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Lenovo Moto G5 Plus im Test: tolle Qualität & guter Preis

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von und Philipp Sussmann  //  Twitter Google+

Das auf dem Mobile World Congress 2017 vorgestellte Moto G5 Plus von Lenovo ist jetzt verfügbar. Wir haben getestet, was Kamera, Verarbeitung & Co. taugen.

Das optische Erscheinungsbild des Moto G5 Plus ist erstmal unspektakulär. Es ist weder leuchtend Pink noch Giftgrün, es gibt keine außergewöhnliche Form oder ausgefallene Materialien. Aber das macht nichts. Denn beim zweiten Blick fällt uns sofort die erstklassige Verarbeitung ins Auge. Die Gehäuserückseite ist aus Metall gefertigt, die Ränder sind abgerundet. Es liegt gut in der Hand und fühlt sich richtig wertig an. Mittelklasse? Ja. Es sieht zwar nicht so aus, aber es kostet weit unter 300 Euro.

Und es geht positiv weiter. Das Gewicht passt gut zum Gerät. Weder hat man ein schweren Brocken, noch ein leichtes Spielzeug. Im Zweifelsfall wirkt es eher leicht als schwer. Erfreulicherweise leidet darunter nicht die Stabilität. Es knarrt und knirscht nichts, das Moto G5 Plus wirkt stabil und wie aus einem Guss. Die Knöpfe an der rechten Geräteseite passen perfekt ins Bild. Sie reagieren präzise und wackeln nicht. Der Ein- und Aus-Taster ist geriffelt, um ihn gut erspüren zu können.

Das Moto G5 Plus sieht toll aus und liegt gut in der Hand.

Auf der Rückseite sind Kameralinse samt Dual-Color-LED-Blitz mittig angebracht. Das Objektiv ist leider nicht bündig mit dem Gehäuse, sondern steht etwa einen Millimeter vor. Beim Tippen auf dem am Tisch liegenden Gerät kommt es dadurch leider zu Wacklern. Aufgrund der schieren Größe des Kameraelements sind die zwar nicht schlimm, fallen aber auf.

Unter der Haube des Moto G5 Plus gibt es zum ersten Mal einen Hinweis darauf, dass es sich hierbei wirklich um ein Mittelklasse-Smartphone handelt. Für Antrieb sorgt ein Snapdragon 625, während in Oberklasse-Geräten üblicherweise Snapdragons der 800er-Serie verbaut sind. Der Leistungsunterschied im Benchmark ist spürbar, aber dazu später mehr.

Zwar gibt es nur Micro-USB statt den neuen USB-Type C, aber dafür bringt das Lenovo-Smartphone noch eine Klinkenbuchse mit.

Dazu gibt es standesgemäße 3 GByte Arbeitsspeicher, ausreichende 32 GByte internen Speicher und einen microSDXC-Slot zur Erweiterung, der Karten mit einer Kapazität von bis zu 256 GByte aufnimmt. Dafür gibt es an der oberen Geräteseite eine Schublade mit Platz für zwei nanoSIM-Karten (Dual-SIM) auf der einen und einer Speicherkarte auf der anderen Seite.

Kein Hardware-Knopf: Der Fingerabdruck-Sensor dient nur zum Sperren und Entsperren, ist aber kein Home-Button.

Nicht selbstverständlich in dieser Preisklasse ist der Fingerabdrucksensor unterm Display. Er erinnert an den Touch-ID-Sensor der aktuellen iPhones. Obwohl er aussieht wie ein mechanischer Home-Button ist er keiner: Die Tasten werden virtuell im Bildschirm eingeblendet. Mit der richtigen Softwareeinstellung kann man das Moto G5 Plus aber dennoch per Fingertipp auf den Sensor ein- und wieder ausschalten, und zumindest mit dem passenden Fingerabdruck verhält sich das Smartphone dann auch intuitiv. Der Sensor funktioniert in der Praxis übrigens erfreulich gut und relativ unabhängig davon, wie man den Daumen auflegt.

Erwähnenswert ist außerdem Dual-Band-WLAN (802.11 a, b, g und n, nicht aber der neue ac-Standard) und NFC. Über die weitere technische Ausstattung informiert die folgende Tabelle.

Die Anzeige misst 5,2 Zoll in der Diagonalen. Das ist eine sehr angenehme Größe. Menschen mit größeren Händen können das Moto G5 Plus noch einhändig bedienen, aber die meisten werden wohl zwei Hände brauchen, um auch die oberen Elemente erreichen zu können.

Das Display ist kontrastark und zeigt kräftige Farben, könnte aber heller sein.

Obwohl es sich bei dem Bildschirm um ein LCD handelt, fällt auf den ersten Blick der starke Kontrast auf. Farben sehen dadurch toll aus. Auch die Blickwinkel sind gut, von der Seite lassen sich Inhalte noch gut erkennen – der Kontrast leidet aber. So, dass man den Unterschied schon mit bloßem Auge erkennt, wenn das Handy auf dem Tisch liegt. Mit unserem Messgerät haben wir einen Kontrast von knapp 1:1100 ermittelt – ein sehr guter Wert, aber wie gesagt: Das gilt nur beim direkten Blick von oben.

Die maximale Helligkeit liegt bei etwa 400 cd/m² . Das ist nicht schlecht, aber bei wirklich grellem Sonnenschein schon fast zu wenig. Zum Vergleich, das Galaxy S7 von Samsung (Testbericht) leuchtet etwa doppelt so hell. Zugegebenermaßen spielt es aber auch in einer anderen Preisklasse. Die Beleuchtung des Displays ist relativ gleichmäßig, fällt aber nach unten ab: Im unteren Bereich der Anzeige erreicht der Bildschirm noch 350 cd/m², das sind 12,5 Prozent weniger. Mit dem Auge erkennt man den Unterschied noch nicht.

Das Display löst Full-HD, also 1920 × 1080 Pixel auf. Daraus ergibt sich eine Pixeldichte in Höhe von 424 ppi (Pixel per Inch). Das reicht für eine gestochen scharfe Darstellung aus.

Die Hauptkamera des Moto G5 Plus hat eine Auflösung von 12 Megapixeln. Nur 12 Megapixel? Der Vorgänger, das Moto G4 Plus, hatte 16 Megapixel. Trotzdem ist die Kamera ein Upgrade. Von den Spezifikationen her (Pixelgröße 1,4 µm, Blende ƒ/1,7, Sensorgröße 1/2,5 Zoll) liest sich das Datenblatt wie das des deutlich teureren Galaxy S7 von Samsung – allerdings hat das einen optischen Bildstabilisator, auf den das Moto verzichten muss.

Das Kamera-Modul mit Dual-Blitz steht hinten über.

Die Kombination aus vergleichsweise großen Pixeln und der niedrigen Blendenzahl erlaubt Tiefenunschärfe. Den Effekt kennt man ansonsten vor allem von teuren Spiegelreflex-Kameras, aber auch von anderen Smartphones – meistens wird da aber per Software getrickst. Der Effekt sieht beispielsweise bei Portrait-Fotos wirklich klasse aus. Das Ergebnis erinnert mehr an das Ergebnis einer Profi-Kamera als an das einer Smartphone-Knipse. Ob die Software hier noch nachhilft, konnten wir im Rahmen unseres Tests aber nicht zweifelsfrei ausschließen.

Auch die Aufnahmen bei mäßigen Lichtverhältnissen sind noch überraschend gut. Natürlich verbringt das Moto G5 Plus keine Wunder – aber im Vergleich zu anderen Smartphones aus diesem Preissegment sind wir positiv überrascht. Bei wirklich wenig Licht reicht eine gute Optik alleine aber auch nicht mehr aus. Dann sehen auch die Bilder des Moto G5 Plus verrauscht und unscharf aus.

Der Dual-Pixel-Autofokus arbeitet schnell und zuverlässig und funktioniert nach demselben Prinzip wie der des Samsung Galaxy S8 und Galaxy S7. Es handelt sich dabei um eine Art Phasenvergleichs-Autofokus, wie ihn auch Spiegelreflexkameras einsetzen. Dabei wird die Entfernung zum Motiv bestimmt und der Fokus direkt eingestellt. Die meisten anderen Smartphones im Bereich bis 300 Euro nutzen den Kontrastautofokus – sie müssen einmal den kompletten Fokusbereich des Objektivs abfahren und suchen dabei den Punkt, an dem die meisten Bildbereiche scharf erscheinen.

Mit dem automatischen Weißabgleich hatte das Moto G5 Plus allerdings manchmal so seine Probleme.

Zumindest noch etwas besonderes bei Mittelklasse-Smartphones ist auch die Videofunktion. Das Moto nimmt 30 fps in 4K-Auflösung auf. Dabei fallen allerdings enorme Datenmengen an – wer viel in hoher Auflösung filmt, sollte gleich an eine passende Speicherkarte denken.

Als letztes gilt es noch den Dual-Color-LED-Blitz zu erwähnen. Er versucht, die Farbtemperatur des Blitzlichts an die Umgebung anzupassen. Das soll beispielsweise bleichgesichtige Fotos in schummrigen Bars verhindern.

Die Rechenleistung des Moto G5 Plus liegt klar im oberen Mittelklassebereich – zumindest, wenn es nach Zahlen geht. Im AnTuTu-Benchmark erreicht das Gerät eine ordentliche Gesamtpunktzahl von 63.000. Im Vergleich, das um etwa 100 Euro teurere HTC U Play (Testbericht) schafft mit knapp 50.000 Punkten etwas weniger, High-End-Geräte liegen aber deutlich darüber und schaffen fast den dreifachen Wert. Antutu stuft die Gaming-Performance als Mittelklasse ein. Die CPU-Performance liegt zwischen Mittelklasse und High-End.

Letztlich ist das aber nicht wirklich relevant. Die Frage, die sich stellt: Starten Apps ausreichend schnell und lässt sich das Moto G5 Plus ruckelfrei bedienen? Und das lässt sich ganz klar beantworten: Ja!

Der Akku mit 3000 mAh reicht bei normaler Nutzung mindestens den ganzen Tag. Ist die Zeit mal knapp und der Akku komplett leer, verspricht Lenovo eine Standby-Zeit von 6 Stunden nach 15 Minuten Laden im Turbo-Modus – das gilt aber nur, wenn der Akku vorher ganz leer war. Und 6 Stunden Stand-by sind nicht 6 Stunden benutzen, daher ist dieser Wert zwar beeindruckend, in der Praxis aber nicht sonderlich relevant.

Im Lieferumfang sind das Turbo-Netzteil und ein microUSB-Ladekabel enthalten, Kopfhörer gibt es aber nicht dazu.

Als Betriebssystem ist Android 7.0 mit der Bezeichnung Nougat vorinstalliert. Die Menge der vorhandenen Apps geht in Ordnung, nervige Bloatware gibt es nicht.

Neben den Standard-Apps fallen uns nur die Moto-App und eine eigene App für Videotelefonie ins Auge. Die Moto-App ermöglicht es, einige Dinge per Handbewegung zu steuern. Eine Geste schaltet beispielsweise die LED-Leuchte an (Taschenlampe), eine schnelle Drehbewegung aktiviert die Kamera. Gut gefällt uns auch, dass das Gerät stumm schaltet, wenn man es mit dem Bildschirm nach unten auf dem Tisch liegt.

Lenovo hat wenig vorinstalliert und vermeidet so unnötigen Speicherverbrauch und eine überladene Oberfläche. Auch die häufig mitgelieferten Apps wie Facebook, Twitter oder Amazon fehlen – gut so. Wer sie braucht, kann sie kostenlos aus dem Play Store ziehen. In dem Fall ist weniger einfach mehr.

Das Moto G5 Plus ist in Grau und Gold zu haben. Der Hersteller nennt die Farben Lunar Grey und Fine Gold. Hier findet Ihr die günstigsten Angebote in Grau:

Hier liegen Moto G5 Plus und Moto G5 nebeneinander – die Farben entsprechen aber denen der beiden G5-Plus-Modelle.

Hier findet Ihr die günstigsten Angebote für das Moto G5 Plus in Gold:

Das Moto G5 Plus gefällt uns gut. Wenn man es in die Hand nimmt, wirkt es mehr nach Ober- als nach Mittelklasse – ein tolles, unauffälliges Design, eine gute Verarbeitung und eine wertige Materialauswahl machen’s möglich.

Auch die inneren Werte überzeugen. Vor allem mit der Kamera kann das Lenovo-Smartphone punkten. Lediglich bei der reinen Rechenleistung merkt man einen Unterschied. Wer viel spielt, viele verschiedene Apps nutzt und häufig zwischen Anwendungen wechselt, merkt einen Unterschied zur Luxusklasse. Die Masse der normalen Anwender dürfte mit dem Moto G5 Plus aber mehr als glücklich werden.

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