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Nokia 8 im Hands-on: Großes Come-back ohne Innovation

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Auf dem GSMA Mobile World Congress 2017 in Barcelona hat HMD Global seinen offiziellen und weltweiten Startschuss für Nokia-gebrandmarkte Smartphones gegeben. Das finnische Startup schickte zunächst Einsteiger- und Mittelklassegeräte wie das Nokia 3, Nokia 5 sowie Nokia 6 in das Rennen. Jetzt im 8. Monat des laufenden Jahres – in Anlehnung an das bald erscheinende Galaxy Note 8 von Samsung und iPhone 8 von Apple – erscheint das Nokia 8. Das Telefon ist technisch top ausgestattet und kann vor allem mit einer Kampf-UVP von 579 Euro punkten. TechStage hat einen ersten Blick auf das High-End-Smartphone aus Finnland geworfen: Was es über das Nokia 8 zu wissen gibt und über welche Besonderheiten es verfügt, steht in diesem Hands-on-Artikel!


Das Nokia 8 hat ein 5,3 Zoll großes Display mit einer beworbenen Helligkeit von 700 Candela pro Quadratmeter. Als Vergleich: die iPhones von Apple leuchten mit einem Wert von rund 550 bis 600 Nits. Das ungewöhnlich große IPS-LC-Display hat eine hohe Auflösung von Quad-High-Definition im Verhältnis von 16:9; also 2560 × 1440 Pixeln.

Im Inneren arbeitet der aktuelle Top-Prozessor von Qualcomm: der Snapdragon 835. Dieser wird über ein Heatpipesystem gekühlt, wie man es von den Samsung-Smartphones und den älteren Microsoft-Lumia-Geräten der 950er-Reihe kennt. Dem System stehen bei: 4 GByte Arbeitsspeicher sowie 64 GByte interner Speicher für das Persistieren von Daten. Ob es eine Premium-Variante á la „Arte Black Edition“ mit doppeltem Speicher und 6 GByte RAM geben wird, schließen Nokia und HMD Global nicht aus. Das Erweitern des Speichers ist möglich: 256 GByte per microSDXC, technisch sogar bis 2 TByte.

Nokia 6
Nokia 6 in den Farben „Polished blue“ und „Polished copper“

Die Verarbeitung des Nokia 8 ist tadellos: Vom Hinsehen wirkt das Gehäuse so, als wäre es aus Glas gemacht. Tatsächlich ist es jedoch das 6000er-Aluminium, dessen finaler Look 22 Stunden sowie 40 Arbeitsschritte erfordert. Im Gehäuse des Nokia 8 wurde ein Rahmen zur Stabilisierung eingesetzt. Dadurch möchte man ein leichtes Verbiegen vermeiden. Das Nokia 8 kommt in vier Farben: zweimal Hochglanz und zweimal Matt. Die verschiedenen Ausführungen sollen nach und nach in den hiesigen Handel kommen. Auf den polierten Oberflächen von Blau und Kupfer sind Fingerabdrücke besonders stark sichtbar. Ob das gute Aussehen nachhaltig ist, wird ein längerer Test zeigen.

  • Polished Copper
    Nokia 8 Single-SIM kupfer
  • Polished Blue
    Nokia 8 Single-SIM glänzend blau
  • Tempered Blue
    Nokia 8 Single-SIM matt­blau
  • Steel
    Nokia 8 Single-SIM silber

Das nach IP54 zertifizierte Nokia 8 wiegt 160 Gramm und ist im Durchschnitt 7,9 Millimeter dünn. Der festeingebaute Akku hat einen Nennladung von 3090 mAh und wird mittel Qualcomm QuickCharge 3.0 schnell aufgeladen. Der am Telefon verbaute Anschluss ist USB Type C auf Basis der aktuellen Spezifikation USB 3.1. Das drahtlose Laden per Qi-Standard wird nicht unterstützt.

Nokia OZO Spatial

Eines der Besonderheiten des Nokia 8 ist die Dual-Kamera auf der Rückseite. Sie kombiniert einen monochromen und farbigen Bildsensor, ähnlich wie Huawei es mit seinen Smartphones macht. Die Auflösung aller Kameras ist 13-Megapixel, der Farbsensor verfügt zudem einen optischen Bildstabilisator (OIS). Das Kamerasystem hat HMD Global in Kooperation mit Nokia und dem deutschen Linsenspezialisten Carl Zeiss entwickelt. Der Hersteller verspricht eine herausragende Bild- und Videoqualität in allen Lichtsituationen. In Kombination mit der Kamera gibt es ein Feature namens „Bothie“. Gemeint ist dabei die simultane Nutzung der vorderen und hinteren Kamera: also „beides“. Dabei handelt es sich um eine Funktion, die Samsung und andere Hersteller schon vor vier Jahren auf den Markt gebracht haben. Der Unterschied im Nokia 8 ist lediglich eine Aufnahme im hochauflösenden Format 4K UHD sowie das technisch anspruchsvolle Steamen auf den Sozialen Netzwerken Facebook und YouTube. Der Nutzer kann sowohl die vordere als auch hintere Kamera aktivieren. So bekommen Zuschauer nicht nur etwas vom Geschehen mit, sondern sehen auch die Eindrücke des Streamers.

Nokia OZO Spatial heißt eine weitere Highlight-Funktion des Nokia 8. Ähnliches wie beim HTC U11 (Testbericht) kann das Smartphone den Sound vor einer Videoaufnahme fokussieren. Die Technologie besitzt drei Richtcharakteristiken, die im Kameramenü aktiviert werden können. Die drei Mikrofone am Gehäuse ermöglichen beispielsweise das Ausblenden der Umgebungsgeräusche, und nehmen stattdessen den Ton aus einer bestimmen Quellen und Richtung auf. Das kann ideal in Situationen wie Konzerte oder Interviews sein.

Nokia 6 Farben
Nokia 8

Das Nokia 8 wird mit aktuellen Android ausgeliefert. Kunden von HMD Global sollen über 24 Monaten alle relevanten Updates erhalten. Upgrades dagegen werden optional angeboten, als Bemessungsgrundlage dient die Aktualität der Hardware. In der Tat, was die monatlichen Patches angeht, war das Unternehmen mit dem Nokia 6 in der Vergangenheit schneller, als Google selbst mit seinem Pixel. HMD Global versucht das neue Motorola zu sein: saubere, einwandfreie Oberfläche mit reinem Android ohne Bloatware – und stets aktuell.

Das Nokia 8 von HMD Global klingt nach einem guten und modernen Smartphone. Wie gut? Das wird der Test in den folgenden Tagen zeigen. Bezüglich den Highlights haben wir unsere Bedenken: neu ist das alles nicht, nur besser. Ob es als Verkaufsargument reicht? Eine Sache ist jedoch kristallklar: Mit einer UVP von 579 Euro unterbietet man die etablierten Top-Hersteller. Ab dem 8. September kommt das Gerät in den Handel.

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