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EZpad 5SE: 150-Euro-Surface-Clone im Test

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Was sieht aus wie ein Surface-Tablet von Microsoft, kostet aber nur knapp 150 Euro? Das EZpad 5SE des chinesischen Unternehmens Jumper, das mit einem druckempfindlichen Stylus im Lieferumfang daherkommt – und für das es optional auch eine anklippbare Tastatur gibt. Was das Billig-Tab so auf dem Kasten hat, oder eben auch nicht, verraten wir Euch in unserem Test.

EZpad 5SE im Test

Das EZpad 5SE ist auf den ersten Blick ein 1-zu-1-Surface-Clone und fühlt sich recht wertig an. Auf den zweiten Blick deutet jedoch beispielsweise der Schriftzug des Herstellers, der chinesischen Firma Jumper auf der Rückseite darauf hin, dass das Gerät keineswegs von Microsoft stammt. Und auch wenn sich das Tablet erst einmal solide und gut verarbeitet präsentiert, zeigt sich bei näherer Betrachtung, dass ein Gerät für nur knapp 150 Euro in Sachen Hochwertigkeit natürlich nicht mit einem mehrere 100 Euro teureren Windows-Tab mithalten kann.

Bild: Techstage

Größere Kritikpunkte diesbezüglich halten sich aber in Grenzen: Bei unserem Testgerät fiel größer negativ nur auf, dass das Display nicht an allen Seiten komplett eben mit dem angrenzenden Gehäuse abschließt. Und während der ausklappbare Ständer auf der Rückseite zuerst das Gefühl vermittelt man halte ein Unibody-Metall-Gehäuse in den Händen, ist in Wirklichkeit nur die Aufstellhilfe aus Metall, der Rest des Gehäuses aus optisch Aluminium nachempfundenen Kunststoff.

Auf der linken Seite des Tablets sind ein USB-3.0-Anschluss, ein microUSB-Slot und ein Mini-HDMI-Ausgang untergebracht. Rechts befinden sich Kopfhörer-Eingang, ein USB-2.0-Anschluss und ein micro-SD-Karten-Slot. Ein/Aus-Schalter und die Lautstärkewippe sitzen auf der Oberseite des Gerätes.

Bild: Techstage

Die beiden Kameras vorn und hinten sind jeweils oben verbaut, unten am Tablet ist dann noch ein PIN-Connector für die Verbindung mit der einzeln erhältlichen optionalen Tastatur. Diese lag unserem Testgerät leider nicht bei, sodass wir darüber kein Urteil fällen konnten. Die Abmessungen des EZpad betragen knapp 27 × 17 × 1 Zentimeter, das Gewicht beträgt 0,7 Kilogramm. In Sachen Konnektivität gibt es WLAN nach 802.11 b, g und n und Bluetooth 4.0.

Das Highlight des EZpad 5SE ist das 10,6 Zoll große Full HD auflösende Display und die Unterstützung eines im Lieferumfang befindlichen druckempfindlichen Stylus. Der Hersteller des Tablets scheint sich hier Samsungs Technik, wie sie in den Note-Geräten eingesetzt wird, zu bedienen. Der beiliegende Stylus sieht sogar aus, als würde er aus einem Note-Phablet stammen und der Stylus aus meinem Galaxy Note 3 funktioniert auch problemlos mit dem EZpad.

Bild: Techstage

Was das Display angeht, stellt dies Inhalte scharf dar, zeigt keine schlecht ausgeleuchteten Bereiche und auch die Farbdarstellung weiß zu gefallen. Die Helligkeit ist ordentlich - oftmals langt es diese auf 0 Prozent zu stellen, auf 100 Prozent leuchtet der Bildschirm unter normalen Lichtverhältnissen im Inneren schon fast zu grell.

Auf dem EZpad 5SE läuft Windows 10 beim ersten Start in englischer Sprache. Über die Systemeinstellungen lässt sich das OS allerdings per Download der entsprechenden Sprachpakte eindeutschen. In Verbindung mit Windows 10 kann das Tablet mit seinem druckempfindlichen Stylus und Microsofts Ink-Features seine Stärken ausspielen. Als digitaler Notizblock, aber auch zum Zeichnen lässt sich das Gerät sehr gut gebrauchen.

Die beiden Kameras des Windows-Tablets lösen 2 Megapixel auf und bieten ansonsten keine Features, wie etwa einen Autofokus oder einen LED-Blitz. Die Bildqualität ist dementsprechend mau. Der Hersteller des Tablets hätte eventuell besser daran getan die Knipse auf der Rückseite wegzulassen und der Front-Cam für Videotelefonie etwas mehr Megapixel zu spendieren.

Mit seinem Quad-Core-Prozessor des Typs Intel Cherry Trail Z8300 und 4 GByte Arbeitsspeicher zeigt sich das EZpad im Idealfall recht performant. Sobald mehrere Programme geöffnet sind, oder ein Haufen Tabs in Chrome geöffnet sind, merkt man jedoch, dass es sich bei der CPU um kein Leistungswunder handelt. So taugt das Gerät weder für grafisch aufwendigere Spiele, Videoschnitt oder Bildbearbeitung.

Beim Surfen, Videos schauen oder beim Schreiben von Texten macht das Windows-Tab aber eine zufriedenstellende Figur, mit immer mal wieder vorkommenden Denkpausen muss man allerdings leben. Der interne Speicher des Tablets ist 64 GByte groß, per microSD-Karte lassen sich bis zu 128 GByte nachrüsten. Mit dem 6600-mAh-Akku hält das EZpad bis zu 6 Stunden durch, das Aufladen per microUSB-Kabel dauert leider fast ebenso lang.

Für recht wenig Geld – aktuell bekommt man das Gerät beispielsweise für knapp 145 Euro bei Gearbest – hat das EZpad 5SE durchaus was zu bieten. Allerdings sollte man sich vor Augen halten, dass die Performance bei einem solch günstigen Gerät nicht gerade "Mind blowing" ist. Das Highlight des Tablets ist das Display und der druckempfindliche Stylus, die Kameras hingegen können so gar nicht überzeugen. Unterm Strich bleibt somit ein sehr günstiges Gerät, das sich dank des tollen Bildschirms unter anderem sehr gut zum Konsumieren von Inhalten eignet und als digitaler Notiz- oder Zeichenblock eine gute Figur macht.

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