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Honor 5X im Test: solide Mittelklasse aus Metall

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Die Ausstattung des Honor 5X ist ordentlich, und auch Materialauswahl und Verarbeitung sind hochwertiger als es der Preis von 230 Euro vermuten lässt. Einen Schwachpunkt hat das Handy jedoch, wie der Test zeigt.

Honor 5X – so schlägt sich das Smartphone im Test (Video)


Honor liefert das 5X in einem knalligen, türkis-minzgrünen Karton aus. Unter dem Deckel geht es dann aber weniger Farbenfroh zu – das 5,5-Zoll-Smartphone ist in den Farben Gold, Silber und Grau erhältlich. Bei unserem Testgerät handelt es sich um die graue Version, die sicherlich die dezenteste Option darstellt.

Das 8,2 Millimeter dicke Gerät sieht ähnlich schick aus wie die Mate-Reihe von Huawei, fasst sich aber nicht ganz so hochwertig an. Das mag einerseits am mit 158 Gramm vergleichsweise geringeren Gewicht liegen, andererseits macht das Material auf der Rückseite einen etwas dünneren Eindruck. Rein optisch ist die Verwandschaft aber auf den ersten Blick zu erkennen.

Sämtliche mechanischen Bedienelemente – nämlich Ein/Aus-Taster sowie Wippe zur Lautstärkeregelung – sitzen auf der rechten Gehäuseseite und sind gut zu bedienen. Auf der Oberseite des Geräts befindet sich die 3,5-Millimeter-Klinkenbuchse, unten gibt es einen Micro-USB-Port zum Aufladen des Akkus und zum Übertragen von Daten.

Auf der rechten Gehäuseseite sitzen die Tasten für Ein/Aus und zum Regeln der Lautstärke.
Anstelle der Schutzfolie über dem Display wäre ein gehärtetes Glas schöner gewesen.

Etwas störend finde ich allerdings die Schutzfolie auf der Vorderseite, die sich mit einem Einschnitt rund um Ohrmuschel und Frontkamera deutlich bemerkbar macht. Man kann die Folie zwar abziehen, doch dann wird das Gerät vermutlich schnell verkratzen – Gorilla Glass oder ein derartiges, gehärtetes Glas gibt’s hier nämlich nicht.

Unter der Folie steckt ein 5,5-Zoll-Display mit Full-HD-Auflösung, das es auf 401 ppi bringt. Die diversen QHD-Smartphones bieten zwar eine höhere Pixeldichte, aber ich vermisse zumindest keine Schärfe. Darüber hinaus ist die vollständig laminierte IPS-Anzeige erfreulich blickwinkelstabil und farbenfroh.

Oberhalb des Bildschirms gibt es eine 5-Megapixel-Kamera mit F2.4-Blende und 22 Millimetern Brennweite im Kleinbildäquivalent, was einen großen Bildwinkel von fast 90 Grad ergibt und damit für Selfies sehr hilfreich ist. Die Knipse auf der Rückseite löst 13 Megapixel auf und bietet F2.0 und 28 Millimeter Brennweite. Das Objektiv hat außerdem eine erfreulich geringe Naheinstellgrenze, was für Makrofotos gut ist. Für Fotos im Dunkeln ist ein Single-LED-Blitz an Bord, einen optischen Bildstabilisator gibt’s nicht.

Wie die allermeisten Smartphones liefert das Honor 5X bei Tageslicht recht schöne Fotos ab. Die JPEG-Kompression ist nicht allzu aggressiv eingestellt, was auch feine Details wie beispielsweise das Geäst von Bäumen gut erhält. Allerdings wirken sehr detailreiche Fotos teilweise jedoch etwas überschärft.

Bei mittelprächtigen Lichtverhältnissen – etwa in geschlossenen Räumen unter Kunstlicht, also Empfindlichkeiten ab ISO 400 – bringt die Kamera allerdings ein merkliches Rauschen aufs Bild. Schade ist auch, dass gelbe und grüne Farbflecken auf den Fotos auftauchen, die auf eine mangelhafte Signalverarbeitung im Rot- und Blaukanal zurückzuführen sind. Grundsätzlich geht die Farbwiedergabe aber immer noch in Ordnung, was den negativen Einfluss auf die Bildqualität in Grenzen hält.

Bei spärlicher Beleuchtung geraten die Aufnahmen dann stark verrauscht, und die Farbwiedergabe leidet deutlich. Das ist für ein Smartphone allerdings nichts ungewöhnliches – die Bildsensoren sind schlicht zu klein, um in solchen Situationen noch ausreichend Licht einfangen zu können.

Die Videoqualität des Honor 5X kann leider nicht überzeugen. Zunächst einmal empfehlen wir jedem frischgebackenen 5X-Nutzer, die Qualitätseinstellung unbedingt vom Werkszustand 720p auf das Maximum 1080p umzustellen. Mit 720p-Auflösung geraten die Clips auch bei Tageslicht grausig. Die Umstellung auf 1080p verbessert immerhin die Detailwiedergabe signifikant.

Jedoch weisen auch hier die Videos einen sehr niedrigen Dynamikumfang auf und wirken, als hätte man den Kontrast nachträglich nach oben gedreht. Bei schlechten Lichtverhältnissen taucht ein starkes und deutlich flimmerndes Bildrauschen auf den Clips auf. Die LED des Honor 5X hat im Videobetrieb eine Reichweite von bestenfalls zwei Metern.

Die Farbwiedergabe gelingt auch bei den Videoaufnahmen gut. Mit Rolling-Shutter-Effekten hat das Honor 5X erfreulicherweise nicht zu kämpfen. Weißabgleichs- und Belichtungsanpassung klappen zuverlässig, wenn sich während des Filmens das Motiv ändert, beim Fokus muss der Nutzer allerdings häufig nachhelfen. Es ist aber auch positiv, dass das 5X nicht selbstständig wild herumfokussiert.

Die Tonqualität fällt erfreulich gut und bassreich aus, wenngleich das Mikrofon den Ton von allen Seiten recht stark einfängt – so hört man in ruhigen Umgebungen beispielsweise gerne einmal ein deutliches Schnaufen vom Nutzer. Und auch gegenüber Wind ist das Mikrofon ziemlich empfindlich.

Ein nettes Feature ist dann schließlich noch die Zeitraffer-Aufnahme. Der Nutzer muss das Honor 5X lediglich irgendwo hinstellen und auf Record drücken, und das Smartphone zaubert ein Video mit vorbeifliegenden Wolken & Co. Leider ist hier die Videoauflösung auf 1280 x 720 Pixel eingeschränkt, und es gibt keine Möglichkeit, die Zeitraffer-Geschwindigkeit anzupassen.

Abstriche bei der Kamera: Es gibt weder einen Dual-LED-Flash noch einen optischen Bildstabilisator.

Auch wenn die beiden Kunststoffstreifen auf der Rückseite auf den ersten Blick nach Lautsprecher aussehen – hier kommt kein Klang raus. Stattdessen hat das Mate 5X einen einzelnen Lautsprecher auf der Unterseite.

Der Sound geht in Ordnung und ist laut genug, um mal ein paar Freunden ein YouTube-Video vorzuführen. Klassenüblich fällt der Ton aber bassarm aus und klingt insbesondere bei hohen Lautstärken blechern. Der Kopfhörerausgang macht klangtechnisch einen soliden Eindruck.

Der Lautsprecher versteckt sich hinter den sechs rechten Löchlein auf der Unterseite des Honor 5X.

Wie die großen Brüder der Huawei-Mate-Serie hat auch das Honor 5x einen Fingerabdruckscanner auf der Rückseite. Dieses Sicherheitsmerkmal findet so langsam seinen Weg aus der Ober- in die Mittelklasse. Nach dem Einlernen funktioniert der Scanner zuverlässig. Außerdem gibt es auch die Möglichkeit, unterschiedlichen Fingern verschiedene Funktionen zuzuweisen, sodass beispielsweise der Mittelfinger gleich ein Foto schießt oder einen Anruf annimmt.

Beim Prozessor setzt Honor auf den schon etwas älteren Qualcomm Snapdragon 615 mitsamt Adreno-405-GPU und 2 GByte RAM. Der 64-Bit-Octa-Core bringt acht A53-Kerne mit, von denen jeweils vier auf 1,5 und vier auf 1,2 GHz getaktet sind und sich nach dem Big-Little-Prinzip die mehr und weniger anspruchsvollen Aufgaben teilen. Während das SoC eine solide Wahl ist, hätte der Arbeitsspeicher durchaus größer ausfallen dürfen. Android inklusive der Huawei-eigenen Oberfläche läuft aber erfreulich flott auf dem Gerät.

Wertiges Gehäuse für faires Geld: Die Rückseite des Honor 5X besteht größtenteils aus Metall.

Das spiegeln auch die Benchmarks wieder: Im AnTuTu kommt das Gerät auf 36128 Punkte und im Quadrant auf 25079 Punkte. Im Geekbench erreicht das Honor 5X 693 Punkte in der Single-Core- und 3036 Punkte in der Multi-Core-Wertung. Damit spielt es in einer Liga mit beispielsweise dem Motorola Moto X Play, das mit gut 300 Euro allerdings ein Stück teurer ist.

Der interne Speicher fasst 16 GByte und lässt sich per microSD-Karte um bis zu 128 GByte erweitern. Wie bei anderen Geräten setzt Huawei beziehungsweise Honor hier auf einen kombinierten microSD/SIM-Slot, in dem sich entweder eine Speicherkarte oder auch eine zweite SIM-Karte unterbringen lässt. Der Akku hat eine Kapazität von 3000 mAh und dürfte damit ausreichend Kapazität für einen Tag intensiver Nutzung mitbringen.

Noch einmal zurück zu Android: Auf dem Honor 5X läuft Android 5.1.1, darüber liegt Huaweis Oberfläche Emotion UI in Version 3.1. Ein Update auf Android 6.0 Marshmallow soll folgen – auf einen festen Zeitpunkt wollte sich der Hersteller jedoch nicht festlegen lassen. Der größte Unterschied zwischen der EMUI und den üblichen Android-Oberflächen ist das Fehlen des App-Drawers – sämtliche Anwendungen klatscht Honor einfach auf die Homescreens. Geschmackssache, aber ich persönlich find’s praktisch.

Ab Werk ist ein gehöriger Stapel an Apps vorinstalliert – auf den standardmäßig vier Homescreens verteilen sich insgesamt 62 Apps, die zumindest teilweise in fünf Ordner einsortiert sind. Immerhin lassen sich alle Anwendungen auch deinstallieren, etwa Honors vMall-Shop oder der Honor-Club. Ansonsten finden sich unter den vorinstallierten Programmen diverse Spiele wie Asphalt Nitro und Bubble Bash Mania, aber beispielsweise auch Shazam oder WPS Office sowie alleine schon 17 Google-Anwendungen.

Unterm Strich muss ich sagen, dass Honor mit dem 5X ein wirklich attraktives Paket geschnürt hat. Für 230 Euro gibt es hier ein gelungenes Smartphone mit einer runden Oberfläche, solider Hardware und hochwertiger Verarbeitung. Bei der Kamera hat der Hersteller jedoch den Rotstift angesetzt, und auch der Lautsprecher kann nicht ganz überzeugen. Aber wie gesagt: 230 Euro!

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