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Hands-on: HTC U11 mit druckempfindlichem Gehäuse

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Das U11 von HTC ist ein neues Flaggschiff-Smartphone, das sich nicht nur per Fingerberührung und Sprache bedienen lässt, sondern auch durch Druck am Gehäuse. In wenigen Wochen soll das Telefon in den Handel kommen, wir durften bereits probedrücken. Alle wichtigen Informationen zum U11 sowie unsere ersten Eindrücke seht und lest Ihr in diesem Hands-on von TechStage.


Anfang des Jahres zeigte der Hersteller das U Ultra und U Play – zwei Smartphones aus Ober- und Mittelklasse. Im Sommer 2017 folgt nun das eigentliche Gerät zum Vorzeigen. Das HTC U11 erzählt ein wenig von seiner Geschichte: es ist der offizielle Nachfolger des HTC 10 aus dem vergangenen Jahr. Gleichzeitig besitzt es die Merkmale der neu eingeführten U-Produktreihe.

Das lässt sich am deutlichsten am Aussehen festmachen. Im Vergleich zu all seinen Vorgängern besteht das Gehäuse nicht aus Metall, sondern durchgehend aus widerstandsfähigem Glas – das sowohl vorne, als auch hinten. „Liquid Design“ heißt die Designsprache offiziell und soll vor allem Werte wie Naht- und Makellosigkeit, Schlank- und Schönheit aus allen Perspektiven vermitteln. Im Grunde legen sie mehrere Glasschichten in unterschiedlichen Farbtönen übereinander. Was am Ende herauskommt, ähnelt einem Juwel. Es glänzt und blendet. Je nach Lichtfall sieht das Smartphone anders aus und imponiert jedes Mal neu. Diese Hochganzoptik hat jedoch einen entscheidenden Nachteil: Trotz einer festen aufgetragenen Antifettschicht sind Fingerabdrücke sofort sichtbar. Das unwillkürliche Wegwischen über den Ärmel ist bereits vorprogrammiert.

HTC U11
Selbst für eine professionelle Kamera ist das Fokussieren schwer, weil das U11 stark reflektiert.

Das HTC U 11 soll vorerst in den vier Farben auf den Markt kommen. Blau, Schwarz, Silber sowie Weiß. Die Marketingabteilung von HTC hat sich da besondere Namen für die Varianten ausgedacht: Amazing Silver, Brilliant Black, Ice White sowie Sapphire Blue. Apropos: Im Vergleich zu dem U Ultra sei eine Ausführung mit Saphirkristall nicht geplant, erklärte HTC im Gespräch während der Vorstellung des U11. Die Gründe, die gegen diese Entscheidung gesprochen haben, ob vermutlich hohe Produktionskosten oder geringe Nachfrage, wurden auf Nachfrage nicht genannt. Im August dieses Jahres kommt noch ein Lavarot hinzu, das uns persönlich am meisten gefallen hat. Das symmetrisch abgerundete Glasgehäuse ist IP67 zertifiziert. Das heißt: Staub- und Wasser machen dem U 11 nichts aus. Tauchen gehen ist auch problemlos möglich.

HTC U11
Das Gehäuse ist wasserfest nach IP67.

Die Besonderheit des Smartphones liegt im unteren Bereich des Gehäuses: An den Seiten ist es stufenweise druckempfindlich. Als Beispiel lässt sich ein Selbstportrait unter Wasser auslösen, die Kamera starten oder eine andere Applikation ausführen. Die Funktion trägt den Namen „Edge Sense“ – nicht zu verwechseln mit den edge-Funktionen des Galaxy S7 edge von Samsung Electronics. Das zweimalige Drücken während eines Tippvorgangs startet beispielsweise die Eingabe über Sprache. Oder man konfiguriert sich ein oder mehrere Liebling-Apps und starte sie mit unterschiedlichen Druckmustern: doppelt, langes oder kurzes Drücken. Die Idee dahinter ist gar nicht mal schlecht. Im ersten Eindruck haben alle Funktionen souverän geklappt. Gewöhnungsbedürftig ist es trotzdem. Ein Smartphone, jedes eigentlich, muss mit der Hand gehalten werden. Egal ob leicht mit den Fingern oder der stark umfasst mit dem Handballen. Warum also nicht dieselbe Kontaktfläche für weitere Interaktionen nutzen? Intuitiv!

HTC U11
Am Gehäuse drücken um vorher definierte Funktionen zu starten.

Auf dem HTC U 11 läuft Android OS Nougat in der neuesten Version. Dazu gibt es HTC Sense – die hauseigene Oberfläche. Bereits aus dem U Ultra bekannt, aber dieses Mal ohne einen zweiten Screen: die HTC-eigene künstliche Intelligenz namens Sense Companionen. Sie gibt präventive Vorschläge zum anstehenden Wetter, Ort und mehr. Wer darauf verzichten kann, dem steht auch der bewährte Google Assistant zur Verfügung. Ganz neu dagegen ist Amazon Alexa.

In Sachen Multimedia gibt HTC wirklich Gas. Das startet beispielsweise mit der Kamera, die sich bereits in der Vergangenheit einen Namen auf den Markt gemacht hat. Technisch ist sie erstklassig ausgestattet: 12,2 Megapixel mit 1,4 Mikrometer Kantenlänge der Pixel, optische und elektronische Bildstabilisierung, eine Blende von f/1.7 sowie der von Google entwickelte HDR-Boost für Aufnahmen zu jeder Tageszeit. Wer die Kamera des Pixel oder Pixel XL kennt, wird das HTC U11 lieben. Hinzu kommt ein Autofokussystem, das man bereits von der siebten und achten Generation des Galaxy-S-Smartphone kennt: Dual-Pixel – oder technisch genannt Dual-PDAF. Dieser ermöglicht eine blitzschnelle Scharfstellung von Motiven in nur 0,3 Sekunden. Zusammen mit der gut abgestimmten Software von HTC sollte die Kamera (wieder) einmal ganz weit vorne sein. Schon jetzt befindet es sich auf Platz 1 der besten Kamera-Smartphones bei DxO Mark. Mit 90 Punkten im Benchmark ist es das am besten bewertetste Smartphoner in der Geschichte.

Im Lieferumfang gibt HTC dieses Mal hochwertige Kopfhörer im Wert von 100 Euro mit. Sie unterstützen nicht nur die USonic-Technologie, bei das Innenohr abgetastet und der Klang optimiert wird, sondern sie können auch aktive Geräuschunterdrückung. Die Kopfhörer sind gut verarbeitet und haben einen beeindruckenden Klang – gut geeignet für basslästige Musik aber auch für Songs mit Höhen. Der Anschluß ist USB Type C. 3,5 Millimeter als Klinke ist nicht vorhanden, aber dafür ein Adapter mit einem integrierten DAC für klangtreue Umsetzung. Darüber hinaus hat das U 11 vier Mikrofone und zwei Lautsprecher mit Mono- und Stereo-Effekt, je nach Wiedergabe von Film oder Musik.

„Everyone is first class citizen“ – weltweit wird das HTC U11 mit dem brandneuen Prozessor Snapdragon 835 ausgerüstet sein. Dazu gibt es 4 GByte Arbeitsspeicher. Der interne Speicher ist 64 GByte groß, basiert auf schnellen UFS-Baustein und kann per microSDXC-Karte erweitert werden. Netzanbieter wie Telekom und Telefónica bekommen die Single-SIM-Variante. Auch Vodafone wird dieses Mal dabei sein und das U11 aktiv vermarkten. Im freien Handel kommt das Telefon übrigens als Dual-SIM-Variante. Für ein Flaggschiff in Deutschland ziemlich ungewöhnlich, aber doch klasse! Das IPS-LCDisplay hat eine Größe von 5,5 Zoll, löst mit Quad-High-Definition auf und wirkte beim Betrachten hell und farbtreu.

Was hat es sonst noch? 16 Megapixel Kamera vorne mit 150 Grad Weitwinkel, NFC, einen Fingerabdrucksensor auf der vorderen Seite sowie ein fest eingebauter Akku mit 3000 Milliamperestunden und der Schnellladetechnik QuickCharge 3.0. In 30 Minuten soll er bis zu 50 Prozent vollgeladen sein – in 90 Minuten wird die 100-Prozent-Marke erreicht.

Ab Juni kommt das Telefon in den Handel – zu einem Preis von 749 Euro. Damit ist es günstiger als das Galaxy S8. Wir mögen das Gesamtpaket des HTC U 11, speziell die solide Kamera und das Sound-Subsystem. Das Design und wasserfeste Glasgehäuse ist Geschmacksache. Wie denkt Ihr über das Smartphone. Ist es vielleicht Euer Nächstes?

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