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Made in China: Xiaomi Mi 5 im Test

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„Made in China“ klingt gleich so abwertend, nicht? Dabei werden derart viele Produkte mit diesem Satz gekennzeichnet – vor allem Smartphones. Vielleicht lässt sich das Ganze mit einem Anhang wie dem „Designed by ... in California“ oder „...in Germany“ aufwerten. Doch wie wäre es mit einem Smartphone der aktuellen High-End-Klasse, das nicht nur in China vom Band läuft, sondern dort auch von A bis Z entwickelt wurde? Genau so ein Gerät ist das Mi 5 von Xiaomi Technology. In diesem Test lest und seht Ihr, warum das Telefon ein starkes Substitut zu den Galaxys, LGs, HTCs, Huaweis und Xperias dieser Welt ist.

Wie der Name bereits verrät, handelt es sich bei dem Mi 5 um die fünfte Generation, die der Hersteller vor wenigen Wochen auf dem Mobile World Congress 2016 in Barcelona präsentiert hat. Die Entwicklung des Startups – ja, es ist eins; so bezeichnet es sich selbst – ist beeindruckend, wenn man sie von Anfang an mitverfolgt hat. Und heute hat das Unternehmen ein dünnes, leichtes und kompaktes Smartphone im Programm, das über eine ordentliche Ausstattung verfügt und in China umgerechnet 270 Euro kostet.

Xiaomi Tech ist ein Außenseiter, wenn es um hochwertige Smartphones geht. Es gibt welche, aber sie werden nicht zu den Preisen verkauft, die wir hierzulande von Samsung, LG, HTC, Huawei und Co. kennen. Stattdessen liegen die Preise der Geräte im Mittel- oder Oberklassen-Segment:

Kurze Darstellung von diversen Android-Smartphones nach Klasse und UVP.
Xiaomi Mi 5 ? Design

Die Front des Mi 5 besteht ist aus Glas. Hinten kommt Kunststoff mit einer Hochglanzoptik zum Einsatz. Die vordere Seite ist es eben und plan, während die Ränder hinten abgerundet sind. Das haben sie von ihrem eigenen Großformat-Smartphone, dem Redmi, übernommen. So liegt das Mi 5 sicher und bequem in der Hand. Auch sonst ist es mit einer Masse von 129 Gramm und einer Tiefe von 7,25 Millimeter ein handliches Telefon.

In dem Aluminiumrahmen, der das Mi 5 umfasst, sitzen Mikrofon, USB-Type-C-Anschluss und Lautsprecher. Oben in der Mitte befinden sich noch einmal Mikrofon, Infrarotsender- und -empfänger sowie eine 3,5-mm-Klinke für die Signalein- und -ausgabe. Die aus Metall angefertigen Tasten auf der rechten Seite sind gut für Daumen und Zeigefinger erreichbar und verfügen über einen angenehmen Druckpunkt. Allerdings wackeln sie etwas, was uns aber nicht weiter gestört hat.

Xiaomi Mi 5 ? Infrarotsender und -empfänger

Vorne hat das Xiaomi-Smartphone eine mechanische Taste mit integriertem Fingerabdrucksensor. Links und rechts gibt es zwei berührungsempfindliche Knöpfe mit einer mageren Punktbeleuchtung, die sich automatisch ein und ausschaltet. Die Erkennung des Fingerabdrucksensors funktioniert schnell und zuverlässig. Ähnlich wie bei den neuen Galaxy S7 und Galaxy S7 edge von Samsung befindet sich auch im Mi 5 von Xiaomi ein passiver Fingerabdrucksensor. Bedeutet: das Telefon will zunächst aus dem Bereitschaftsmodus geweckt werden, bevor es sich entsperren lässt.

Das Mi 5 gibt es in drei verschiedenen Varianten und drei Farben: Gold, Schwarz sowie Weiß. Am liebsten hätten wir das Dunkle bei uns gehabt, da das Design dort am besten zur Geltung kommt. Das ist aber unsere Meinung, Ihr entscheidet für Euch. Die Unterschiede bei den Ausführungen sind der Arbeitsspeicher von 3 und 4 GByte RAM, der Flash-Speicher von 32, 64 und 128 GByte sowie die Keramikrückseite bei dem Pro-Modell. Eine Speicherkarte hat im Mi 5 keinen Platz. Bei unserem 64 GByte großen Modell standen uns nach Abzug des Betriebssystems und der vorinstallierten Software um die 56 GByte zur freien Verfügung.

Wir stellen fest: Die Preise für die gebotene Hardware sind attraktiv. Fast zu schön, um wahr zu sein. Gibt's da keinen Haken? Doch, es gibt einen: die Verfügbarkeit. Die Geräte werden offiziell nicht in Europa und in den USA angeboten. Man bekommt sie lediglich über Importeure aus China zugesendet. Hier sollte man auf die Versandkosten(pauschale) achten. Darüber hinaus gilt es, die Ware ordnungsgemäß zu versteuern, siehe hierzu die Einfuhrumsatzsteuer (EUSt). Das von uns getestete Mi 5 wurde uns kostenlos zur Verfügung gestellt von TradingShenzhen. An dieser Stelle: Danke!

Farben, Varianten und Preise des Xiaomi Mi 5

Das Mi 5 verfügt über den neuen Anschluss USB-Type-C. Auf Nachfrage konnte uns Xiaomi Tech nicht mitteilen, welche USB-Spezifikation bei dem Mi 5 eingebaut ist: 2.0 oder 3.0. Die Aufladedauer mit dem mitgelieferten Netzteil beträgt für 100 Prozent 2:21 Stunden. Das Telefon unterstützt aber auch schnelles Laden über QuickCharge 3.0. Mit unserem kompatiblen Schnelllader von Anker haben wir die 3000 mAh große Speicherzelle in 1:21 Stunden voll aufgeladen.

Aktualisierung am Donnerstag, den 31. März 2016 um 11:59 Uhr durch Kamal Vaid: Nach der Veröffentlichung dieses Tests hat Xiaomi Technology auf die Frage nach dem USB-Standard geantwortet. Es sei die Spezifikation USB 2.0, schrieb eine Unternehmenssprecherin.

Xiaomi Mi 5 ? Kamera

Das Mi 5 unterstützt Dual-SIM: Es arbeitet mit zwei nanoSIM-Karten. Die Gesprächsqualität sowie der Empfang während des Testzeitraums waren einwandfrei. Auch hat uns das schnelle WLAN sowie die flotte mobile Datenübertragung überzeugt. Wichtig zu wissen: Das Gerät unterstützt nicht das reichweitenstarke und bei uns vor allem auf dem Land verbreitete LTE-800.

Xiaomi hat dem Mi 5 eine vier und 16 Megapixel Kamera eingebaut. Der nach vorne zu dem Benutzer gerichtete Bildsensor ist derselbe, den HTC seit einigen Jahren verwendet: UltraPixel-Technologie mit 2 µm großen Pixeln. Die Optik besitzt einen Weitwinkel von 80 Grad. Die Qualität hat uns gefallen.

Auch die Hauptkamera auf der Rückseite macht mehr als nur sehenswerte Bilder und hat technisch viel zu bieten: 4-Achsen-Bildstabilisator, f/2.0-Blende mit sechs Linsenoptik, Dual-LED mit zwei Temperaturen sowie eine Objektivabdeckung aus Saphirglas.

Die Kameras liefern gute Resultate. An manchen Stellen fehlt uns ein wenig Kontrast oder Sättigung. Bei viel Licht ist Schärfe und Feinheit vorzufinden. Im schwachen Licht ist Rauschen sichtbar. Videos werden aufgenommen im Format UHD, das Bild ist ruhig und auch der Ton ist klasse.

Testbilder

Die Anzeige des Mi 5 ist groß und trotzdem kompakt. Das ist unter anderem deshalb möglich, weil die Ränder extrem schmal sind. Die Diagonale des Bildschirms misst 5,15 Zoll. Das Panel ist ein IPS-LCD mit einer Auflösung von 1920 × 1080 Pixeln. Die Pixeldichte beträgt 428 ppi. Das LCD ist qualitativ auf einem hohen Niveau. Die Farben sind realisitisch und wirken echt. Auch der Kontrast zwischen Schwarz und Weiß hinterlässt einen positiven Eindruck. Blickwinkeln sind prima, auch die Schärfe ist gut. Die Helligkeit wird mit zusätzlichen LEDs verstärkt, sodass der Wert auf 600 Candela pro Quadratmeter kommt. Der Sommer kann kommen ...

Xiaomi Mi 5 ? Display

Auf dem Mi 5 läuft das Xiaomi eigene Betriebssystem MIUI in der Version 7.0 – zugrunde liegt jedoch Android 6.0 Marshmallow. Da das Gerät für den chinesischen Markt gedacht ist, hat es keine Google-Dienste wie den Play Store oder andere Apps wie Gmail, Maps oder Drive vorinstalliert. Stattdessen kommen chinesische Services und Xiaomis eigene Dienste zum Einsatz. Die nachträgliche Installation des Play Store und darüber angebotene Apps funktioniert trotzdem und ist schnell gemacht.

  1. Klickt in den „Settings“ auf den Punkt „Additional Settings“, dann „Privacy“ und aktiviert für diese einmalige Installation die Funktion „Unknown sources“
  2. In diesem Schritt ladet Ihr Euch den Google Installer (googleinstaller-2-v2.0.apk) herunter – direkt im Browser in Eurem Download-Ordner, sodass Ihr die Datei anschließend ausführen könnt
  3. Startet den Google Installer und klickt auf den blauen runden Kreis. Von hier aus werden nun einzelne Google-Dienste, wie das Framework für Konten und Play Services installiert.
  4. Neustarten
  5. Jetzt solltet Ihr die funktionsfähige Google-Play-Store-App auf Eurem Startscreen vorfinden und Euch einloggen können

Eine weitere Sache, die aktuell noch problematisch ist, ist die Sprache: da es ein chinesisches Smartphone ist, steht in den Einstellungen lediglich Mandarin oder Englisch zur Auswahl. Hier muss man entweder auf die Community zurückgreifen und eine alternative Software installieren oder warten, bis Xiaomi die internationale Version für den indischen Markt vorstellt. Das soll bis Ende April passieren. Die neue Software wird dann auch ab Werk mit den Google-Diensten ausgestattet sein.

Xiaomi Mi 5 ? Test

Im Mi 5 von Xiaomi steckt der neueste Prozessor von Qualcomm: der Snapdragon 820. Dabei handelt es sich um einen Quad-Core-Prozessor. Den Arbeitsspeicher mit 3 GByte fanden wir ausreichend, das Smartphone arbeitet schnell und zügig. Allgemein ist die Systemleistung mehr als zufriedenstellend.

Das Xiaomi Mi 5 gefällt uns: Es ist ein erstklassiges Smartphone mit guter Ausstattung zum erschwinglichem Preis. Selbst wenn es genau so viel kosten würde wie die aktuellen High-End-Smartphones der Marken-Konkurrenten, wäre es eine starke Alternative.

Besonders gut haben uns das Design und die Verarbeitung gefallen. Das Mi 5 ist leicht und handlich. Zu den weiteren Stärken zählen das Display, die Systemleistung, die Kamera und der schnell ladende Akku. Das größte Problem am Mi 5 ist seine Verfügbarkeit, außerdem muss man an der Software eben selbst Hand anlegen. Die nötigen Modifikationen sind schnell erledigt. Wer damit kein Problem und Zugriff auf ein Mi 5 hat, der sollte das Smartphone kaufen.

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