das Teil ist Ramsch.

Einloggen, um Kommentare zu schreiben

Anzeige