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Nokia 3 im Test: günstig mit schwacher Hardware

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Mit dem Nokia 3 von HMD Global, dem offiziellen Lizenznehmer von Nokia, kommt ein weiteres Einsteiger-Smartphone mit Android Nougat in den Handel. Wir testen wie sich das günstige 5-Zoll-Gerät im Vergleich zur Konkurrenz schlägt und verraten, ob sich die Anschaffung für rund 150 Euro lohnt.

Wer ist eigentlich HMD Global? Das finnische Startup beschäftigt mittlerweile mehr als 500 Personen. Darunter namhafte Ex-Mitarbeiter von Orange, Microsoft, HTC und Nokia. Seit 2017 agiert das Unternehmen global und führt unter anderem Kommunikationsprodukte mit Nokia-Aufschrift und Googles Android-Betriebssystem im Sortiment.

Das Nokia 3 kommt in einer flachen quadratischen Verpackung bei uns an. Das Design der Verpackung mit zwei ineinandergreifenden Händen ist typisch für Nokia.

Die zwei inneinandergreifenden Hände haben mittlerweile Kult-Status.

Im Karton liegen das Handy, eine Schnellstartanleitung, ein microUSB-Kabel, ein sehr einfacher Kopfhörer mit Mikrofon sowie ein USB-Netzgerät mit einer Ausgangsstromstärke von 1A. Auch ein Werkzeug zum Öffnen der SIM-Karten-Schublade gehört zum Lieferumfang. Das Headset, das HMD global beilegt, ist ziemlicher Schrott. Der Klang ist nicht besonders gut und die Kopfhörer sind extrem unangenehm zu tragen. Das ist ärgerlich, denn HMD Global bietet auch vernünftiges Zubehör für die Smartphones. Da wäre es vernünftiger entweder ein höherwertiges Headset beizulegen, oder ganz darauf zu verzichten.

Das Design des Smartphones ist nicht außergewöhnlich, aber gelungen. Die abgerundeten Kanten des Aluminium-Rahmens, das abgerundete Display und die Polycarbonat-Rückseite fühlen sich gut an. Das Durch Verwendung eines 5-Zoll-Displays liegt das Nokia 3 sicher in der Hand und die Bedienung mit einer Hand klappt vernünftig.

Die Verarbeitung ist tadellos.

Die Verarbeitung des Nokia 3 ist hochwertig: Spaltmaße und Materialübergänge sind sehr gleichmäßig. Allerdings knarzt die Kunststoff-Rückseite wenn wir fest zupacken. Auf der rechten Gehäuseseite sitzen der Powerbutton und die Lautstärkenwippe. Der klassische 3,5mm-Klinkenanschluss für Kopfhörer sitzt auf der Oberseite. Die nicht mehr zeitgemäße Micro-USB-Buchse auf der Unterseite erlaubt immerhin den Einsatz bereits vorhandenen Zubehörs. Der kombinierte Einschub für SIM- und Speicherkarte ist auf der linken Seite untergebracht. Bei der Dual-SIM-Version liegt der zweite SIM-Karten-Einschub direkt unter dem Ersten.

Die Hardware des Nokia 3 ist, wie bei einem Preis von unter 150 Euro auch nicht anders zu erwarten ist, eher zweckmäßig. Die 16 GByte interner Speicher sind gerade so ausreichend. Durch Android und die vorinstallierten Apps sind beim Auspacken bereits gut 50 Prozent des Speichers belegt. Zwar ist eine Speichererweiterung mit einer microSDXC-Karte möglich, Apps lassen sich darauf aber nur teilweise auslagern.

Die 2 GByte Arbeitsspeicher und die MT6737-CPU von MediaTek erreichen im AnTuTu-Benchmark magere 28.000 Punkte. Das ebenfalls günstige Samsung Galaxy A3 (Testbericht) kommt da immerhin schon auf fast 46.000 Punkte. Dennoch stuft AnTuTu das Nokia sowohl für Spiele, als auch für den alltäglichen Gebrauch, noch als Mittelklasse-Gerät ein.

Das Nokia 3 setzt auf einen nicht mehr aktuellen Micro-USB-Anschluss.

Im Testbetrieb haben wir keinerlei Ruckler festgestellt – beim Starten von Apps braucht das Nokia 3 aber immer eine kurze Denk-Sekunde. Auch aufwendige Spiele, wie das Strategie-Kartenspiel Heathstone, laufen dank der nicht besonders hohen Auflösung flüssig. Die Ladezeiten sind aber deutlich länger, als bei besser ausgestatteten Smartphones.

Einen Fingerabdrucksensor hat das Nokia 3 nicht verbaut – NFC ist aber vorhanden. Der fest integrierte 2630 mAh Akku bringt das Nokia auch bei normaler Benutzung gut über den Tag. Bei wenig Aktivität hält es bis in den nächsten Tag hinein durch. Wer sein Nokia 3 laden will braucht allerdings Zeit: Eine zeitgemäße Schnelllade-Funktion ist nicht integriert.

Das 5-Zoll-Display des Nokia 3 hat eine Auflösung von 1280 × 720 Pixeln und damit eine Pixeldichte von 294 ppi (pixel per Inch). Die Darstellung des IPS-LCD ist ausreichend scharf und die Farben sehen natürlich aus. Der Kontrast ist allerdings stark vom Blickwinkel abhängig. Wirklich ärgerlich: Das Display vom Nokia 3 ist eine ganze Spur zu dunkel. Selbst das Vorschaubild der Kamera ist bei direktem Sonnenschein kaum zu erkennen. Die Spiegelungen halten sich in Maßen – durch die geringe Helligkeit ist das aber nur ein schwacher Trost.

Von Nokia Smartphones sind wir teils sehr hohe Kamera-Auflösungen gewohnt. Da bietet unser aktuelles Testgerät mit zwei 8-Megapixel-Kameras erstmal erschreckend wenig. Diese Auflösung ist für die Selfie-Kamera in Ordnung – für die Hauptkamera ist das aber nur sehr wenig. Von der Megapixelzahl abgesehen, schießt das Nokia 3 bei ausreichend Licht recht ordentliche Fotos. Die Farben könnten ein wenig knalliger sein, aber Schärfe, Kontrast und Weißabgleich sitzen. Typisch bei günstigen Smartphones: sobald nur wenig Licht zur Verfügung steht, beginnen die Aufnahmen stark zu rauschen und der Kontrast geht verloren. Da hilft auch der LED-Blitz nur bedingt. Videos landen beim Nokia 3 nur in HD-Auflösung (720p) auf dem Speicher.

Die Fotos sehen trotz niedriger Auflösung erstaunlich gut aus.

Das Nokia 3 kommt mit der nicht mehr ganz(!) aktuellen Android-Version 7.0 bei uns an. Ein Update auf die ganz aktuelle Version 7.1.1 steht angeblich schon in den Startlöchern. Ein genaues Release-Datum steht aber nicht fest.

Außer einem ganzen Ordner voller Google-Apps ist keine Bloatware vorinstalliert. Gut so: Der interne Speicher ist knapp genug. Die Oberfläche des Smartphones ist aufgeräumt und übersichtlich.

Die Oberfläche ist angenehm aufgeräumt und übersichtlich.

Das Nokia erscheint sowohl als Singel- als auch als Dual-SIM-Version in den Farben silber, schwarz, blau und kupfer.

  • silber
    Nokia 3 Dual-SIM silber
  • schwarz
    Nokia 3 Dual-SIM schwarz
  • blau
    Nokia 3 Dual-SIM blau
  • kupfer
    Nokia 3 Dual-SIM kupfer

Wer keine hohen Ansprüche an sein Smartphone stellt, der bekommt mit dem Nokia 3 ein hübsches Einsteigergerät für einen fairen Preis. Das gute Gefühl ein Nokia in der Tasche zu haben kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass CPU und Arbeitsspeicher leistungstechnisch im unteren Mittelfeld angesiedelt sind und der Bildschirm nicht für den Außeneinsatz taugt. Auch die Kamera eignet sich maximal für Schnappschüsse.

Wer mehr Rechenpower und eine bessere Kamera haben möchte muss auch mehr Geld investieren oder auf ein älteres Modell zurückgreifen. Andere Smartphones mit aktuellem Android finden sie in unserem Ratgeber Ab 130 Euro - Die günstigsten Smartphones mit Android 7.1.

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