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Doogee Y6 Max: Mittelklasse-Phablet zum Spotpreis - Test

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Schon für 130 Euro bekommt man das gut ausgestattete Riesensmartphone Y6 Max vom chinesischen Hersteller Doogee. Zur Ausstattung gehören beispielsweise ein 6,5 Zoll großes Full-HD-Display, ein Fingerabdruckscanner, ein Octa-Core-Prozessor, 3 GByte RAM und eine 13-Megapixel-Kamera. Ob es an der Sache einen Haken gibt, erfahrt Ihr in unserem Test.


Bei einem solch günstigen Smartphone wie dem 130 Euro teuren Doogee Y6 Max erwartet man eigentlich ein Kunststoffgehäuse, aber das Phablet steckt in richtig edel aussehendem Metall. Auch in Sachen Haptik hat man das Gefühl ein weitaus teureres Telefon in den Fingern zu haben. Verarbeitungsmängel konnten wir bei unserem Testmuster keine finden – was Doogee hier für kleines Geld raushaut sucht in Sachen Wertigkeit seinesgleichen.

Bild: Techstage Das Y6 Max präsentiert sich weitaus wertiger, als man es von einem 130-Euro-Phablet erwartet.

Unterhalb des riesigen 6,5-Zoll-Bildschirms sind drei nicht beleuchtete Touchbuttons, oberhalb ist die Frontkamera. Auf der linken Seite befindet sich der Kartenslot für wahlweise zwei SIM- oder aber eine SIM- und eine microSD-Karte, rechts sind Power-Button und Lautstärkewippe untergebracht. Auf der Rückseite sitzt oben die 13-Megapixel-Kamera mit Blitz und darunter der Fingerabdruckscanner.

Mit seinem Gewicht von knapp 260 Gramm ist das Y6 Max kein Leichtgewicht und mit seinen Abmessungen von 17,3 × 8,9 × 0,9 Zentimeter alles andere als ein kompaktes Gerät – der Nutzer muss schon auf große Handys stehen. Wie üblich ist die Rückseite bei Geräten mit Unibody-Gehäuse nicht abnehmbar, der Akku somit also auch nicht austauschbar.

Angetrieben wird das Y6 Max von einem Octa-Core-Prozessor von Mediatek. Der MTK6750 taktet mit maximal 1,5 GHz, der Arbeitsspeicher ist 3 GByte groß. Wem die 32 GByte an internem Speicher nicht ausreichen, der kann per microSD-Karte noch Speicher nachrüsten. Das große Smartphone unterstützt im mobilen Internet LTE mit allen in Deutschland genutzten Frequenzen – also auch Band 20 mit 800 MHz –, ins WLAN geht es nach 802.11 b, g und n. In Sachen Konnektivität gehören noch GPS und Bluetooth 4.0 zur Ausstattung.

Die etwas herausstehende Hauptkamera des Phablets löst 13 Megapixel auf und kommt mit f2.2-Blende, Autofokus und LED-Blitz. Vorderseitig verrichtet eine 5-Megapixel-Knipse mit 83-Grad-Weitwinkel ihren Dienst. Der Akku hat eine Kapazität von 4300 mAh. Der auf der Rückseite sitzende Fingerabdruckscanner kann neben dem Entsperren des Gerätes auch zum Verriegeln von Apps genutzt werden. Zum Lieferumfang gehört neben Netzteil und Kopfhörern praktischerweise auch eine transparente Schutzhülle für das Phablet.

Das 6,5 Zoll große Display löst Full HD auf und zeigt Inhalte klar und scharf an. Auch die Farbwiedergabe gefällt uns sehr gut, aber auch in Sachen Blickwinkelstabilität schwächelt das Y6 Max nicht. Der Rahmen links und rechts am Bildschirm fällt sehr schmal aus, was dem ganz schön großen Handy in Sachen Handling zugutekommt. Die maximale Helligkeit erlaubt auch das problemlose Nutzen des Phablets in hellem Sonnenlicht. Das Panel reagiert auf Eingaben mit dem Finger schnell und präzise.

Bild: Techstage Das Full-HD-Display kann sich im wahrsten Sinne des Wortes sehen lassen.

Das Doogee Y6 Max hinterlässt in vielen Bereichen einen sehr guten Eindruck, bei den beiden Kameras gelingt das jedoch nur teilweise. Bei guten Lichtverhältnissen bringt die Hauptkamera teils sehr ansehnliche Bilder zustande, oft sind diese jedoch etwas blass. Je schlechter die Lichtverhältnisse, desto mehr Bildrauschen tritt auf und das schon recht schnell. Ähnlich auch bei der Front-Cam, die ebenfalls bei guten Lichtverhältnissen ansehnliche Bilder aufzeichnen kann, unter Low-Light-Bedingungen aber noch schneller schwächelt als die Knipse auf der Rückseite.

Das Y6 Max beweist, dass es Prozessoren des Herstellers Mediatek mittlerweile auch mit den Chips der namhaften Hersteller aufnehmen können. Lange Zeit haftete den Mediatek-CPUs ja der Ruf an, vor allem billig und nicht besonders leistungsstark zu sein. Die Performance des Y6 Max lässt sich allerdings nur mit Top bezeichnen. Im normalen Betrieb läuft die Kiste wie Schmidts Katze, nicht einmal hatten wir es im Test mit Denkpausen oder Hängern beim Starten und Nutzen von Apps zu tun. Aber auch beim Zocken macht das Gerät einen guten Job, da geht auch mal ne Runde Modern Combat oder ein anderes grafisch aufwendigeres Spiel, ohne dass die Framerate größer in den Keller geht.

Der Fingerabdruckscanner des Y6 Max arbeitet flott und präzise und auch der Akku macht einen guten Job. Wer das Gerät nur sporadisch nutzt, der dürfte auch mal zwei Tage ohne Steckdose auskommen. Als Power-User kommt man zumindest problemlos über den Tag.

Kritikpunkte gibt es bei den Bedienungstasten unterhalb des Displays. Diese geben zwar ein haptisches Feedback, sind aber nicht beleuchtet. Auch setzt Doogee auf die früher in Android übliche Belegung Home, Zurück und Menü statt Home, Zurück und letzte Anwendungen. Zu den zuletzt genutzten Apps kommt man stattdessen durch lange Drücken des Home-Buttons. Die Menütaste hingegen hat in vielen Anwendungen gar keine Funktion und zeigt sich so die meiste Zeit völlig sinnlos. Während sich beim Xiaomi Mi Max beispielsweise softwareseitig Änderungen an der Tastenbelegung vornehmen lassen, gibt es beim Y6 Max leider keine solche Möglichkeit.

Als Betriebssystem installiert Doogee Android 6.0 mit Anpassungen in Form der Dido OS getauften Benutzeroberfläche. Ob es ein Update auf Android 7 geben wird hat der Hersteller bislang nicht verraten. Zu den Softwarefeatures gehört unter anderem ein Ein-Hand-Modus, der sich in der Praxis leider als unbrauchbar zeigt. Das Display verkleinert geht die Performance spürbar in den Keller – außerdem fehlen On-Screen-Buttons, um sich nicht beim Versuch einhändig die Tasten unterhalb des Bildschirms zu erreichen, zu verrenken oder das Handy aus der Hand fallen zu sehen. Praktisch in Sachen Software hingegen ist beispielsweise die App-Sperre per Fingerabdruck, die sich im entsprechenden Optionsmenü findet und die Möglichkeit über die Schnellstartleiste Screenshots und Screencasts erstellen zu können.

Was Doogee für unter 150 Euro mit dem Y6 Max raushaut, ist schon echt der Hammer. Trotz einiger Kritikpunkte bleibt unterm Strich ein richtig gutes Smartphone, vorausgesetzt natürlich man möchte ein Gerät mit sehr großem Display. Und das zu einem Preis, bei dem man sich fragt, wie der Hersteller an dem Gerät überhaupt noch was verdienen kann. Ich hatte im Laufe der Zeit schon einige Chinageräte in den Fingern, war aber noch nie so positiv überrascht wie im Falle des Y6 Max. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist einfach unschlagbar, aktuell bekommt man das Phablet für knapp 130 Euro im Onlineshop von Gearbest.

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