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Kunststoff statt Metall: HTC One (E8) im Test

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HTCs Flaggschiff, das One (M8), wirkt durch sein Metallgehäuse, das große Display und die beiden Kameras auf der Rückseite sehr hochwertig und modern. Was würde passieren, wenn man zwei der Hauptmerkmale wegnimmt? Genau das hat HTC mit dem One (E8) getan. Das Unibody-Metallgehäuse und die Ultrapixel Kamera wurden durch Kunststoff und eine herkömmliche 13-Megapixel Kamera ersetzt.

Das HTC One (E8) ist in Deutschland nicht erhältlich mittlerweile erhältlich, wurde von vielen aber als das „bessere Flaggschiff“ betitelt. Das liegt vor allem an der Kamera, die mit 13 Megapixeln deutlich höher auflöst als der 4-Ultrapixel-Sensor des hierzulande erhältlichen M8. Grund genug, das Modell deswegen trotzdem unter die Lupe zu nehmen.

Dieses Bild zeigt die größten Unterschiede: Eine Kamera statt zwei und ein Gehäuse aus Kunststoff statt Metall.

In dem folgenden Test gehen wir vor allem auf die Merkmale ein, die das One zum E8 machen.

Das Design lässt sich in eigentlich sehr einfach und schnell beschreiben. Das E8 sieht aus wie ein M8 aus Kunststoff. Die Front wirkt komplett identisch und ist kaum von dem Schwestermodell zu unterscheiden. Trotz glatter Rückseite liegt das Gerät erstaunlich gut in der Hand, was vor allem der abgerundeten Form zu verdanken ist. Die beiden Boomsound Stereo-Lautsprecher machen das Gerät sehr lang, was uns schon bei den beiden uns bekannten One-Modellen M7 und M8 negativ aufgefallen ist. Vorteil des Plastik-Gehäuses: Das E8 ist um einiges leichter als das M8.

Eine Sache stört uns aber an dem Design: Während die Rückseite unseres Testgeräts glänzend weiß ist, ist die Front silber/grau mit einem Aluminium-Look. Das sieht einfach nicht schön aus, denn das Smartphone wird dadurch optisch in mehrere Abschnitte unterteilt. Neben der weißen Rückseite und der schwarzen Glasfront sind die silbernen Elemente eine Farbe zu viel. An dieser Stelle muss aber auch gesagt werden, dass dies nur bei der weißen Variante der Fall ist – bei den anderen Farbvarianten gibt es jeweils nur einen Farbton. Die Tasten zur Lautstärkeregulierung sind etwas versteckt und nur schwer erfühlbar. Für die An-/Aus-Taste gilt: Die Position (mittit auf der oberen Seite) ist schlecht gewählt.

Als Software-Basis dient Android in der Version 4.4.2 alias KitKat. Darüber liegt die bereits bekannte Sense-Benutzeroberfläche von HTC mit der Versionsnummer 6.0.

Die Software ist, wie wir es von HTC kennen, optisch ansprechend und wirkt trotz des großen Funktionsumfangs nicht überladen. Auf der ersten Seite gibt es den Blinkfeed – ein Nachrichtenüberblick für verschiedene, auswählbare Dienste und Themen. Er kann sehr cool sein, wenn man mal kurz was lesen möchte. Wer das anders sieht, kann diese Übersicht einfach abschalten und Android wie gewohnt nutzen. Da es sich bei dem One (E8) um ein ausländisches Gerät handelt, haben wir auf unserem Gerät einige vorinstallierte Applikationen für den asiatischen Raum vorgefunden, ansonsten gibt es aber nicht viel mehr zum Thema Software zu sagen: Sense ist gut und ausgereift.

Für eine ausreichende Performance sorgt ein Qualcomm Snapdragon 801 mit vier Rechenkernen und einer maximalen Taktrate von 2,46 Ghz. Der Arbeitsspeicher ist 2 GByte groß. Zwar ist die maximale CPU-Frequenz etwas höher als beim M8, aber davon merkt man in der Praxis nichts. Nur in Benchmarks sieht man die Mehrleistung. Das One (E8) braucht sich, was die Geschwindigkeit angeht, vor keinem anderen Android-Flaggschiff zu verstecken. Ladezeiten gibt es selten, Applikationen starten rasch und der Browser rendert Webseiten innerhalb kürzester Zeit.

Einen Fernseher kann man mit diesem Smartphone übrigens nicht bedienen. Im Gegensatz zu seinem großen Bruder fehlt ihm die Infrarot-LED.

Auch zum Display gibt es nicht viel zu sagen. Hier kommt dasselbe, wundervolle Panel zum Einsatz, dass auch im M8 verbaut wurde. Die Anzeige ist 5,0 Zoll groß und löst 1920 × 1080 Pixel auf, die Pixeldichte beträgt 441 ppi.

Die Farbwiedergabe ist sehr gut, eher kalt als warm, und das Display ist verdammt scharf und hell. Das Schwarz ist alledings LCD-typisch nicht so dunkel wie bei einem AMOLED Panel, dafür ist die Lesbarkeit im Freien besser.

Statt der beiden Kameras auf der Rückseite findet man auf der Rückseite des E8 nur eine Linse. Auch eine zweite LED sucht man vergebens. Ist das schlecht? Nein, nicht unbedingt. Die Kamera löst nämlich mit 13 Megapixeln deutlich höher auf als die 4-Ultrapixel-Version des M8. Aufgrund der fehlenden zweiten Linse muss man natürlich auf einige Funktionen verzichten – etwa auf die Möglichkeit, den Fokuspunkt nachträglich zu verändern. Dafür funktioniert der Rest tadellos: HDR, Zoes und Videoaufnahmen machen keine Probleme.

Die 13-Megapixel-Kamera schießt viel schärfere Bilder als die Ultrapixel Kamera. Desweiteren wirken Farben wahrheitsgetreuer. Überraschenderweise ist auch der Fokus schnell gesetzt – genau hier sollte doch eigentlich die Ultrapixel-Kamera deutliche Vorteile zeigen. Bemängeln muss man allerdings die Klarheit der Fotos. Mit dem E8 festgehaltene Momente wirken etwas matter, als sie in Wahrheit sind. Das macht sich vor allem in Gebäuden und bei schlechten Lichtverhältnissen bemerkbar. Die Frontkamera ist nicht so gut wie die des metallenen Bruders, da sie nicht so weitwinklig ist. Anständige Selfies und Videotelefonate kriegt man aber auch mit der „normalen“ 5-Megapixel-Frontkamera sehr gut hin.

Um es kurz festzuhalten: Das E8 hat zwar die leicht schwächere Frontkamera, dafür aber eine bessere primäre Kamera. Sie hat allerdings leichte Schwächen mit dem Licht und einen eingeschränkten Funktionsumfang. Die kleine Foto-LED hilft übrigens kaum – der Dual-Blitz des M8 ist deutlich besser.

Wie wir es von mittlerweile so einigen HTC Smartphones kennen, setzt HTC auch beim E8 auf BoomSound-Lautsprecher. Es gibt also jeweils einen Lautsprecher ober- und unterhalb des Displays, die einen sehr starken und satten Klang haben. Die BoomSound-Lautsprecher von HTC gehören definitiv zu den besten Handylautsprechern überhaupt – das haben schon das M8 und das Desire 816 bewiesen.

Der Akku im One (E8) ist 2.600mAh stark und trotz Kunststoff-Gehäuse nicht austauschbar. Die Akkulaufzeit ist identisch mit der des M8. Bei moderater Nutzung kamen wir im Test auf gute 1,5 bis 2 Tage. Praktisch ist der softwareseitige Energiesparmodus, der zwar den Funktionsumfang des Smartphones einschränkt, dafür aber aus den letzten verbliebenen Prozenten der Akkuladung noch einige Stunden herauskitzeln kann.

Ist das E8 denn unterm Strich das bessere Modell? Nein. Müssten wir uns entscheiden, würden wir weiterhin zum M8 greifen. Das liegt wirklich primär an dem Gehäuse aus Aluminium. Es fühlt sich im direkten Vergleich fast schon billig an, wenn man statt des kalten Metalls ein glattes und glänzendes Smartphone aus Kunststoff in der Hand hält. Die Preisfrage stellt sich hier nicht. Das E8 ist in Asien zwar günstiger als das M8 hier, das hat aber weitaus mehr Gründe, als Material, Kamera und so weiter. Es ist aber wirklich einfach eine Sache des Geschmacks: Will man Metall und Ultrapixel oder eine 13-Megapixel-Kamera und ein leichteres Gehäuse aus Kunststoff?

Das HTC One (E8) ist in Deutschland ab sofort bei den MSH-Töchtern Media Markt und Saturn sowie bei dem Anbieter mobilcom debitel zu einer UVP von 399 Euro erhältlich.

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