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Unlock für iPhone 4, 4S und 5: So geht's ohne Jailbreak

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Der SIM-Lock nervt. Und obwohl er abseits einiger Prepaid-Handys im Alltag kaum noch eine Rolle spielt, bleiben Telekom und Apple dem Kunden-Störer treu: In Deutschland lassen sich iPhones der Telekom erst nach Freischaltung in anderen Netzen nutzen, und das macht die Telekom erst zwei Jahre nach Kauf. Doch was, wenn auch das nicht klappt? Oder ein iPhone über eBay gekauft wurde und die Herkunft des SIM-Locks unbekannt ist? Ganz einfach: Ein paar Euros abdrücken, und schon nimmt sich ein Unlock-Dienstleister der Sache an. In unserem Fall sogar erfolgreich.

In dieser Anleitung ermitteln wir, von welchem Provider die Sperre auf unserem iPhone gesetzt wurde und testen Unlock-Dienstleister, die die fiese Blockade gegen Gebühr ganz legal aufheben – danach ist das iPhone komplett SIM-Lock-frei.

Andere Methoden, um beliebige SIM-Karten in jedem iPhone einsetzen zu können, gibt es kaum noch. Denn die Sperre ist inzwischen erschreckend sicher: Einfaches Entsperren via Software-Manipulation und Jailbreak geht längst nicht mehr. Und die Nutzung der Gevey-Chips, die im SIM-Karten-Fach untergebracht werden, ist eher etwas für Freaks als für den gemeinen Smartphone-Nutzer.

Allerdings gibt es eine schlechte Nachricht: Hat das iPhone einen SIM-Lock von der Telekom in Deutschland, sieht es schlecht aus. Derzeit bietet kein Entsperr-Dienstleister das Aushebeln der Telekom-Sperre an. Für diesen Test haben wir uns deshalb zwei iPhones mit unbekanntem Provider und ausländischer Herkunft besorgt.

Jeder Dienstleister, der die Sperre aufhebt, will zunächst wissen, welcher Provider sie überhaupt gesetzt hat. Das ist eine gehörige Hürde, denn wer das Gerät etwa über eBay und einen Zwischenhändler erworben hat, kommt kaum an diese Information.

Eigentlich ist SIM-Lock ohnehin nicht die richtige Bezeichnung: Die Bindung von Apples iPhones erfolgt ja an bestimmte Netze, nicht an bestimmte Karten – und daher müsste man eigentlich Net-Lock sagen. Aber egal, wie man es nennt: Es bleibt nervig. Dem Gerät selbst sieht man nicht an, an welchen Provider es gebunden ist.

Informationen gefällig? Dieser Auszug kostet circa 2,30 Euro – und verrät, welcher Provider für den SIM-Lock verantwortlich ist.

Wir haben daher eine Möglichkeit gesucht, den ursprünglichen Netzbetreiber zu ermitteln, und sind bei unserer Recherche über den polnischen Anbieter IMEI.info gestolpert. Nach der Eingabe der IMEI-Nummer des Geräts (zu finden unter Einstellungen - Allgemein - Info) spuckt die Webseite innerhalb von zwei Minuten weitere Informationen zum Smartphone aus. Beim iPhone erfahren wir an dieser Stelle unter Anderem den Status der Garantie sowie den Status des SIM-Locks. Diese Auskunft ist kostenlos. Für detailiertere Daten, die auch den Provider der gegebenenfalls gesetzten SIM-Sperre enthalten, ist eine einmalige Gebühr in Höhe von 2,99 US-Dollar per PayPal zu bezahlen. Das entspricht derzeit gut 2,30 Euro. Das ist eine überschaubare Summe und gut investiert, denn hinterher wissen wir, was Stand der Dinge ist.

Direkt nach der Zahlung bangen wir um unsere Euros. Wurden wir gerade abgezockt? Nur ein paar Minuten später aber kommt die Entwarnung: IMEI.info spuckt die dringend benötigten Informationen aus. Unsere beiden iPhones sind französischer Herkunft. Eines akzeptiert nur SIM-Karten des Providers Bouygues, das will via Orange kommunizieren. Und: Direkt auf der Auswertungs-Webseite erscheint bereits ein Link, der uns zum Entsperren der Smartphones auffordert.

Wir klicken – und müssen uns erst einmal setzen. 139 Euro will der verlinkte Anbieter gsmunlocking.eu für das Entsperren des Orange-iPhones. Bei dem Bouygues-Modell sieht es hingegen sympatischer aus: Hier kostet der Unlock 29 Euro. Das muss noch billiger gehen, denken wir uns, und setzen uns vor Google. Fakt ist also: Wer bei ausländischen eBay-Seiten nach einem gelockten iPhone-Schnäppchen sucht, sollte die Preisliste der Unlocker gleich daneben legen – denn die Unterschiede sind hoch.

Wir durchsuchen das Netz nach iphone 4s bouygues unlock und finden verschiedene Anbieter, die uns (angeblich) weiterhelfen können. Die Preise variieren zum Teil stark. Das zumindest auf den ersten Blick günstigste Angebot macht uns GSMLiberty auf seiner Webseite, dort kostet das Entsperren knapp 23 Euro – und damit weniger als die Hälfte des teuersten Anbieters. OfficialiPhoneUnlock verlangt 49 britische Pfund für die gleiche Aufgabe. Preisvergleichen lohnt sich.

IMEI-Nummer, SIM-Lock-Provider und etwas Geld: Mehr braucht's nicht, um die Sperre auszuhebeln.

Na klar, wir wählen das günstigste Angebot und bezahlen per PayPal. Neben dem ursprünglichen Provider will der Entsperr-Dienstleister nur die Seriennummer des Smartphones wissen. Ein paar Tage kann das jetzt dauern, sagt der GSMLiberty. Okay, wird sind geduldig – und bekommen ein paar Tage später eine schlechte Nachricht: Unser iPhone wäre nicht entsperrbar, es ist in der Datenbank nicht vorhanden. Für zusätzliche 15 US-Dollar würde man aber auch noch eine Premium-Datenbank checken. Ob das ein bedauerlicher Einzelfall ist oder eine Masche, um den auf den ersten Blick günstigsten Preis hinzubekommen, wissen wir nicht. Wir zahlen.

Es wird teurer: Auf die ursprünglichen 23 Euro kommen jetzt noch einmal 15 US-Dollar dazu.

Und ein paar Tage später folgt die gute Nachricht: Der Unlock war erfolgreich. Über iTunes soll nun das Entsperren des iPhone 4S möglich sein, indem wir es einfach anstecken. Doch das ist gar nicht nötig. Wir setzen eine SIM-Karte von O2 in das Smartphone ein. Genau die, die das Smartphone bislang wehement verweigert hat. Und wir folgen dem Aktivierungs-Bildschirm auf dem Handy. Es verbindet sich mit dem WLAN, aktiviert bei Apple – und zack, es zeigt die Verbindung zum Netz.

Was passiert da eigentlich? Die genauen Wege des Geldes und der Informationen kennen wir nicht. Aber Fakt ist, dass das Gerät in der offiziellen Datenbank von Apple als entsperrt markiert wird. Damit bedeutet diese Möglichkeit des Unlocks, dass es keine Probleme mit Software-Updates und Ähnlichem gibt. Viele iPhones mit SIM-Lock lassen sich also auf diese Weise für einen überschaubaren Obulus freischalten und funktionieren dann auch in jedem Netz. Einen Versuch ist es wert, und die Recherche kostet nichts.

Zack, fertig: Ein paar Tage später kommt die freudige Botschaft per E-Mail – die Sperre ist aufgehoben. Tatsächlich lässt sich das Gerät nun mit einer deutschen O2-SIM-Karte aktivieren und uneingeschränkt nutzen.
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