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Hands-on: Nokia N1 mit Android Lollipop

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Helsinki, Finnland, Slush-Konferenz – ein Treffpunkt für Start-Ups und Finanziers. Viele Gespräche, viele coole Ideen, viele Keynotes mit Politikern und Firmenchefs. Mit auf der Agenda: Eine Keynote von Nokia. Sie beginnt mit Zeitungsausschnitten aus der aktuellen Ära, dem Ende der Smartphone- und Handysparte durch den Verkauf an Microsoft. Artikel mit Überschriften wie „Good Bye, Nokia”. Aber statt düsterer Miene steht ein gut gelaunter Sebastian Nyström auf der Bühne, Nokias Produktchef. Und er hat allen Grund zum Lachen: Fast schon überraschend zieht er ein Tablet aus der Tasche. Von Nokia. Mit Android. BÄM!

Wichtige Frage auf der Slush-Konferenz: Wie geht es bei Nokia weiter, nachdem die Handy-Sparte zu Microsoft gegangen ist?

Auf den ersten Blick erinnert das N1 genannte Gerät stark an die Tablets von Apple. Hier wie dort sind die Gehäuse aus Alu gefräst, beide Unternehmen lassen ihre Hardware bei der Foxconn Electronics Group in China fertigen. Und dann enden die Gemeinsamkeiten.

Nokia hat dem N1 die brandaktuelle Android-Version OS 5.0 Lollipop spendiert. Dazu gibt es einen selbst entwickelten Launcher: Die Oberfläche nennt sich Z-Launcher und steht auch für andere Android-Geräte zum Download im Google Play Store bereit. Der Anbieter ist übrigens Nokia Apps, LLC – eine US-amerikanische Tochtergesellschaft der finnischen Nokia Technologies Inc. Das Interface will besonders übersichtlich sein. Der Homescreen zeigt standardmäßig im oberen Display-Bereich voreingestellte Widgets für Uhrzeit, Wetter oder anstehende Termine. Eine Möglichkeit, mehr Widgets darzustellen, gibt es nicht. Darunter befinden sich zwölf App-Icons, die von der Software automatisch ausgewählt werden. Dafür speichert das Tablet mit, wann man welche Programme üblicherweise nutzt – und zeigt etwa am Wochenende oder Abends andere Icons an als tagsüber bei der Arbeit. Wer andere Programme öffnen möchte, kann die Anfangsbuchstaben im unteren Bereich der Anzeige zeichnen oder nach links wischen, um den App Drawer mit alphabetischer Liste aller Apps zu sehen.

Der Z-Launcher zeigt je nach Tageszeit und Wochentag andere Apps auf dem Homescreen an – und zwar die, die der Nutzer wahrscheinlich brauchen wird.

Die Hardware hinterlässt einen sehr guten Eindruck. Das Alu-Gehäuse hat abgerundete Ecken und Kanten, liegt toll in der Hand und fühlt sich hochwertig an. Zentrales Element ist das 7,85 Zoll große Display mit 2048 × 1536 Pixeln, was einer Pixeldichte von 326 ppi entspricht. Damit sieht die Anzeige schön scharf aus. Dank IPS-Panel stimmen Schwarzwerte und Blickwinkel – zumindest soweit wir das in der Kongress-Umgebung und in der Kürze der Zeit feststellen können. Das Panel wird durch Gorilla Glass 3 geschützt. An den Seiten des Gehäuses finden sich Ein-Aus-Taster und zwei Buttons zur Regelung der Lautstärke, die ebenfalls aus Metall gefertigt sind. Unten verbaut Nokia zwei Lautsprecher mit 0,5 Watt für Stereo-Sound; dazwischen sitzt der USB-Anschluss zum Aufladen des Akkus. Cool: Hier haben sich die Finnen für den neuen microUSB-Typ C entschieden, der so wie die Lightning-Stecker von Apple in beiden Richtungen funktioniert. Kabel-Fummeln adé.

Unter der Haube sorgt ein Atom-Prozessor von Intel für Vortrieb. Der Z3580 unterstützt 64-Bit-Architektur und taktet mit 2,3 GHz. Dazu gibt es 2 GByte RAM und 32 GByte internen Speicher, aber keinen Kartenslot zur Erweiterung.

Zur weiteren Ausstattung gehören eine 8-Megapixel-Kamera auf der Rückseite und eine mit 5 Megapixeln auf der Front, ein Gyroskop mit sechs Achsen, Dual-Band-WLAN nach dem AC-Standard und Bluetooth 4.0. GPS, UMTS und LTE gibt es nicht – auch nicht gegen Aufpreis. Der Akku hat eine Kapazität von 5300 mAh respektive 18,5 Wh.

Einen ersten Eindruck könnt Ihr Euch in unserem Hands-on-Video von der Slush-Konferenz verschaffen.

Das Tablet kommt in zwei Ausführungen: in dem im Video zu sehenden Silber namens Natural Aluminium oder in einer dunkleren Farbgebung mit dem Namen Lava Grey. Es misst 20,1 × 13,9 Zentimeter und ist 6,9 Millimeter dick. Nokia will das N1 Anfang 2015 zunächst in China auf den Markt bringen – dort übrigens ohne Google Services und ohne Play Store. Etwas später folgt Europa – inklusive Google und dem offiziellen Android-App-Store. Einen Endkundenpreis nennen die Finnen für den deutschen Markt noch nicht. Das Tablet soll 249 US-Dollar plus Steuern kosten. Für Deutschland tippen wir daher vorsichtig auf einen Preis von etwa 300 Euro.

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