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Nokia Lumia 1020 Test

von Bestboyz Signet  //  Facebook Twitter Google+

Nokia hat das Lumia 1020 vor wenigen Monaten in New York City vorgestellt. Es ist definitiv das aktuellste Flaggschiff-Smartphone, das sogenannte Vorzeige-Gerät des Unternehmens. Es ist das erste Windows Phone von Nokia, das gleich zwei PureView-Technologien (Floating Lens und Oversampling) in einem System kombiniert. Was das Lumia 1020 alles kann, erfahrt Ihr im nachfolgenden Test.

Wie bei jedem High-End, verpasst Nokia dem Lumia 1020 ein sehr besonderes, zeitloses und typisch finnisches Design. Das Aussehen ist so unvergänglich, dass es jedes Mal Spaß macht, das Telefon in den Händen zu nehmen. Von der vorderen Seite sieht es aus, wie das 1 Jahr alte Lumia 920. Es hat diese große schwarze Fläche, die von einem einzigen Stück Polycarbonat umschlossen wird. Das Display ist an den Rändern nach außen gebogen. Dadurch, dass die Übergänge nahtlos und konvex sind, fallen Wischgesten besonders positiv auf. Zwar verwendet Nokia bei dem Lumia 1020 Kunststoff, aber die Art und Weise, wie es verarbeitet wurde, macht das Telefon sehr hochwertig und edel.

41,3-Megapixel Nokia PureView 2 Kamerasensor im Lumia 1020
41,3-Megapixel Nokia PureView 2 Kamerasensor im Lumia 1020

Es strahlt eine gewisse Einfachheit aus. Und so funktioniert es auch, ehrlich gesagt. Das Lumia 1020 ist 130mm hoch und 10,4mm dick dabei wiegt es 158g. Das geht noch alles so. Auf der Rückseite befindet sich das Hauptfeature, die mächtige Kamera wozu wir gleich kommen. An dieser Stelle sei gesagt: Das Telefon ist gut ausbalanciert. Es liegt fest und sicher in den Händen, jedoch gibt es 1 kleines Problem und das ist das erste von insgesamt nur zwei: Nahezu egal wie man das Telefon hält, man landet immer und ständig mit seinem Finger auf die schwarze runde Fläche auf der Rückseite. Auch wenn man sich vornimmt, das nicht mehr zu machen, am Ende kommt man unwillkürlich wieder dahin. Das muss nicht für jeden negativ sein, aber es ist etwas ungewohnt. Dadurch, dass man auf der Rückseite so einen großen Hügel hat, kann man das Telefon nicht flach und eben hinlegen und bedienen. Es ist unstabil und wackelt beim Tippen.

BestRankZ zu dem Nokia Lumia 1020
BestRankZ zu dem Nokia Lumia 1020

Weil die Rückseite komplett geschlossen ist, kann man den Akku mit einer Nennladung von 2.000mAh Stunden nicht austauschen. Bei einer gewöhnlichen Nutzung mit WLAN, LTE, Kamera, Nokia Music sowie E-Mail haben wir rund 1 Tag erreicht. Die Standby-Zeit schafft es auf knapp einer Woche. Das Lumia 1020 gibt es in zwei Speicherversionen: 32GB sowie 64GB exklusiv bei Telefónica Germany. Nach Abzug der Systemsoftware stehen dem Nutzer 58GB an formatiertem Speicher zur Verfügung. Eine Speicherkarte kann nicht eingelegt werden.

Nokia Camera Grip für das Lumia 1020
Nokia Camera Grip für das Lumia 1020

Das Display nimmt auf der vorderen Seite viel zu wenig Platz ein, finden wir. Das heißt: Nokia könnte den aktuellen Trend mitmachen und einen dünneren Rahmen um die Anzeige einbauen und oder den Platz unter den kapazitiven Tasten weglassen. Während andere Hersteller, wie beispielsweise LG Electronics oder Sharp bei 75% bis 80% Display-Oberflächen-Verhältnis sind, ist Nokia mit dem Lumia 1020 noch bei 61,9%. Die sogenannte Nokia ClearBlack-Anzeige basiert auf AMOLED-Technologie und ist 4,5-Zoll in der Diagonale groß. Sie unterstützt die höchst mögliche Auflösung der aktuellen Windows Phone-Generation: WXGA (1.280*768 Pixeln). Dadurch resultiert eine Pixeldichte von 331ppi. Das ist mehr als ausreichend. Das Display des Lumia 1020 stellt 60 Bilder pro Sekunde dar. Außerdem kann man es mit einem Handschuh bedienen. Es ist hell, nicht übersättigt, besitzt eine großartige Blickwinkelstabilität sowie ein echtes Schwarz, das einzigartig auf solchen Displays ist. Verbesserungswürdig ist lediglich das blaustichige Weiß. Alles in allem: Ein tolles und sensationelles Display.

Mikrofon, Lautsprecher, microUSB-Anschluss und Lanyard-Anschluss
Mikrofon, Lautsprecher, microUSB-Anschluss und Lanyard-Anschluss

Der rückwärtig belichtete Nokia PureView Sensor bietet eine physische Fläche von 41,3-Megapixeln. Es gibt insgesamt drei Auflösungen: 38-Megapixeln bei 4:3, 34-Megapixel bei 16:9 Bildverhältnis sowie 5-Megapixel. Man kann sich entscheiden, ob man nur die 5-Megapixel oder 5-Megapixel plus eine größere Auflösung haben will. Sinn und Zweck des 41,3-Megapixel großen Sensors ist: Der Nutzer kann Fotos und Videos machen, in denen er die Bildfläche vergrößern kann, ohne, dass dabei die Qualität verloren geht. Bei Fotos ist der Zoom 3-fach und bei Videos maximal 6-fach. Vor dem Sensor sitzt eine 6-fache Linsenoptik von Carl Zeiss. Die Blendenzahl beträgt ƒ/2.2. Nokia integriert bei dem Lumia 1020 nicht nur die PureView Oversampling-, sondern auch seine super beliebte Floating Lens-Technologie, die durch einen optischen Bildstabilisator großartige Bilder bei wenig Licht ermöglicht. Das ganze System wird abgerundet mit einem LED-Blitzlicht sowie Xenon-Blitzlicht für bis zu vier Meter.

In der sogenannten Nokia Pro Cam, die sich übrigens auch mit einem längeren Tastendruck starten lässt, kann der Nutzer über alle wichtigen Faktoren entscheiden: Das beginnt bei der Belichtungszeit, geht über die elektronische Belichtung bis hin zu dem ISO-Wert und noch mehr. Das Ganze hört sich im ersten Augenblick ziemlich komplex und fremd an. Das ist es aber nicht, denn das Menü ist wirklich sehr intuitiv gemacht und lädt praktisch dazu ein, alle Funktionen auszuprobieren. Das ist cool. Aber jetzt mal ganz konkret gefragt: Was ist so besonderes an der Kamera? Ich denke, man kann diese Frage mit einem Satz beantworten: Jeder, selbst jemand, der sich mit Fotografie nicht auskennt, wird mit dem Lumia 1020 ein richtig gutes Bild machen – und das schon ab dem ersten Bild. Die Kamera, das System, das technische, die App und insgesamt alles eigentlich stellt alles bisher Dagewesene in den Schatten. Dieses Telefon ist mit Abstand das beste Kamera-Smartphone, was es bis heute gegeben hat.

Gebogenes Displayglas des Lumia 1020
Gebogenes Displayglas des Lumia 1020

Was ich cool finde: Nokia verkauft optional ein Zubehörteil namens „Camera Grip“. Es macht das Lumia 1020 zu einer richtigen Kamera. Der Griff hat eine gummierte Fläche für einen besseren Halt. Zudem ist ein Akku mit 1.020mAh integriert und man kann es an einem 3,5mm Gewinde befestigen.

Testbilder

Testvideo

Wie gesagt, es ist Windows Phone OS in der achten Version. Das heißt: Software-technisch ist alles gleich, wie bei einem einfachen Windows Phone auch. Vielleicht gibt es zwei oder drei kleine Unterschiede wegen der Hardware, aber das meiste ist bekannt. Man hat also eine Nokia-eigene Display-Sperre mit einer durchgehend dargestellten Uhrzeit. Das Telefon lässt sich mit einem Doppelklick aufwecken und entsperren. Dann folgt die Startseite, die von den Live Tiles geprägt wird. Das können Applikationen oder Schnellzugriffe zu Internetseiten, Musikplaylisten oder Kontakten sein. Der Nutzer kann über Farbe, Position und Größe entscheiden. Wischt man einmal nach links, werden alle installierten Applikationen aufgezählt. Es gibt eine Suche für die alphabetisch aufgelisteten Apps.

Zu der Performance muss man bei einem Windows Phone eigentlich nicht viel sagen, aber weil es viele wünschen: Ja, es ist ein verdammt schnelles Smartphone, das perfekt arbeitet. Das Scrollen oder das Ausführen klappt zügig. Die Reaktionszeit ist wirklich minimal. Auch die grafische Leistung ist überzeugend. Einzige Schwäche: Der Internet Explorer ist ein wenig langsam in der Darstellung. Das ist aber kein Nokia-Problem, sondern eins von Microsoft. Also doch ein Nokia-Problem. Und hier kommt das zweite von insgesamt zwei bereits angesprochenen Problemen: Apps. Es gibt beispielsweise keine richtige Alternative für den Internet Explorer. Keiner der großen Entwickler, weder Opera, noch Mozilla, noch Google, interessieren sich für Windows Phone. Auch Instagram, YouTube und Facebook liefern ihre Apps nicht aus. Zwar gibt tolle Alternativen wie Facebook für Windows Phone von Microsoft, Metro oder 6Tag, 100.000 Apps im Windows Phone Store hin und her, aber so wirklich neue Sachen erscheinen hier nicht. Aber zum Glück gibt es Nokia. Der Hersteller macht einiges wieder gut, indem man eigene Ideen oder Fremdtitel selbst entwickelt und veröffentlicht. Nokia hat zahlreiche Apps parat. Einige sind kleine Helfer andere großartige Zeitvertreiber.

Display des Lumia 1020
Display des Lumia 1020

Okay, wie kann man das Ganze nun abschließen? Wir haben hier ein fabelhaftes Smartphone mit nicht nur exzellenter Verarbeitung, sondern auch mit einer zeitlosen Optik. Alle Hardware-Eigenschaften sind auf einem hohen Niveau: Display, Sound, Gesprächsqualität, Akku sowie Performance. Die Kamera hat es wirklich in sich und sie ist kein Spielzeug. Das Problem des Lumia 1020 ist: Ein Smartphone wird nicht von der Kamera definiert, egal wie gut sie ist, sondern von dem Können. In diesem Fall sprechen wir über Apps und dem Ökosystem. Das ist leider die größte Schwäche. Wer also nach der besten Kamera mit Zoom-Funktion in einem Smartphone sucht, für denjenigen ist das Lumia 1020 absolut perfekt. Man muss aber den Kompromiss eingehen und auf einige wichtige Apps verzichten.

Rückseite des Lumia 1020
Rückseite des Lumia 1020

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