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Eine Spur von Smart Home: Belkin WeMo Switch im Test

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Wie macht man heutzutage seinen Kindern den Weihnachtsmann vor? Zum Beispiel, indem man an Heiligabend zu Hause alle Lichter ausmacht, in die Kirche geht – und bei der Rückkehr brennt der Tannenbaum lichterloh, zumindest die elektrischen Kerzen an selbigem.

Realisieren lässt sich dieses Kunststück mit dem WeMo-Switch von Belkin: Der kleine Kasten wird zwischen Steckdose und Verbraucher gesteckt und ermöglicht das Schalten per App. Das klappt via WLAN aus dem gleichen Zimmer oder via Internet aus Novosibirsk.

Einsatzmöglichkeiten gibt es zuhauf. Aus dem Urlaub sicherstellen, dass das Bügeleisen auch wirklich ausgeschaltet ist? Aus dem Bett heraus die Kaffeemaschine in der Küche anschmeißen? Kein Problem. Und natürlich lässt sich auch die Weihnachtsbeleuchtung auf dem Weg von der Kirche nach Hause einschalten. Außerdem ist es möglich, den Standby-Stromverbrauch der Heimkinoanlage zu drosseln, wobei man hier etwas rechnen muss. Aber dazu später mehr.

Im Karton des WeMo-Switches befindet sich nicht viel. Eine Kurzanleitung, ein Garantiekärtchen in gefühlten 96 Sprachen, dazu der Zwischenstecker. Keine Kabel, keine CD. Keine Software. Nichts. Meist ist das ein schlechtes Zeichen. Wie wenn bei einem Drucker kein USB-Kabel dabei ist.

Mir schwant Übles. Kürzlich habe ich erst versucht, einen WLAN-Printserver in Betrieb zu nehmen. Ein WLAN-Gerät konfigurieren, das keine Anschlüsse hat? Das muss doch schief gehen! Doch im Falle des WeMo-Switches ist das kein Problem. Ganz im Gegenteil, es klappt vorbildlich.

Die Einrichtung dauert keine drei Minuten und ist auch für absolute Laien problemlos zu schaffen. Einzige Voraussetzung ist ein iOS-Gerät, also ein iPhone, iPod touch oder iPad. Für Android gibt es noch keine App, laut Belkin folgt sie im kommenden Frühjahr. Für Windows Phone ist nichts geplant. Die folgende Fotostrecke zeigt alle Schritte vom Blick auf den Karton bis zur Fernsteuerung über das Internet.

Das Schöne ist: Belkin setzt kaum Grenzen. Das Schalten mit der Smartphone-App im Haus macht den WeMo-Switch zu einer etwas überteuerten Alternative zum billigen Funk-Steckdosen-Set aus dem Baumarkt, doch er kann deutlich mehr. Schalten von überall auf der Welt, schalten nach Zeit.

Das wahre Highlight ist allerdings die Unterstützung von If This Then That (Ifttt). Dieses Online-Startup ermöglicht es, unterschiedliche Kanäle und Angebote miteinander zu verknüpfen. Es setzt beispielsweise Tweets ab, wenn man eine E-Mail schickt, oder schickt eine Mail, wenn sich jemand bei Facebook meldet. Es unterstützt Dienste wie Flickr, Blogger, Facebook oder Twitter, kombiniert sie mit Instagram, Google Talk, EverNote oder WordPress. Und eben mit Belkins WeMo.

Mit ein paar Mausklicks konfiguriert man den WeMo-Switch so, dass er auf eine E-Mail reagiert. Oder auf einen Tweet, auf das aktuelle oder kommende Wetter, darauf, ob es draußen Hell oder Dunkel ist. Auf eine Bewegung im Haus oder am anderen Ende der Welt, die der Infrarot-Bewegungsmelder aus Belkins WeMo-Reihe erkennt, auf die Luftfeuchtigkeit oder den Aktienkurs.

So lässt sich die Lampe im Gang einschalten, wenn es draußen dunkel wird. Oder ein grünes Stimmungslicht, wenn die Aktienkurse gut stehen. Es ist sogar möglich, per Siri-Sprachbefehl die Weihnachtsbeleuchtung einzuschalten. Und wir haben da auch noch eine knackige Idee, die wir demnächst hier veröffentlichen werden.

Einen WeMo-Switch einzusetzen, um den Standby-Stromverbrauch einzuschränken, kann sich auch lohnen – falls das abzuschaltende Gerät mehr Strom zieht als das WeMo selbst: Unsere Kollegen von der c't haben 1,5 bis 1,8 Watt gemessen. Das ist viel weniger als viele ältere Flachbildschirme, PCs, Beamer oder Router im Standby verbrauchen, aber mehr als viele aktuelle Fernseher und Gadgets.

Belkins WeMo-Switch kostet knapp 50 Euro. Sehr viel für einen einfachen Schalter, viel für eine Funksteckdose. Aber verdammt wenig für das, was er wirklich kann. Dank der Ifttt-Anbindung, dank des optionalen Bewegungsmelders (im Set mit Steckdose 100 Euro), dank der kostenlosen Fernsteuerungs-App fürs iPhone versprüht ein einfacher Zwischenstecker den Duft von Smart Home. Von Heimautomation. Und wer den richtigen Anwendungszweck für seinen WeMo gefunden hat, für den ist das ein Schnäppchen.

Belkin hat zwar noch keine weiteren Bestandteile der WeMo-Serie angekündigt, aber wir sind uns sicher, dass da noch einiges in der Pipeline ist. Darauf warten wir gespannt.

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