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360-Grad Kamera mit Social-Media-Unterstützung im Test

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Die Theta S von Ricoh ist derzeit etwa ein Drittel günstiger als noch vor einem Jahr. Wir haben uns die beliebte VR-Kamera noch einmal genau angesehen und verraten, ob sich der Kauf immer noch lohnt.

Das Design der Theta S hat sich seit Erscheinung der Kamera auch bei anderen Herstellern weitgehend durchgesetzt. Der Vorteil gegenüber VR-Kameras mit nur einer Linse ist die größere Bild-Abdeckung: Geräte mit der Doppellinse schaffen komplette 360 × 360 Grad, während andere Modelle nur 360 × 220 Grad abdecken.

Das Doppel-Linsen-Design hat Maßstäbe gesetzt.

Die Gestaltung der Theta S ist sehr einfach gehalten. Ein Auslösetaster auf der Vorderseite, eine kleine LED-Anzeige darunter und drei Knöpfe an der Seite. Die seitlichen Taster sind zum Ein- und Ausschalten der Kamera und des WLAN-Moduls und zum Wechsel zwischen Foto- und Videomodus. Ansonsten gibt es noch einen microHDMI-Slot und eine microUSB-Ladebuchse auf der Unterseite. Ein Standard-Stativgewinde ist ebenfalls verbaut. Anders als die meisten Hersteller verzichtet Ricoh auf einen Speicherkarteneinschub. Auch der Akku ist fest verbaut und nicht austauschbar.

Neben der normalen Foto- oder Video-Funktion sind auch Intervallaufnahmen möglich. Diese zeichnen eindrucksvolle Zeitrafferaufnahmen auf, zur Einstellung ist die kostenlose Android- oder iOS-App notwendig. Auch die manuellen Aufnahmeparameter sind nur in der App verstellbar.

Die LED-Symbole erleichtern die Bedienung.

Das Auslösen eines Fotos oder das Starten eines Videos ist auch ohne Smartphone möglich. Die Bedienung gestaltet sich dank der beleuchteten Symbole für Foto, Video und WLAN sehr bequem. Jeder Druck auf den Auslöser wird zudem per Piepton quittiert.

Die Hardware der Theta S ermöglicht Videos in Full-HD-Auflösung mit 30 Bildern pro Sekunde. Fotos landen mit einer 14 Megapixel-Auflösung auf dem internen Speicher. Für den Transport gibt es eine handliche Neoprentasche. Gut für Besitzer eines 3D-Druckers: Die Druckvorlage für einen praktischen Linsenschutz ist mittlerweile gratis erhältlich.

Die App der Ricoh-Kamera ist sehr übersichtlich und intuitiv gestaltet. Während unseres Tests haben wir uns gut zurechtgefunden. Ein großer Vorteil der Theta S ist die große Auswahl an zusätzlichen Apps für die Kamera. So gibt es neben vielen Drittanbieter-Programmen, beispielsweise für HDR-Aufnahmen, auch zwei weitere offizielle Anwendungen.

So sehen die sogenannten little-Planet-Fotos aus.

Theta+ und Theta+ Video eignen sich bestens, um noch mehr aus den Aufnahmen herauszuholen. Neben Bildfiltern gibt es zum Beispiel die Möglichkeit sogenannte little-Planet-Fotos zu erstellen oder auch nur einen Teilausschnitt aus einem Video heraus zu speichern. Auch Zeitraffervideos aus Intervallaufnahmen zu gestalten ist mit den Hersteller-Apps ein Kinderspiel.

Mit einigen Kniffen sind mittlerweile sogar Live-Streams mit der Kamera möglich.

Auf Facebook gespeicherte Aufnahmen werden ohne weitere Bearbeitung als 360-Grad-Medium eingebettet. Beim Ansehen kann sich der Betrachter dann durch Bewegen des Handys im Foto oder Video umsehen. Sehr eindrucksvoll und vor allem bequem. Dieses unkomplizierte Handling ist nicht selbstverständlich; bei anderen Kameras, wie der Magicsee P3 360, ist vor einer sinnvollen Verwendung erst einiges an Nacharbeit notwendig.

Die Bedienung der Kamera setzt Maßstäbe: so eine Übersicht und so eine zuverlässige WLAN-Verbindung zwischen Kamera und Smartphone haben bei weitem nicht alle 360-Grad-Kameras zu bieten. Bei der Mijia 360 von Xiaomi beispielsweise bricht die WLAN-Verbindung immer mal wieder zusammen – was in swe Praxis unglaublich nervt. Die Fotos und die Zeitraffervideos der Theta S sehen toll aus. Videos geraten erstaunlich gut, wenn man bedenkt, dass die Theta S nur in Full-HD-Auflösung aufnimmt. Die Konkurrenz hat da inzwischen weit mehr zu bieten: Die LG 360 Cam bietet immerhin 2K-Videos an und die Magicsee P3 360 gar 4K. Diese Auflösung wird von der Kamera dann auf die zwei Einzelaufnahmen aufgeteilt.

Trotzdem reicht die Qualität der Aufnahmen für die Wiedergabe in einer VR-Brille aus. Allzu scharfe Bilder darf man aber nicht erwarten. Gerade an einem großen Monitor oder TV-Bildschirm fällt die verhältnismäßig niedrige Auflösung auf jeden Fall auf.

Ein Speicherkartenslot fehlt bei der Theta S – der interne Speicher muss reichen.

Die Bildautomatik und das Zusammenschneiden der beiden Einzelbilder funktioniert hervorragend. Nur bei großen Helligkeitsunterschieden zwischen den beiden Einzellinsen ist überhaupt erkennbar, dass es sich um zwei zusammengeschnittene Aufnahmen handelt. Auch da können nicht alle Mitbewerber mithalten. Die LG 360 Cam beispielsweise hat gerade beim Zusammensetzen der Einzelaufnahmen leichte Defizite.
Der interne Speicher mit 8 Gigabyte ist für unsere Zwecke meistens groß genug – für einen ganzen Urlaub ist der Speicher aber dann doch knapp bemessen.

Die Übertragung der Aufnahmen von Kamera auf das Smartphone dauert im Vergleich zu anderenVR-Kameras unangenehm lange. Für Aufnahmen am oder im Wasser gibt es im Zubehörhandel spezielle Unterwassergehäuse.

Die Ricoh Theta S hat Maßstäbe in Design, Funktion und Bedienung gesetzt. Der um mittlerweile fast 30% gesunkene Preis ist ein echter Anreiz für eine qualitativ sehr hochwertig Kamera.

Das einfache Bedienprinzip überzeugt.

Wer vorhat, die Fotos und Videos der Ricoh hauptsächlich für Facebook oder die Verwendung in einer VR-Brille aufzunehmen, der bekommt eine wirklich gute Kamera mit einer großen und aktiven Community.
Allerdings hat die Theta S auch Nachteile. So ist laut den Erfahrungen einiger Nutzer das Stativgewinde nicht besonders belastbar. Auch der nicht erweiterbare Speicher und die recht langsame Übertragung der Aufnahmen nerven. Unser erster, sehr ausführlicher Test zur Ricoh ist bereits online.

Wer eine höhere Auflösung und einen erweiterbaren Speicher sucht, sollte sich die Testberichte der neueren Modelle Insta360, Gear 360, 360 Cam oder Mijia 360 ansehen. Einen Wechselakku und ein wasserdichtes Gehäuse gibt es bei der Magicsee P3 360.

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