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Doogee Smart Cube P1: 150€-Android-Projektor im Test

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Cool sieht er ja aus, der Smart Cube des vor allem für seine Smartphones bekannten chinesischen Herstellers Doogee. Der Projektor hat Android als Betriebssystem und einen Akku für den Betrieb unterwegs, der sogar als Powerbank herhalten kann. Ob das Gadget, das man schon für um die 150 Euro bekommt, auch was taugt, erzählen wir Euch in unserem Test.

Der Doogee Smart Cube präsentiert sich in einem poppig bunten Look, der einen unweigerlich an einen Zauberwürfel erinnert. Die Abmessungen des DLP-Beamers betragen 6,2 × 6,2 × 6,2 Zentimeter bei einem Gewicht von knapp 240 Gramm. An der Verarbeitung gibt es nichts zu meckern, der Kleine wirkt robust und solide verarbeitet. Auf einer Seite befindet sich ein USB-Anschluss für Datenträger, oder aber den Dongle einer unserem Testgerät beiliegenden Fernbedienung. Außerdem kann der Projektor mit seinem integrierten 4800-mAh-Akku über den USB-Anschluss auch als Powerbank für das Smartphone verwendet werden.

Bild: Techstage Sieht ein bisschen aus wie ein Zauberwürfel, der Smart Cube von Doogee.

Auf der gegenüberliegenden Seite befinden sich der Einschalter, ein microUSB-Anschluss zum Aufladen und ein Rädchen um die Schärfe einzustellen. Auf technischer Seite gehören Bluetooth 4.0 und WLAN nach 802.11 b, g und n zur Ausstattung. Anschlüsse für Abspielquellen gibt es nicht, auf dem Gerät läuft Android in Version 4.4 und damit verbunden die Möglichkeit Streaming-Apps und Video-Player zum Abspielen von Filmen und Serien per verbundener Speichermedien oder übers Internet zu nutzen. Der Arbeitsspeicher des Systems fasst 1 GByte, der interne Speicher ist 8 GByte groß. Als Antrieb kommt ein nicht näher spezifizierter Quad-Core-Prozessor zum Einsatz.

Mit dem integrierten Akku hält der Smart Cube knapp drei Stunden durch – zwei Filme mit der typischen Länge von 1 ½ Stunden ohne Steckdose sind also geradeso drin. Das Aufladen dauert ebenfalls um die drei Stunden.

Der Smart Cube hat eine native Auflösung von 854 × 480 Pixel und eine Helligkeit von 70 Lumen. Um ein gutes Bild zu bekommen, muss der entsprechende Raum nach Möglichkeit komplett abgedunkelt sein, dann kommt aber auch wirklich sowas wie Kinofeeling auf. Aus einer Entfernung von zwei drei Metern oder noch weiter weg ist das Bild trotz der nicht gerade üppigen Auflösung scharf genug um seinen Spaß beim Schauen zu haben. Und das, obwohl die Farbwiedergabe tendenziell etwas blass ist.

Bild: Techstage Bei ausrechend Abstand zur Projektionsfläche kann sich die Bildqualität des günstigen Beamers sehen lassen.

Der integrierte Lautsprecher macht einen guten Job, für ein Gerät dieser Größe sogar überraschend gut. Der ständig laufende Lüfter erscheint zwar anfangs recht laut zu sein, fällt nach kurzer Zeit beim Filmeschauen aber nicht mehr größer auf und tritt akustisch dann eigentlich nur noch in Erscheinung, wenn man die Wiedergabe von Medien stoppt. Sowohl bei der Video- als auch bei der Audioqualität darf man bei einem Preis von um die 150 Euro nicht zu viel erwarten, wird vom Smart Cube dann aber auch positiv überrascht. Bei mir persönlich hat das Gadget den Laptop abends im Bett als TV-Gerät beispielsweise komplett abgelöst, wo ich nun mit einer Diagonale von 2,3 Meter an der Schrankwand das Abendprogramm schaue.

Zwar können auch Medien von angeschlossenen Datenträgern abgespielt werden, außerdem werden AirPlay und Miracast unterstützt – die Stärke des Smart Cube ist jedoch sein Android-OS, das von der Systemperformance her flüssig und reibungslos läuft. Das streamen per Plex-Medienserver, Amazon Video, den Mediatheken der diversen Fernsehsender über die entsprechenden Apps funktioniert reibungslos, sofern man die gewünschten Inhalte zum Laufen bekommt. Schwierig zeigt sich nämlich – je nach App – die Bedienung des Zauberwürfels: Das User Interface ist nicht größer für die Steuerung per beiliegender Fernbedienung oder einer auch vorhandenen Smartphone-App optimiert.

So kann es vorkommen, dass sich innerhalb einer Android-App mit den Pfeiltasten auf der Fernbedienung nicht dorthin navigieren lässt, wo die gewünschten Inhalte zu finden sind. Dank eines speziellen Mausmodus lässt sich dieses Problem zwar oft lösen, jedoch nicht immer. Und das eingeben von Text – beispielsweise um Apps aus Google Play zu installieren – geht wiederum nur über die Smartphone-App, bei der einem früher oder später ein Mausmodus fehlt. Diese App lässt sich auf dem Handy installieren, nachdem ein vom Smart Cube angezeigter Barcode eingescannt wurde, und dient auch zum Verbinden des Projektors mit dem WLAN.

Bild: Techstage Nervig: Zur Bedienung muss man öfters mit Fernbedienung und spezieller Smartphone-App hantieren.

In der Praxis sah die Sache in unserem Test so aus, dass ich vor allem Medien über Plex, Zattoo, Amazon Prime Video und die Mediatheken der öffentlich Rechtlichen abgespielt habe. Dabei musste ich aber jeweils in bestimmten Bereichen dieser auf dem Smart Cube installierten Android-Apps erst herausfinden, wie ich dort navigieren kann. So kann ich mittlerweile meine Standard-Apps in Sachen Streaming auf dem Smart Cube zwar nutzen, musste mir dazu jedoch mein eigenes System in Sachen Bedienung hart erarbeiten.

Auch wenn ich persönlich mich an den Smart Cube als Schlafzimmer-Flat-TV-Ersatz gewöhnt habe, und ihn mir für genau diesen Zweck auch zulegen werde, fällt das Fazit dennoch zweischneidig aus. Einerseits bekommt man einen, was Audio- und Videoqualität angeht, wirklich brauchbaren Beamer mit Android-Betriebssystem für kleines Geld. Ab 160 Euro findet man ihn auf eBay, ab 170 Euro auf Amazon. Wer das Gerät noch günstiger möchte, der bekommt es für 150 Euro in diversen China-Shops, beispielsweise DealExtreme oder Gearbest.

Die Bedienung hingegen ist alles andere als benutzerfreundlich und erfordert mindestens eine gewisse Einarbeitungszeit. Bei manchen Apps beißt man sich aber auch sowohl mit externer Fernbedienung als auch mit Fernbedienungs-App fürs Handy die Zähne aus und kommt einfach nicht an die erforderlichen Schalter und Knöpfe ran. Zwar kann man auch Maus und/oder Tastatur an das Gadget anschließen, was eine bessere Bedienung gewährleistet, das wäre aber beispielsweise um abends im Bett noch einen Film zu starten recht nervig.

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