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Canary Flex: wetterfeste Überwachungs-Cam im Test

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Die HD-WLAN-Kamera Canary Flex ist sowohl für den Betrieb im Haus als auch außerhalb geeignet und funktioniert dank integriertem Akku auch ohne Steckdose. Die Entwickler bieten zwar eine kostenpflichtige Mitgliedschaft an, die erweiterte Funktionen mitbringt, aber auch ohne dieses Abo macht das Gadget einen guten Job. Was die Canary Flex im Detail zu bieten hat, erfahrt Ihr in unserem Testbericht.

Die Canary Flex steckt in einem länglichen runden Gehäuse, das einen robusten Eindruck macht. Die Abmessungen betragen 110,5 × 48,3 Millimeter; sie bringt 240 Gramm auf die Waage. Auf der Vorderseite sitzten ganz oben die Kameralinse, darunter ein Mikrofon und ganz unten der Bewegungssensor. Auf der Oberseite gibt es noch einen Lautsprecher und hinten den Anschluss für das proprietäre Netzteil. Das haftet magnetisch und hat praktischerweise ein sehr langes Kabel. Darunter sitzt ein Connect-Button für die Ersteinrichtung.

In der zur Kamera gehörenden Halterung haftet die Canary Flex magnetisch und lässt sich so komfortabel in die gewünschte Position bringen. Zur Befestigung mit Schrauben an der Wand hat die Halterung hinten eine entsprechende Aussparung. Damit Bösewichte das Gadget beim Außeneinsatz nicht einfach abnehmen und mitgehen lassen können, gibt es unten ein Gewinde zum Befestigen an einem optional erhältlichen Secure Mount, der dies erschwert.

Der Hersteller spricht bei der Kamera von einem 1080p-Image-Sensor, die Auflösung der Videos beträgt allerdings nur 1280 × 720 Pixel. Es handelt sich um eine 116-Grad-Weitwinkel-Linse. Was den Außeneinsatz angeht, scheint es keine IP-Zertifizierung zu geben. In der Produktbeschreibung heißt es schlicht, dass das Gadget so entworfen wurde, dass es Regen, Schnee, Hitze und Kälte trotzt. Der entsprechende Temperaturbereich liegt den Entwicklern zufolge zwischen -20 und 45 Grad.

Ins WLAN geht die Security-Cam über Dual-Band-WLAN nach 802.11 a, b, g und n, bei der Ersteinrichtung kommt Bluetooth LE zum Einsatz. Zum Thema Sicherheit und Datenschutz verrät Canary nicht allzu viel: Der dedizierte Verschlüsselungschip arbeitet laut Hersteller mit AES 256-Bit-Datenverschlüsselung, Videos sollen per Secure web transfer (SSL/TLS) im verschlüsselten Cloud-Speicher landen. Zu den technischen Spezifikationen gehören noch ein 3-Achsen-Beschleunigungssensor, ein Bewegungsmelder und ein Umgebungslicht. Der integrierte Akku hat eine Kapazität von 6700 mAh.

Sowohl die Bedienung als auch die Inbetriebnahme der Canary Flex geschieht über eine App für Android und iOS. Nach Erstellen eines User-Accounts wird die Kamera per Bluetooth mit dem Handy und von dort aus dann mit dem WLAN verbunden. Das ganze Setup ist sehr gut beschrieben und illustriert und funktionierte im Test reibungslos.

Dem Nutzer stehen drei Modi zur Verfügung: Unterwegs, Zuhause und Nacht. Wie diese im einzelnen funktionieren, kann sich der Nutzer in einem übersichtlichen Tutorial direkt innerhalb der App anschauen. Im Unterwegs-Modus werden Bewegungen vor der Kamera aufgezeichnet und innerhalb der App gemeldet. Im Zuhause-Modus kann die Security-Cam weiterhin aufpassen, aber auch – auf Privat geschaltet – die Überwachung unterbrechen. Wann der Nacht-Modus beginnt und endet, wird in den Einstellungen festgelegt, auch ob die Canary Flex in dieser Zeitspanne weiter überwacht oder komplett pausiert. Erlaubt der Nutzer der App die Standortbestimmung, kann das Gadget auf Wunsch automatisch zwischen Unterwegs- und Zuhause-Modus umschalten.

In einer Timeline innerhalb der Applikation sind alle von der Kamera festgestellten Aktivitäten einsehbar und die aufgenommenen Videos aufrufbar. Zu diesem Zweck müssen sie jedoch jeweils erst vom Server der Entwickler heruntergeladen werden. Ohne zusätzliches Abo ist dies bis zu 24 Stunden nach der Aufnahmen möglich. Schließt man eine kostenpflichtige Mitgliedschaft (ab 9,99 US-Dollar) ab, geht dies auch bis zu 30 Tage.

Die Canary Flex arbeitet weitgehend automatisch. Zwar kann man das aktuelle Live-Bild betrachten, Aufnahmen jedoch nicht manuell starten. Die Aufnahme erfolgt jeweils bei Bewegung vor der Kamera und aktivierter Überwachungsfunktion ohne Zutun des Besitzers.

Für die Übertragung der Daten ins Netz ist eine Internet-Flatrate mit ausreichender Bandbreite im Upstream nötig. Solange man nur eine solche Kamera gleichzeitig betreibt, sollte jeder DSL-Anschluss ausreichen.

Die Canary Flex arbeitet im Test sehr zuverlässig. Sie erkennt Bewegungen vor der Knipse – auch im Nachtmodus bei ausgeschaltetem Licht – akkurat und informiert korrekt darüber. Was die prinzipielle Leistung angeht, ist allerdings noch Luft nach oben: Das aktuelle Live-Bild wird um einige Sekunden zeitverzögert angezeigt. Wenn es vor allem um das Thema Überwachung und Beweissicherung geht, ist das kein Problem. Wer aber schnell einen Blick vor die Tür werfen will, wenn es geklingelt hat, wird darüber vermutlich stolpern.

Die Canary Flex soll „bemerkenswert klare“ HD-Videos liefern, auch im Nachtsichtmodus. Schön wär´s. Die Qualität konnte uns nicht überzeugen, von „klar“ kann man bei den eher durch Unschärfe glänzenden Clips beim besten Willen nicht sprechen. Aber einen Einbrecher könnte man mit dem entsprechenden Video wohl noch identifizieren. Die Qualität des aufgenommenen Audiosignals per integriertem Mikrofon ist hingegen gut.

Canary Flex: Demo der Video-Qualität

Was die Akkulaufzeit angeht, ist es schwer zu sagen, wie lange die Kamera mit einer Ladung durchhält. Dies ist vor allem davon abhängig, wie oft sie aufzeichnet, also wie sie positioniert ist. Hängt sie in einer ruhigen Ecke und nicht so, dass sie von ständig vorbeifahrende Autos auf Trab gehalten wird, sollten einige Tage drin sein. Über den aktuellen Akkustand gibt übrigens die App Aufschluss, sodass der Nutzer das Gerät rechtzeitig wieder aufladen kann.

Die Canary Flex gibt es mit schwarzem und mit weißem Gehäuse.

  • Schwarz
    Canary Flex IP Kamera schwarz
  • Weiß
    Canary Flex IP Kamera weiß

In puncto Sicherheit macht die Canary Flex einen sehr guten Job, sie informiert den Nutzer zuverlässig über jegliche Aktivitäten vor dem Sucher. Dass die Anzeige des Live-Bildes etwas zeitversetzt erfolgt, werten wir diesbezüglich nicht als größeren Kritikpunkt, die mäßige Bildqualität allerdings schon. Da haben wir von einer Sicherheitskamera, die um die 250 Euro kostet, mehr erwartet. Praktisch ist die Möglichkeit, das Gerät sowohl im Innen- als auch im Außenbereich mit und ohne Steckdose betreiben zu können.

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