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Lenovo Moto G5 im Test: einfach und gut?

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Das Lenovo Moto G5 ist jetzt verfügbar. Wir haben getestet, was das kleinere der beiden Moto-G5-Modelle zu bieten hat – und ob sich die Einsparung von knapp 80 Euro gegenüber des großen Bruders lohnt, der bei uns im Test hervorragend abgeschnitten hat.

Das optische Erscheinungsbild des Moto G5 ist dem des größeren Lenovo Moto G5 Plus (Testbericht) ähnlich. Es besticht weniger durch Form oder Farbe, sondern vielmehr durch seine gute Verarbeitung. Dank viel Einsatz von Metall und abgerundeten Kanten liegt es gut in der Hand und fühlt sich erfreulich wertig an.

Das Moto G5 bringt 144 Gramm auf die Waage und ist damit um 11 Gramm leichter als sein großer Bruder. Hier wie da gilt, dass das Gewicht zum Qualitätseindruck passt: Weder hat man ein schweren Brocken in der Hand, noch ein viel zu leichtes Spielzeug.

Moto G5: Rückseite
Die Rückseite ist nicht ganz eben, sondern abgerundet.

Trotz abnehmbaren Rückendeckel knarrt und knirscht nichts. Das Moto G5 ist stabil und verwindet sich auch bei einigem Druck nicht. Die Knöpfe an der rechten Geräteseite haben einen präzisen Druckpunkt und sind so in den Rahmen eingepasst, dass sie nicht wackeln. Der Ein-Aus-Taster ist – wie beim großen Bruder – geriffelt. So kann man auch blind mit dem Finger ertasten, welchen Knopf man gerade berührt.

Auf der Rückseite sind Kameralinse samt Blitz mittig angebracht. Im Gegensatz zum G5 Plus ist der Blitz hier allerdings nicht zweifarbig ausgeführt. Dafür schließt das Objektiv zu unserer Freude bündig mit dem Gehäuse ab. Beim Tippen auf dem am Tisch liegenden Gerät kommt es leider trotzdem zu Wacklern, Schuld daran ist die abgerundete Rückseite des Moto G5.

Moto G5: microUSB
Sowohl das Moto G5 als auch das Moto G5 Plus werden über microUSB aufgeladen.

Unter der Haube des Moto G5 steckt etwas weniger Rechenpower als beim Plus-Modell. Für Antrieb sorgt ein Snapdragon 430 von Qualcomm, während im großen Bruder ein 625er Snapdragon verbaut ist.

Dazu gibt es 2 GByte Arbeitsspeicher, 16 oder 32 GByte internen Speicher und einen microSDXC-Slot zur Erweiterung. Derzeit ist das G5 aber nur in der Version mit 16 GByte verfügbar. Wer viele Apps installiert, könnte hier schnell an die Grenzen des Smartphones kommen.

Als externen Speicher akzeptiert das Moto G5 Karten mit einer Kapazität von bis zu 256 GByte. Die Einschübe für Speicher- und SIM-Karten befinden sich unter dem Rückseitendeckel, direkt über dem 2800-mAh-Akku. Die Möglichkeit, den Akku selbst wechseln zu können, ist insbesondere dann sinnvoll, wenn das Smartphone für mehrere Jahre im Einsatz bleiben soll. So fällt beim Austausch nicht gleich ein Werkstattbesuch an.

Moto G5: Fingerabdruck
Auf der Front sitzt ein Fingerabdrucksensor.

Zum Laden setzt Lenovo noch auf den alten Micro-USB-Stecker. In dieser Preisklasse ist das noch weit verbreitet, High-End-Geräte kommen inzwischen mit USB-Type-C. Zusätzlich gibt es eine 3,5-mm-Klinkenbuchse zum Anschluss von Headsets und Kopfhörern.

Mit zu den Ausstattungs-Highlights gehört der Fingerabdrucksensor. Er hat seinen Platz mittig unterm Display gefunden – genau wie beim G5 Plus. Optisch erinnert die nach unten eingelassene Sensorfläche an den Touch-ID-Sensor von Apple. Der Sensor erkennt aufgelegte Finger präzise und flott – und erfreulicherweise relativ unabhängig davon, wie man den Daumen auflegt.

Für schnellen Datenzugriff verfügt das Smartphone über Dual-Band-WLAN (802.11 a, b, g und n, aber nicht der neue ac-Standard). Über die weitere technische Ausstattung informiert die folgende Tabelle.

Moto G5: Display
Das Display hat eine Diagonale von 5 Zoll und löst auf mit Full-HD.

Die Anzeige misst 5 Zoll in der Diagonalen. Damit ist das Display um 0,2 Zoll kleiner als das des Moto G5 Plus. Das kommt vor allem denjenigen zugute, die nicht ganz so große Hände haben: So ist die Bedienung auch bequem mit nur einer Hand machbar. Der Größenunterschied ist auch im direkten Vergleich erst auf den zweiten Blick überhaupt sichtbar, während der Bedienung merkt man die kleinere Diagonale aber definitiv.

Beim Display hat das Moto G5 Plus ordentlich vorgelegt. Erfreulicherweise hat der Hersteller beim kleineren Bruder hier nicht zu sehr den Rotstift angelegt. Die Blickwinkel sind gut und mit denen des Moto G5 Plus vergleichbar. Von der Seite lassen sich Inhalte noch gut erkennen – der Kontrast geht aber zum Teil verloren. Apropos: Vor allem beim direkten Blick von oben fällt der vergleichsweise starke Kontrast auf.

Das Display löst Full-HD auf, also 1920 × 1080 Pixel. Daraus ergibt sich eine Pixeldichte in Höhe von 441 ppi (Pixel per Inch). Das reicht für eine gestochen scharfe Darstellung aus und ist dank des kleineren Displays sogar besser als beim großen Moto G5 Plus mit gleicher Auflösung.

Im direkten Sonnenschein reflektiert das Display leider sehr stark und ist eine Spur zu dunkel – die Ablesbarkeit leidet darunter.

Moto G5: Kamera
Anders als im Moto G5 Plus, sitzt die Kamera im Moto G5 im Gehäuse und ragt nicht heraus.

Die Hauptkamera des Moto G5 hat eine Auflösung von 13 Megapixeln. Die Blende ist mit f/2 zwar nicht so lichtstark wie beim Plus-Modell, die Bilder gelingen aber trotzdem überwiegend gut. Auch die Tiefenunschärfe, die uns beim großen Moto-Modell so gut gefallen hat, ist wieder vorhanden. Ob die Kamera-Software bei dem Effekt noch nachhilft, konnten wir im Rahmen unseres Tests nicht klären.

Unsere Testbilder entstanden alle bei schönsten Frühlingswetter. Aber auch bei schlechteren Lichtverhältnissen sind die Ergebnisse noch ausreichend gut. Natürlich ist der Qualitätsunterschied sofort sichtbar, aber im Vergleich zu anderen Smartphones aus diesem Preissegment sind wir positiv überrascht. Bei wirklich wenig Licht kommt die Kamera aber an ihre Grenzen. Dann verwackeln Aufnahmen schnell und Bildrauschen dominiert.

Der Phasenerkennungs-Autofokus funktioniert ausreichend schnell und zuverlässig. Mit dem überdurchschnittlich flotten und zuverlässigen Dual-Pixel-Autofokus vom Moto G5 Plus kann das kleinere Modell aber nicht ganz mithalten.

Damit kommen wir zum nächsten Punkt, wo ich das Moto-G5-Modell deutlich vom Moto G5 Plus unterscheidet: Die Videoaufnahmen entstehen maximal mit Full-HD-Auflösung (1920 × 1080) und nicht in 4K Ultra-HD.

Als letztes gilt es noch den Dual-Color-LED-Blitz zu erwähnen, beziehungsweise eben nicht: Das G5 hat im Gegensatz zum großen Bruder einen normalen LED-Blitz.

Die Rechenleistung liegt klar unter der des Moto G5 Plus. Eine ganz exakte Auswertung ist uns leider nicht möglich, da die Modelle für den europäischen Handel mit 2 GByte Arbeitsspeicher ausgestattet sind und unser Testmodell mit 3 GByte Speicher arbeitet. Im Antutu-Benchmark erreicht unser Testgerät eine Gesamtpunktzahl von 44.500. Im Vergleich, das um etwa 80 Euro teurere Moto G5 Plus schafft knapp 63.000 Punkten.

Teurere High-End-Geräte wie das Honor 8 Pro (Testbericht) liegen nochmal deutlich darüber und erreichen den dreifachen Wert. Antutu stuft die Gaming-Performance trotzdem als Mittelklasse ein. Die CPU-Performance reicht für den täglichen Bedarf aber durchaus aus. Lediglich bei aufwendigen Games fehlt die Rechenleistung und es kommt bei aufwändigen Apps gelegentlich zu leichten Rucklern und längeren Ladezeiten.

Moto G5: Akku
Der Akku des Moto G5 lässt sich austauschen.

Letztlich geht es aber nicht alleine um die Punkte aus dem Benchmark. Die Frage, die wirklich interessiert: Wie schnell starten Apps und wie flüssig ist die Bedienung? In diesem Punkt können wir beruhigen. Alles im grünen Bereich.

Der Akku mit 2800 mAh hält bei normaler Nutzung einen Tag durch, muss Abends aber auf jeden Fall ans Ladegerät.

Moto G5: Android
Auf dem Moto G5 läuft mit Android OS 7.0 Nougat.

Als Betriebssystem ist Android 7.0 mit der Bezeichnung Nougat vorinstalliert. Die Menge der vorhandenen Apps ist überschaubar, nervige Bloatware gibt es erfreulicherweise nicht. Neben den Standard-Apps fallen uns nur die Moto-App und eine Anwendung für Videotelefonie ins Auge. Die Moto-App ermöglicht es, einige Dinge per Handbewegung zu steuern. Eine Schüttelgeste schaltet beispielsweise die Taschenlampe ein, eine schnelle Drehbewegung aktiviert die Kamera. Gut gefällt uns auch, dass sich das Moto selbst auf lautlos stellt, wenn man es mit dem Display nach unten auf dem Tisch legt.

Lenovo hat wenig vorinstalliert und vermeidet so unnötigen Speicherverbrauch, was spätestens beim Modell mit 16 GByte Speicher auch sinnvoll ist. Auch häufig mitgelieferte Apps wie Facebook, Twitter oder Amazon fehlen gänzlich. Wer sie braucht, kann sie kostenlos aus dem Play Store ziehen. In diesem Fall ist weniger einfach mehr.

Das Moto G5 ist in Grau und Gold zu haben. Lenovo nennt die Farben Lunar Grey und Fine Gold. Hier findet Ihr die günstigsten Angebote für die goldende Version:

Das sind die aktuellen Preise und Angebote für das Moto G5 in Grau:

Nach dem sehr guten Abschneiden des Moto G5 Plus waren wir wirklich gespannt, ob das abgespeckte Moto G5 nur annähernd mithalten kann. Und die Antwort lautet ganz klar: ja – es hält mit. Es ist zwar ein Ideechen langsamer, die Ladezeiten waren aber nur minimal länger. Auch der Phasenerkennungs-Autofokus ist zwar nicht so turbo-schnell, wie der vom Moto G5 Plus, aber die Fotos können sich aber trotzdem sehen lassen.

Für Nicht-Spieler ist das Lenovo Moto G5 ganz sicher eine gute und vor allem fast 80 Euro günstigere Alternative zum G5 Plus – und dank des austauschbare Akku dürfte das Smartphone lange halten.

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