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microSD-Karten: Größen- und Geschwindigkeitsklassen erklärt

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microSD, SDHC- und SDXC-Karten, Geschwindigkeitsklassen und Faktoren – wir zeigen, was all die verwirrenden Abkürzungen in der Praxis bedeuten.

Lauter verwirrende Abkürzungen: Aktuelle microSD-Karten sind eigentlich längst keine SD-Karten mehr, denn SD-Karten haben eine maximale Kapazität von 2 GByte. Als SDHC-Karten (Secure Digital High Capacity) werden Modelle mit bis zu 32 GByte Kapazität bezeichnet, alle größeren Exemplare fallen unter die Bezeichnung SDXC (Secure Digital Extended Capacity). SDHC-Karten sind ab Werk im FAT32-Dateisystem formatiert, SDXC-Karten hingegen in exFAT. FAT32 unterstützt nur Dateien bis zu einer Maximalgröße von 4 GByte, diese Beschränkung entfällt bei exFAT – und das ist spätestens bei Video-Aufnahmen mit 4K-Auflösung durchaus relevant.

Etwas unübersichtlich ist die Einteilung der Speicherkarten in zahlreiche unterschiedliche Geschwindigkeitsklassen. Viele Hersteller arbeiten immer noch mit der nicht mehr ganz zeitgemäßen Einteilung in Speed Class 2, 4, 6 und 10. Diese ist weitgehend selbsterklärend: Die Ziffer entspricht der Mindestgeschwindigkeit beim Beschreiben mit sequenziellen Daten. In den meisten Fällen reicht der Griff zur Speed-Class-10-Modellen. Die ohnehin allmählich aussterbenden, langsameren Karten lassen selbst das Kopieren eines MP3-Albums zur Geduldsprobe werden. Mit einem Blick auf die aktuelle Preisentwicklung zeigt sich, dass eine Class-6-Karte nicht günstiger ist als ein Class-10-Exemplar.

Da aber auch 10 MByte/s weit unterhalb dessen anzusiedeln sind, was aktuell zu haben ist, wurde zusätzlich die Video Speed Class mit den Kategorien V6, V10, V30, V60 und V90 eingeführt. Diese stehen für eine sequenzielle Schreibleistung von bis zu mindestens 90 MByte/s. Was davon im Smartphone-Bereich wirklich nötig ist, klären wir weiter unten.

Um die Geschwindigkeitsklassenverwirrung zu komplettieren, existieren mittlerweile auch die UHS Speed Class sowie die Application Performance Class.

Hinter der UHS Speed Class verbirgt sich der Hinweis auf die Verwendung des UHS Bus (Ultra High Speed Bus) zur Datenübertragung zwischen Smartphone und Speicherkarte. In der Theorie lassen sich über UHS-I maximal 50 bis 104 MByte/s und über UHS-II 156 bis 312 MByte/s transportieren. In der Praxis wird die Geschwindigkeitsklasse auf der SD-Karte mit einem kleinen U und einer darin eingeschlossenen Zahl gekennzeichnet: Die beiden Klassifizierungen U1 und U3 garantieren eine minimale Schreibgeschwindigkeit von 10 bzw. 30 MByte/s.

Neben den herstellereigenen Angaben zu Geschwindigkeit, die meist die Lese-, manchmal aber auch die Schreibgeschwindigkeit umfasst, bietet der Geschwindigkeitsfaktor eine Information über die maximale Lesegeschwindigkeit. Der Wert gibt an, dass eine SD-Karte X-mal so schnell wie ein CD-Laufwerk mit einfacher Geschwindigkeit (150 KByte/s) arbeitet. Dementsprechend liest eine Lexar Professional 1800x auf mit 270 MByte/s.

Die Application Performance Class garantiert neben einer sequenziellen Mindestschreibgeschwindigkeit von 10 MByte/s auch Untergrenzen für Lese- sowie Schreibwerte bei den Random IOPS. Diese Werte sind entscheidend, wenn Apps auf der Speicherkarte ausgeführt werden sollen. Aktuell gibt es die Geschwindigkeitsklassen A1 sowie A2, die beim Lesen und Schreiben 1500 bzw. 500 IOPS sowie 4000 bzw. 2000 IOPS garantieren. Diese Werte sind allerdings geradezu lächerlich gering, wenn wir sie mit denen der aktuellsten UFS-Speicherkarten vergleichen, die künftig die regulären SD-Karten ablösen sollen. In Smartphones wird zwar bereits intern UFS-Speicher verlötet, als Zusatzspeicher werden die schnellen, externen Speicherkarten jedoch bislang noch nicht unterstützt. Die AndroBench-Werte des schnellen internen Speichers von LGs G6 unterscheiden sich deutlich von denen der weiter unten aufgeführten externen Speichermedien:

Andererseits sind die Hochleistungskarten auch nicht zwingend erforderlich. Viele Apps laufen auch auf einer ganz normalen Class-10-Karte aus dem Einsteigerbereich zumindest noch zufriedenstellend – vor allem dann, wenn das Programm selbst nur klein ist und beim Ausführen nur wenige Schreibzugriffe benötigt. Nervig viel Zeit verschlingt aber auf jeden Fall Installation der App. Da nur wenige Speicherkarten sequenzielle Daten sehr langsam lesen, ist das Laden großer Datenmengen innerhalb der App in den meisten Fällen kein Problem. Dennoch lässt sich an dieser Stelle keine Pauschalaussage treffen, die Apps verhalten sich dazu einfach zu unterschiedlich. Da der Preisunterschied zwischen in allen Bereichen schnellen und in vielen Bereichen langsamen Speicherkarten aber nur ein paar Euro beträgt, fällt die Empfehlung einer rundum flotten Karte nicht schwer.

Generell sind die Messwerte bei zufälligen Lese- und Schreibzugriffen von 4-KByte-Datenblöcken ein guter Indikator für die Zugriffsgeschwindigkeit des Systems auf die microSDXC-Karte: Je höher die IOPS, desto mehr kleine Dateien stehen in kürzester Zeit zur weiteren Verarbeitung zur Verfügung. Je nach verwendeter App und deren Umfang kann der Leistungsunterschied mäßig, aber eben auch erheblich ausfallen.

Testberichte zu MicroSD-Karten:
SanDisk Extreme microSDXC im Test
Kingston UHS-I U3 microSDXC im Test
Samsung Evo Plus 2017 im Test
Lexar Professional 1800x microSDXC im Test
Intenso Premium microSDXC im Test

Kaufberatung:
Die beste microSD-Karte für Android-Smartphones

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