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Mi Max: Xiaomis günstiges Mittelklasse-Phablet im Test

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Mit dem Mi Max hat das Unternehmen Xiaomi ein Phablet mit 6,4 Zoll großem Full-HD-Display, Octa-Core-Prozessor von Qualcomm und 16-Megapixel-Kamera im Sortiment. Was das Riesen-Handy, das man schon ab knapp 250 Euro bekommt, so auf dem Kasten hat, haben wir uns die letzten Wochen ganz genau angeschaut.


Selbst sehr günstige Geräte aus China wie das kürzlich von uns getestete Phablet Dooge Y6 Max überzeugen mittlerweile oft durch hochwertige Materialien und gute Verarbeitung. Dem steht auch Xiaomi in der Regel in nichts nach und dies trifft auch auf das Mi Max zu, das mit seinem Preis ab 250 Euro ja auch nicht besonders teuer ist. Das große Handy steckt in einem gut verarbeiteten und hochwertig anmutenden Metallgehäuse mit den Abmessungen 173 × 88 × 7,5 Millimeter. Mit dem Gewicht von knapp 200 Gramm ist das Telefon ein ganz schöner Brummer, liegt aber gut und angenehm in der Hand und lässt sich auch längere Zeit nutzen, ohne dass einem der Arm abfällt. Dazu tragen auch die abgerundeten Seiten ihren Teil bei.

Bild: Techstage Das Unibody-Gehäuse des Mi Max ist sehr gut verarbeitet und wirkt sehr wertig.

Einschalter und Lautstärkewippe befinden sich rechts, links der Kartenslot, der zwei SIM-Karten oder eine SIM- und eine microSD-Karte aufnehmen kann. Die 16-Megapixel-Hauptkamera sitzt auf der Rückseite links oben nebst LED-Blitz, ein Fingerabdruckscanner recht weit oben mittig. Unten ist ein microUSB-Anschluss zum Aufladen und zum Datenaustausch, oberhalb des Displays sitzt eine Frontcam und unterhalb sitzen drei beleuchtete kapazitive Tasten mit haptischem Feedback. Auch wenn es auf den ersten Blick so aussieht: Das Mi Max hat keine Stereolautsprecher. Sound kommt nur aus dem rechten Speakergrill, hinter dem linken dürfte das Mikro sitzen. Der Kopfhöreranschluss ist beim Mi Max oben, direkt daneben sitzt ein Infrarotsensor.

Das Mi Max gibt es in verschiedenen Ausführungen, die sich durch RAM- und Speicher-Größe und durch den Prozessor-Typ unterscheiden. Wir hatten die Version mit 3 GByte Arbeitsspeicher und 64 GByte internem Speicher im Test. Dort werkelt ein Snapdragon-652-Prozessor von Qualcomm mit 8 Kernen im Inneren. Vier davon takten mit maximal 1,4 GHz und übernehmen bei nicht so rechenintensiven Aufgaben den Job. Wenn es mehr zur Sache geht, kommen die mit maximal 1,8 GHz taktenden Kerne zum Einsatz.

Die 16-Megapixel-Hauptkamera mit f/2.0-Blende hat einen Phasenvergleich-Autofokus und einen Dual-LED-Blitz. Auch die 5 Megapixel auflösende Frontcam hat eine f/2.0-Blende, außerdem ein 85-Grad-Weitwinkel-Objektiv. Das Mi Max unterstützt LTE, allerdings nicht das in Deutschland häufig genutzte Band 20, das auf 800 MHz funkt. In Sachen Konnektivität zählen WLAN nach 802.11 a, b, g, n und ac, Bluetooth 4.2 und GPS zu den Specs des Phablets.

Der Akku des Mi Max hat eine Kapazität von 4850 mAh, aufgrund der Unibody-Bauweise des Handys ist er nicht auswechselbar. Wie heutzutage bei vielen Smartphones zu finden besitzt es auch einen Fingerabdruckscanner, als Besonderheit dann auch noch einen Infrarotsensor um auch als Fernbedienung herhalten zu können.

Das mit seiner Diagonalen von 6,44 Zoll für ein Smartphone ganz schön große Display löst Full HD auf. Das genügt für eine scharfe Darstellung von Inhalten auf dem Bildschirm. Neben einer guten Blickwinkelstabilität können auch Farben und Kontrast überzeugen und auch die Helligkeit ist zufriedenstellend. Bezüglich der Farben und des Kontrastes gibt es bei Bedarf innerhalb der Software noch Anpassungsmöglichkeiten.

Das große, von Gorilla Glass 3 geschützte Display eignet sich durchaus gut zum Lesen von eBooks – dazu hat Xiaomi einen speziellen Lesemodus integriert, in dem die Blendung des Bildschirmhintergrundes reduziert wird. Erwähnenswert ist außerdem die Möglichkeit beim Mi Max das Handy durch zweimal mit dem Finger aufs Display tippen aufwecken zu können.

Bild: Techstage "Nur" Full-HD-Auflösung auf einer Displaydiagonalen von 6,44 Zoll zeigte sich im Test also absolut ausreichend um Inhalte scharf darzustellen.

Ziemlich praktisch hat sich im Test auch das Feature „Quick Ball“ gezeigt. Es handelt sich dabei um eine frei positionierbare Blase, über die sich nach Antippen die typischen Android-Bedien-Tasten aufrufen lassen. Nicht nur in Verbindung mit dem Einhandmodus – dem Verkleinern des Bildschirms zur besseren Bedienung mit einer Hand – ist das eine sehr praktische Sache. So lässt sich darüber auch das Gerät in den Standby versetzen, ohne den Power-Button bemühen zu müssen, was superpraktisch ist, wenn man das Device vor sich auf dem Tisch liegend nutzt. Außerdem können die Shortcups mit Apps der Wahl bestückt werden, die sich dann jederzeit schnell aufrufen lassen.

Die Kamera-App des Mi Max zeigt sich aufgeräumt und übersichtlich. Blitz- und HDR-Optionen sind am oberen Rand schnell erreichbar – zu den zur Verfügung stehenden Modi gelangt man über einen Button direkt über dem Auslöser, zu den verfügbaren Filtern über ein Icon links davon. Fokus und Auslöser reagieren recht zügig.

Sowohl Haupt- als auch Frontkamera machen bei guten Lichtverhältnissen auch gute bis sehr gute Bilder. Sie zeichnen sich im Idealfall durch ihre Schärfe und ihre Farbwiedergabe aus. Zwar können sie – wenig überraschend – qualitativ nicht mit aktuellen Top-Kamera-Handys wie dem Galaxy S7 mithalten, die Ergebnisse sind aber teilweise recht beeindruckend.

Wie meist bei den Kameras günstiger Smartphones tritt Bildrauschen bei schlechteren Lichtverhältnissen um einiges früher auf, als bei High-End-Geräten mit sehr guten Knipsen. Zu diesem Zweck bietet das Mi Max einen entsprechenden „Handheld Twilight Mode“, mit dem sich dieser Kritikpunkt zumindest ein wenig relativieren lässt.

Der Snapdragon-652-Chip im Inneren des Mi Max bringt in Verbindung mit den 3 GByte Arbeitsspeicher eine mehr als zufriedenstellende Leistung. Im AnTuTu-Benchmark kommt das Handy auf knapp 80000 Punkte, ein ordentliches Ergebnis. Die gemessene Performance liegt ungefähr auf dem Niveau eines Huawei Mate 8 oder eines iPhone 6 oder iPhone 6 Plus. Somit lassen sich auch aktuelle Games mit fetter Grafik auf dem Mi Max zocken. Der Fingerabdruckscanner des Mi Max arbeitet schnell und präzise, der 4850-mAh-Akku liefert genügend Energie, um auch als Power-User problemlos über den Tag zu kommen.

Das fehlende LTE Band 20, das vor allem in ländlichen Gegenden von Providern genutzt wird, ist definitiv ein Kritikpunkt am Mi Max. So kann es passieren dass dort, wo normalerweise LTE verfügbar ist, das Handy nur mit Edge oder gar GPRS funkt. In unserem Test in einer ländlichen Gegend hatten wir jedoch statt LTE meist UMTS-Geschwindigkeit, was für mich persönlich in Sachen mobilem Internet völlig ausreichend ist.

Xiaomi setzt auf Android 6.0 mit der Benutzeroberfläche MIUI in Version 8 on top. Da man das Gerät nur per Import über China-Shops bekommt, kann es vorkommen, dass man sich die offizielle Global-Stable-Version mit deutscher Sprache selbst installieren muss. Es gibt beispielsweise noch eine China-Version ohne Play Store und nur mit chinesischer und englischer Sprache. Hier lohnt es sich die Artikelbeschreibung genau zu lesen, oder den Verkäufer noch mal diesbezüglich zu kontaktieren. Das Flashen der offiziellen Global-Stable-Version ist allerdings für PC-erfahrene Nutzer kein größeres Problem.

Die Optik von Xiaomis User Interface ist wie gewohnt Geschmackssache, MIUI bietet aber einige nützliche Features. Beispielsweise lässt sich die Belegung der Bedientasten unter dem Display ändern und es ist eine Doppelbelegung möglich. Auch praktisch zeigt sich die Sicherheits-App, die einen Virenscanner bietet und es erlaubt die Akkulaufzeit zu optimieren. Weiterhin gibt es innerhalb MIUI die Möglichkeit in vielen Bereichen der Benutzeroberfläche Anpassungen vornehmen zu können – beispielsweise was die Benachrichtigungsleiste und die Art und Weise der Benachrichtigungen angeht.

Eigentlich gibt es an Xiaomis Mi Max nur einen größeren Kritikpunk, der ist aber auch nicht unerheblicht: das fehlende LTE-Band-20. Schlimmstenfalls wirft es den Nutzer auf Edge- oder gar GRPS-Geschwindigkeit zurück, bestenfalls gibt es statt LTE halt immer noch recht schnelles UMTS. Davon abgesehen bekommt man ab um die 250 Euro (beispielsweise bei GearBest) ein gut verarbeitetes Phablet mit tollem Display, guter Performance, ordentlicher Kamera und klasse Haptik.

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