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JXD 509W: günstige FPV-Drohne im Test

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Schon ab 50 Euro bekommt man mit der JXD 509W aka Pioneer Ufo einen Multicopter mit Kamera und somit auch First-Person-View während der Steuerung des Fluggerätes. Da stellt sich natürlich die Frage, ob dieses Feature bei einem solch günstigen Preis etwas taugt. Dem sind wir in unserem Test nachgegangen und verraten Euch, ob sich der Kauf für Einsteiger oder auch Fortgeschrittene lohnt.

Die JXD 509W wirkt optisch nicht wie eine Billig-Drohne, die man schon ab 50 Euro bekommt: Der schwarze Kunststoff hinterlässt einen verhältnismäßig wertigen Eindruck, allerdings wirkt das Fluggerät beim Halten in der Hand nicht besonders robust. Einige Abstürze während der Testphase hat das Gadget allerdings ohne Schäden überstanden.

Auf der Unterseite ist die Kamera angebracht, außerdem befindet sich dort ein Ein/Aus-Schalter. Das Akkufach wird mit einem Deckel hinten verschlossen. Mit einer Ladung sind maximal 10 Minuten Flugzeit drin, bei Nutzung der Kamera zwischen 5 und 7 Minuten.

Die Fernbedienung hat die üblichen Steuerknüppel – links Schub und drehen und rechts nach vorn, hinten, links und rechts steuern – inklusive Trim-Buttons zum Feinjustieren (Mode 2). Mit der linken Schultertaste lässt sich die Geschwindigkeit in drei Stufen ändern, mit der rechten lassen sich 360-Grad-Flips initiieren. Mit Buttons links und rechts auf der Steuereinheit lassen sich die unterhalb der Rotorblätter sitzenden LEDs ausschalten, Fotos und Videos schießen, außerdem der Motor starten. Zu den beiden Features "Headless Mode" und "A Key Return" in Kürze mehr.

Anders wie in Produktbeschreibungen mancher Shops zu lesen hebt die JXD 509W nicht nach Drücken des Start/Stop-Buttons ab oder landet – der Knopf dient lediglich dazu, die Rotoren einzuschalten. Der "Headless Mode", die Möglichkeit das Fluggerät jederzeit aus Pilotensicht zu steuern, funktioniert so gut wie bei den meisten günstigen Drohnen, die ich bislang in den Fingern hatte: nicht wirklich gut und verwirrt mehr als die normale Steuerung. Auch das "A Key Return"-Feature verspricht mehr als es hält: Dass die Drohne nach Betätigen des Buttons zum Steuermann zurückkehrt, hat im Test meistens schlicht gar nicht funktioniert.

Was das prinzipielle Flugverhalten angeht, weiß der Quadrocopter aber zu gefallen. Eine gewisse Trägheit – vor allem was den Schub angeht – führt dazu, dass er sich sehr präzise navigieren lässt und nicht etwa unkontrolliert beim Gas geben oder zurücknehmen nach oben oder unten abhaut. Die Geschwindigkeit auf 100 Prozent geht die Kiste aber auch bei Bedarf ganz gut ab.

Um das First-Person-View-Feature zu nutzen, ist eine entsprechende App auf Android- oder iOS-Handy nötig, außerdem muss das Smartphone mit dem WLAN-Netzwerk, dass die Drohne aufbaut, verbunden werden. Das Telefon wird per Halterung an der Fernbedienung des Quadrocopters befestigt. Die Verbindung zwischen Handy und Drohne zeigte sich im Test als recht stabil, die App hingegen stürzte immer mal wieder beim Aufnehmen von Videos ab. Zum Knipsen und Filmen gibt es spezielle Buttons auf der Steuereinheit, aber auch innerhalb der App am oberen Rand des Sichtfelds.

Bei Amazon bekommt man die JXD 509W ab ca. 80 Euro, in Chinashops – teils auch mit Versand aus Deutschland ohne eventuelle zusätzliche Zollkosten – schon ab 50 Euro. Dass man bei diesem Preis keine Kino-Qualitäten erwarten darf, ist klar – aber zumindest ein ansatzweise ansehnliches Bild wäre ja wünschenswert. Das zu bringen ist die laut Produktbeschreibung 720p-Kamera aber leider nicht imstande. Aufgenommen Bilder und Videos wirken, als hätte man sie mit einem der ersten Kamera-Handys oder einer Kartoffel gemacht.

Einige der versprochenen Features der JXD 509W funktionieren schlecht bis gar nicht, die Qualität der Kamera ist gelinde gesagt unterirdisch. Trotzdem bleibt unterm Strich beim Preis von ab 50 Euro eine Drohne, die es Spaß macht, zu fliegen. Im Vergleich zu den meisten sogenannten Einsteiger-Drohnen dürfte das Flugverhalten vor allem Neulingen den Start erleichtern: Statt schon bei leichtem Bewegen der Steuersticks schlecht kontrollierbar in die jeweilige Richtung abzuhauen, zeigt sich die JXD 509W bei der Steuerung – vor allem in den beiden unteren Geschwindigkeitsstufen – recht gemächlich und so auch recht einfach zu handeln. Wer eine halbwegs gescheite First-Person-View-Drohne sucht, der wird mit dem Gadget allerdings nicht glücklich und sollte dann doch lieber etwas mehr Geld in die Hand nehmen.

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