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Chuwi Hi10 Pro: Tablet mit Windows, Android & Tastatur

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Das Chuwi Hi10 Pro ist ein Tablet, auf dem zwei Betriebssysteme installiert sind. Der Nutzer hat die Wahl zwischen Windows 10 und Android – beziehungsweise dem auf Android basierenden Remix OS. Optional gibt es für das Gerät eine ansteckbare Tastatur, die das Hi10 Pro zu einem Laptop umfunktioniert. Trotz recht guter Ausstattung – wie beispielsweise Full-HD-Display, Quad-Core-Prozessor und 4 GByte Arbeitsspeicher – bekommt man das Tablet unter 200 Euro, die Tastatur für um die 50 Euro. Wir haben die Tablet-Laptop-Kombi einem Test unterzogen.

Das Chuwi Hi10 Pro steckt in einem Aluminiumgehäuse, das gut in der Hand liegt und sich optisch hochwertig präsentiert. Auf der Oberseite sitzen Einschalter und Lautstärkewippe. Unten befindet sich der Connector für das optional erhältliche Keyboard. Alle weiteren Anschlüsse befinden sich auf der linken Seite des Gerätes. Die Abmessungen betragen 262 × 167 × 8,5 Millimeter bei einem Gewicht von 562 Gramm. In Sachen Verarbeitung und Wertigkeit hat man nicht das Gefühl, ein 200-Euro-Tablet in den Fingern zu haben – es wirkt deutlich hochwertiger.

Bild: Techstage

Auch das optional erhältliche Tastaturdock macht eine gute Figur. Während die Oberseite ebenfalls aus Aluminium ist und keine Kritikpunkte bietet, wirkt die Kunststoffunterseite allerdings etwas klapprig, zumindest wenn man mit dem Finger dagegen tippt. Während der Nutzung der Tastatur fällt dies allerdings nicht negativ ins Gewicht, gummierte Füße sorgen für einen sicheren Halt. Die Tasten bieten einen guten Druckpunkt und das Keyboard drückt sich beim Tippen auch nicht durch, wie es bei manchen billigen Laptops der Fall ist. Beachten muss der potentielle Käufer, dass die Tastatur nur mit dem englischen QWERTY-Layout erhältlich ist.

Als Antrieb kommt ein Atom-Z8300-Chip von Intel zum Einsatz. Dem Quad-Core-Prozessor mit einem Maximaltakt von 1,44 GHz stehen 4 GByte Arbeitsspeicher zur Seite, der interne Speicher ist 64 GByte groß. Unter Windows stehen dem Nutzer um die 40, unter Android knapp 13 GByte zur Verfügung.

Das 10,1 Zoll große IPS-Display löst 1920 × 1200 Pixel auf. Das Tablet hat einen microUSB-Anschluss, einen USB-Typ-C-Anschluss, über den es auch aufgeladen wird, und einen Erweiterungsslot für microSD-Karten. Zur Ausgabe des Bildschirminhalts auf externe Geräte gibt es einen microHDMI-Ausgang. Nutzt man das Gerät in Verbindung mit der Tastatur, stehen dort noch zwei USB-2.0-Anschlüsse zur Verfügung.

Zur weiteren Ausstattung des Tablets gehören Bluetooth 4.0, WLAN nach 802.11 b, g und n und ein 6500-mAh-Akku. Das Hi10 Pro hat außerdem zwei Kameras mit Auflösungen von jeweils 2 Megapixel, die Knipse auf der Vorderseite kommt mit Autofokus.

Das Full-HD auflösende Display mit seiner Diagonalen von 10,1 Zoll gefällt uns. Inhalte werden dank der hohen Auflösung scharf dargestellt; auch an der Blickwinkelstabilität gibt es nichts zu meckern. Neben der für fast alle Szenarien ausreichenden maximalen Helligkeit können auch Kontrast und Farben überzeugen und würden dem Einsteiger-Tablet auch noch gut zu Gesicht stehen, wenn es ne Ecke teurer wäre. Oben und unten messen die Ränder um den Bildschirm circa 1 Zentimeter, links und rechts um die zwei Zentimeter.

Bild: Techstage

Der einzige, allerdings nicht unerhebliche Kritikpunkt bezüglich des Displays zeigt sich in Verbindung mit der ansteckbaren Tastatur: Der Bildschirm lässt sich in Kombination nicht so weit nach hinten kippen, wie es für den einen oder anderen komfortabel wäre. Wenn ich persönlich den Laptop am Tisch direkt vor mir stehen habe, geht die Neigung noch gerade so in Ordnung. Wäre es möglich, würde ich das Display aber noch ein Tacken flacher stellen.

Die beiden 2-Megapixel-Kameras liefern nur eine mäßige Bildqualität. Wie so oft bei günstigen Tablets hätten wir es lieber gesehen, dass der Hersteller auf die rückseitige Knipse verzichtet und eine bessere Frontcam für Videotelefonie verbaut.

Mit seinem Intel-Atom-Z8300-Prozessor und den 4 GByte Arbeitsspeicher zeigt das Tablet bei Basictasks wie Texte schreiben, im Internet surfen oder Videos schauen eine zufriedenstellende Performance. Für rechenintensivere Aufgaben ist das Gerät nicht geeignet. Mit gelegentlichen Denkpausen, vor allem wenn mehrere Programme im Hintergrund laufen, muss der Nutzer leben. Mit dem verbauten 6500-mAh-Akku kamen wir im Test bei normaler Nutzung sowohl unter Android als auch unter Windows auf Laufzeiten von um die 6 Stunden. Das Aufladen des Hi10 Pro per USB-Typ-C-Anschluss dauert um die 3 Stunden.

Das Chuwi Hi10 Pro kommt mit Windows 10 und Android als Dual-Boot-OS. Das gewünschte Betriebssystem wählt der Nutzer nach dem Einschalten des Tablets; außerdem gibt innerhalb beider Systeme eine entsprechende Option zum Wechseln – dann ist aber immer ein Neustart nötig. Während der Nutzer bei Windows per Online-Update immer auf dem aktuellsten Stand ist, läuft Android leider in älterer Version: 5.1.

Cool am auf dem Tablet installierten Android ist hingegen, dass es sich um Remix OS handelt, eine von den Entwicklern stark angepasste Version von Googles mobilem Betriebssystem. Es orientiert sich optisch an der gewohnten Windows-Umgebung. Sowohl in Verbindung mit Tastatur als auch ohne zeigt sich Remix OS als ernstzunehmende Android-Alternative, was die Benutzeroberfläche angeht. Auch rein als Tablet genutzt fand ich es beispielsweise sehr praktisch Apps über das Anklicken der entsprechenden Icons in der Taskleiste wechseln zu können, ohne die gewünschten Programme erst im Multitasking-Reiter suchen zu müssen oder aber den Weg über den Homescreen zu gehen. Aber auch die Möglichkeit die einzelnen Fenster skalieren und verschieben zu können, auch wenn dies auch nicht bei jeder App funktioniert, hat mir sehr gut gefallen. Google könnte sich, geht es nach mir, gern die ein oder andere Scheibe von Remix abschneiden.

Wer mit den angesprochenen Kritikpunkten leben kann, der bekommt für kleines Geld ein gut verarbeitetes Tablet im Alu-Look, das vor allem mit einem tollen Display, zwei Betriebssystemen und – bei Bedarf – einer ansteckbaren und brauchbaren Tastatur auftrumpfen kann. So kann man beispielsweise Android zum Konsumieren von Medien und zum Lesen von Mails und News nutzen und wechselt dann einfach zu Windows, wenn man in seiner gewohnten Arbeitsumgebung Texte schreiben will. Dieses Szenario hat sich bei mir im Laufe des Tests etabliert und ich empfinde das als sehr praktische Sache.

Chuwi Hi10 Pro im Test

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