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LG G6 im Test: Konkurrenz für das Galaxy S8?

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Das Samsung Galaxy S8 hatten wir schon im Test – jetzt folgt der wichtigste Konkurrent, das LG G6. Warum LG ebenfalls einen sehr guten Job gemacht hat und uns das G6 in manchen Bereichen sogar besser als das neue Samsung-Top-Modell gefällt, verraten wir Euch in unserem Testbericht

Quelle: Musik: „Inspirational Ambient“ von DanyVin (https://soundcloud.com/danyvin/inspirational-ambient)


Man merkt dem LG G6 gleich an, dass es sich um kein gewöhnliches Smartphone handelt. Es geht um viel. Es ist das neue Topmodell des koreanischen Unternehmens – dementsprechend haben die Designer versucht, dem Handy ein möglichst ansprechendes „Look & Feel“ zu verpassen. Die guten Nachricht: Das ist sehr gut gelungen. Mit seinem Metallrahmen und dem fast die ganze Front einnehmenden Display macht das das G6 zumindest optisch schon einiges her.

Die nicht abnehmbare Rückseite ist dem aktuellen Trend folgend (Samsung Galaxy S8 im Test, HTC U Ultra im Test) aus Glas und schmiegt sich angenehm in die Handfläche. Die Abmessungen von knapp 149 × 72 × 8 Millimeter tragen ihren Teil dazu bei, dass das G6 auch sehr gut einhändig zu bedienen ist. Das Smartphone ist übrigens nach IP68-Zertifizierung gegen Wasser und Staub geschützt.

Bild: Techstage Das LG G6 macht optisch und haptisch was her.

Was die Position und die Funktionsweise der Tasten angeht, hat LG einen super Job gemacht. Der auf der Rückseite mittig recht weit oben sitzende Fingerabdruckscanner ist gut zu ertasten und auszulösen, außerdem dient er auch als mechanischer Power-Button. So lässt sich das Gerät beispielsweise in einer Hand gehalten sowohl per Fingerabdruck einschalten als auch durch Drücken des Scanners ausschalten. Vor allem, wer sein Smartphone viel mit nur einer Hand benutzt und bedient, wird diese Möglichkeit des Ausschaltens lieben. Ein seitlich sitzender Button ist ja oft ohne zweite Hand nicht besonders komfortabel zu erreichen.

Auch den Lautstärketasten hat LG eine perfekte Position verpasst, zumindest wenn man das Handy meist in der linken Hand hält: Während des Telefonierens lässt sich die Lautstärke komfortabel mit den links sitzenden Buttons, die einen guten Druckpunkt haben, einstellen. Im Standby dienen sie per Doppelklick als Schnellzugriffstasten. „Leiser“ startet die Kamera, „Lauter“ die App QuickMemo+, die handschriftliches Notieren ermöglicht.

Wie es sich für ein High-End-Smartphone gehört, steckt im Inneren des LG G6 Technik vom Feinsten – wenn auch nicht ganz so auf der Höhe der Zeit wie beim Galaxy S8. Als Antrieb kommt ein Snapdragon-821-Chip von Qualcomm zum Einsatz, der Arbeitsspeicher ist 4 GByte groß. Das G6 gibt es nur in einer Speicherausführung: 32 GByte, die mittels microSD-Karten-Slot erweiterbar sind.

Bild: Techstage Der 32 GByte große Speicher ist per microSD-Karte erweiterbar.

Im mobilen Internet unterstützt das Smartphone laut Hersteller LTE der Kategorie 11 mit maximal 600 Mbit/s im Downstream, bei WLAN gibt es Dual-Band-Unterstützung nach 802.11a, b, g, n und ac. Zu den weiteren Spezifikationen gehören Bluetooth 4.2, GPS und NFC. Der Akku des LG G6 hat eine Kapazität von 3300 mAh und unterstützt die Schnelladetechnologie Quick Charge 3.0, mit der in 35 Minuten bis zu 50 Prozent frische Akkuladung drin ist. Beim Aufladen und beim Datenaustausch setzt LG beim G6 auf den USB-Typ-C-Standard.

Ähnlich wie bei Samsungs Galaxy S8 besteht auch beim G6 die Front auf den ersten Blick fast nur aus Display. Der Bildschirm misst 5,7 Zoll in der Diagonalen und löst 2880 × 1440 Pixel auf. Da LG auf ein 18:9-Format setzt, ist das Gerät trotz des eigentlich eher großen Displays noch recht kompakt. Inhalte zeigen sich bei solch höher Auflösung natürlich gestochen scharf, die Farbdarstellung gefällt uns gut. Wie auch bei einigen anderen Smartphones von LG holt man das G6 per Doppeltap auf den Bildschirm aus dem Standby, eingeschaltet schickt man es so auch wieder schlafen. Die Koreaner nennen das Knock-on. Weiterhin kann das Handy auf Wunsch Uhrzeit und Benachrichtigungen auch bei ausgeschaltetem Bildschirm anzeigen.

Bild: Techstage Der Trend geht zu möglichst viel Display und möglichst wenig Rahmen, was LG mit dem G6 sehr gut umsetzt.

In Sachen Kameras hat das G6 einiges zu bieten. Auf der Rückseite sitzt neben einer Weitwinkel-Knipse mit einem Radius von 125 Grad und f/2.4-Blende noch eine Kamera mit 71 Grad und f/1.8-Blende. Letztere kommt mit optischer und elektronischer Bildstabilisierung. Die Auflösung beider Kameras ist 13 Megapixel. Beim Knipsen wählt man einfach das gewünschte Objektiv, je nach Einsatzzweck und Anforderungen. Die Frontcam löst 5 Megapixel auf, hat eine f/2.2-Blende und neben einem Standardperspektiven-Radius von 82 Grad auch wahlweise Weitwinkel drauf: Hier sind es 100 Grad.

Bild: Techstage Neben einer "normalen" Kamera hat das LG G6 auf der Rückseite noch eine Weiwinkel-Knipse sitzen.

Fotos mit dem G6 zu schießen und dabei zwischen Standard- und Weitwinkel wechseln zu können, macht Laune. Das wäre natürlich nicht der Fall, könnte nicht auch die Qualität überzeugen. Nicht nur bei guten Lichtverhältnissen gelingen im Auto-Modus sehr gute Bilder, auch unter Low-Light-Bedingungen kann man sich auf die Kameras des LG G6 verlassen. Auch die Qualität von mit dem Handy gemachten Videos konnte uns überzeugen, hier beträgt die maximale Auflösung UHD.

Natürlich gibt es beim LG G6 in der Kamera-App auch einen manuellen Experten-Modus für Weißabgleich, ISO & Co., außerdem noch einen ganz witzigen Quadrat-Modus. In diesem sieht man in der Standardeinstellung innerhalb der noch offenen Kamera-App das gerade geschossene Bild und kann es beispielsweise direkt löschen. Mit den Optionen Doppelfoto, Vorlagenaufnahmen und Fotogitter lassen sich hingegen ganz spaßige Effekte realisieren.

Das LG G6 bietet eine Top-Leistung. CPU und RAM sorgen für ein flüssiges und schnelles System ohne jegliche Hänger, dass natürlich auch für die aktuellsten grafisch anspruchsvollen Games geeignet ist. Im AnTuTu-Benchmark kommt das G6 auf 156652 Punkte, damit liegt es zwar hinter dem Galaxy S8 und dem iPhone 7, hat aber einen Platz auf den vordersten Rängen. In der Praxis wird man zwischen diesen Geräten allerdings auch keinen Unterschied wahrnehmen. Der Fingerabdruckscanner legt ebenfalls eine gute Performance an den Tag: Er reagiert zuverlässig und schnell.

In Sachen Akkulaufzeit ist das G6 zwar kein Überflieger, selbst als Heavy User kommt man aber in der Regel über den Tag. Nutzt man das Smartphone jedoch neben Telefonieren, Surfen, Chatten & Co. auch ausgiebig zum Fotografieren, muss das Gerät auch schon mal früher wieder ans Ladegerät. Per Quickcharge 3.0 geht das Aufladen aber zumindest sehr zügig.

Bild: Techstage Wie üblich ist die Optik des User Interfaces Geschmackssache.

Auf dem LG G6 läuft Android 7 inklusive Googles Assistant, der durch lange Drücken des On-Screen-Home-Buttons aktiviert wird. Wie bei den meisten Herstellern üblich verpasst LG dem Gerät eine optisch veränderte Benutzeroberfläche. Diese hat ein zwei nützliche Software-Features zu bieten. Beispielsweise ist es möglich die Reihenfolge der Bedientasten zu ändern und diese mit einem Schnellzugriff auf beispielsweise die Notizapp QuickMemo+ zu erweitern. Der Smart Doctor hingegen ist eine im System integrierte App, die Speicher & Arbeitsspeicher im Blick behält und dabei hilft, das Telefon zu optimieren. Wer mit der von LG vorgegebenen Optik nichts anfangen kann, der hat natürlich unter Android die Möglichkeit den Launcher seiner Wahl zu installieren.

Das LG G6 ist ein feines Stück Smartphone-Technik, dass sich nicht hinter der High-End-Konkurrenz wie beispielsweise dem Galaxy S8 verstecken muss. Zwar dürfte der Akku gerne etwas ergiebiger sein, dafür hat das Telefon klasse Kameras mit tollen Weitwinkel-Features, macht in Sachen Performance eine sehr gute Figur und weiß optisch und haptisch zu gefallen. Für mich persönlich ist der Fingerabdruckscanner mit integriertem Powerbutton außerdem noch ein großes Plus am Handy.

Kaufberatung:
Die beste microSD-Karte für Android-Smartphones

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