TechStage
Suche

Ein Angebot von

Inkcase i7 Oaxis: iPhone-Case mit E-Paper-Bildschirm

0
von  // 

iPhone-Hüllen gibt es in unzähligen Designs, Materialien und Farben. Einige davon haben neben der reinen Schutzfunktion auch noch eine Zusatz-Funktion wie einen eingebauten Akku. Ein besonderer Kandidat unter diesen Hüllen ist das Inkcase von Oaxis. Es hat auf der Rückseite ein E-Paper-Display, wie es auch bei E-Book-Readern wie dem Amazon Kindle zum Einsatz kommt. Es ist ein Graustufen-Display, das extrem stromsparend arbeitet: Letztlich braucht so ein Bildschirm nur dann Strom, wenn das dargestellte Bild wechselt.

Dank Inkcase lohnt jetzt auch ein Blick auf die Rückseite des iPhones.

Für Android Nutzer gibt es ein Smartphone mit zusätzlich integriertem E-Paper-Display; das Yotaphone.

Gleich vorweg: Das Inkcase mit der Modellbezeichnung i7 passt erfreulicherweise auch auf mein älteres iPhone 6s.

Das Case umschließt das iPhone absolut fest und lässt sich nur mit viel Mühe wieder entfernen. Da die Seitenränder über den Bildschirm des iPhones hinausgehen, ist auch der Bildschirm des iPhones vernünftig vor Kratzern geschützt, wenn es auf dem Tisch liegt. Lautstärke- und Power-Tasten sind ebenfalls durch das Inkcase geschützt, lassen sich aber gut bedienen. Ein wenig unpraktisch finden wir, dass der Mute-Schalter ohne lange Fingernägel nur noch schwer erreichbar ist.

Leider kommt man nur noch schwer an den Mute-Schalter.

Insgesamt wirkt die Hülle relativ klobig, was neben den Abmessungen auch am Gewicht liegt. Das wiederum hat aber auch seinen Grund: Schließlich sind auf der Rückseite E-Paper-Display und Akku verbaut.

Auf der Unterseite befinden sich mittig die magnetischen Ladekontakte für das USB-Ladekabel. Praktisch ist diese magnetische Buchse schon, allerdings hätten wir uns lieber einen Micro-USB-Anschluss zum Aufladen gewünscht. So hat man das nächste Spezialkabel herumfliegen und muss im schlimmsten Fall teuren Ersatz bestellen. Auf der Rückseite finden sich der 4,3 Zoll große E-Paper-Bildschirm samt der vier Bedienknöpfe. Die Auflösung beträgt 480 × 800 Pixel und reicht aus, um Texte vernünftig darzustellen. Bei Fotos wird das ganze etwas pixelig, sieht aber noch gut aus. Nur halt Schwarz-Weiß.

Das Inkcase i7 hat zwei Hauptfunktionen: den Schutz des iPhones und den Betrieb des E-Ink-Displays.

Die Schutzfunktion kann ich nach einigen Tagen im intensiven Test bestätigen. Meine Kinder haben das iPhone mehrmals auf den Fliesenboden geschmissen. Weder das Case noch das Smartphone haben dabei etwas abbekommen.

Internet-Artikel unterwegs lesen geht auch ohne den Akku des iPhones zu belasten.

Die Zusatzfunktion gefällt uns aber weit mehr als die reine Schutzfunktion. Dank des Schwarz-Weiß-Bildschirms ist es möglich, ständig ein anderes Foto auf der Hülle zu tragen. Zusätzlich können wir E-Books oder beliebige Artikel aus dem Internet unterwegs lesen, ohne dabei den Akku des Smartphones zu belasten. Zudem ist das E-Paper-Display angenehmer abzulesen.

Auch bei Sonneneinstrahlung ist das E-Paper-Display gut ablesbar. Eine Hintergrundbeleuchtung ist allerdings nicht verbaut, sodass Lesen in der Dunkelheit leider komplett flach fällt.

Um E-Books, Fotos oder Texte aus dem Internet auf das Inkcase zu laden, wird die Hülle per Blutooth gekoppelt und mittels der Inkcase-App mit Daten gefüttert. Die App selbst ist recht einfach gestaltet und leider nur mangelhaft übersetzt. Ein Beispiel: Unter dem Menüpunkt Fotos kann man Fotos aussuchen, zuschneiden und als Schwarz-Weiß-Bild abspeichern. Um das Bild dann an die Hülle zu senden, tippt man das Foto nochmals an und wählt dann den Menüpunkt An Inkcase gesendet. Schade, wenn an der Übersetzung so sehr gespart wird – das geht besser.

Fotos der Familie machen sich gut auf der iPhone-Hülle.

Davon abgesehen ist die Bedienung aber relativ simpel. Es gibt unter den Einstellungen eine automatische Ausschaltfunktion, welche nicht den Bildschirm selbst, sondern nur dessen Bedienung deaktiviert. Zusätzlich kann der Nutzer ein Hintergrundbild wählen, das immer dann auf dem Case auftaucht, wenn man es nicht verwendet.

Unter dem Menüpunkt Widget ruft man Daten aus der Erinnerungs-App und dem Kalender ab und sendet diese an die Hülle. Zusammen mit Datum, Uhrzeit und Wettervorhersage werden diese Daten dann als Übersicht auf dem Case dargestellt.

Texte im txt-Format stehen im Untermenü Reader für den Upload auf das Inkcase bereit. E-Books müssen also erst einmal ins txt-Format. Das funktioniert bei ungeschützten Dateien problemlos online und gratis, Nutzer von E-Books mit Kopierschutz kommen hier aber an die Grenzen.

Als wirklich praktisch empfanden wir die Funktion Später lesen. Sie setzt die plattformübergreifende Software Pocket voraus, die man nicht nur auf dem iPhone, sondern auch auf dem PC oder Mac installieren kann. Nach erfolgreicher Installation und Anmeldung reicht ein Klick in die Symbolleiste des Browsers und ganze Internetseiten landen als Text auf unserem iPhone – beziehungsweise auf dessen Rückseite. Diese Texte wählt man in der App aus und sendet sie an die Hülle. So lassen sich Internetseiten auch unterwegs lesen, ohne mobile Daten zu nutzen oder den iPhone-Akku zu belasten.

Zum Weiterblättern in E-Books oder zur Auswahl eines anderen Fotos kommen die Bedienknöpfe auf dem Inkcase zum Einsatz. Es gibt eine Powertaste, eine Vor-, eine Zurück- und eine Bestätigungs-Taste. Um zwischen den Funktionen Reader, später Lesen, Übersicht (Widget) oder Fotos hin und her zu wechseln genügt ein Doppelklick auf die Taste.

Die Bedienung ist einfach und erfolgt mittels der App und den Tasten auf der Hülle.

Das Inkcase gefällt uns richtig gut und kommt auch bei Nicht-Technik-Freaks gut an. Der Akku vom Inkcase hält aufgrund der verwendeten Technik auch bei häufiger Nutzung mindestens eine Woche durch. Der Hersteller gibt sogar an, dass der Akku bei seltener Benutzung mehrere Monate durchhält. Ob das tatsächlich stimmt, können wir derzeit noch nicht bestätigen – aber er reicht.

Der Schutz des iPhones ist mit der Hülle auf jeden Fall gegeben. Und der Zusatznutzen des zweiten Bildschirms ist enorm, wenn man ihn nicht nur als Bilderrahmen einsetzt. Für etwa 120 Euro ist die Hülle zu teuer, um nur mal eben ein Foto auf die Rückseite des iPhones zu zaubern. Die Funktionen Später Lesen und der E-Book-Reader bieten aber einen echten Mehrwert und rechtfertigen den Preis.

Einzig das Spezial-Ladekabel, die Qualität der Übersetzung in der App und die Tatsache, dass es die Hülle nicht auch für andere Smartphones gibt, trüben das insgesamt sehr positive Gesamtbild.

Ein Micro-USB-Kabel zum Laden hätte uns besser gefallen.

Einloggen, um Kommentare zu schreiben

Anzeige