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Sieben Security-WLAN-Kameras mit Cloud-Speicher im Test

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In den vergangenen Wochen haben wir sieben WLAN-Kameras mit Cloud-Speicher auf Herz und Nieren getestet. Welche der Geräte uns am besten gefallen haben und was deren Merkmale, Stärken und Schwächen sind, erfahrt Ihr in diesem Vergleichstest.

Cloud-basierte WLAN-Kameras richten sich in erster Linie an Nutzer, die sich nicht groß mit der Inbetriebnahme einer IP-Cam auseinandersetzen wollen. Ein wichtiger Punkt ist das Speichern von Aufnahmen in der Cloud des Betreibers, sodass der Nutzer nicht erst selbst einen eigenen Server oder einen netzgebundenen Speicher (NAS) einrichten muss. Die Cloud-Dienste beim Hersteller der Security-Kamera sind allerdings in der Regel mit gravierenden Einschränkungen versehen; nur, wer ein kostenpflichtiges Abo abschließt, kommt in den Genuss des vollen Funktionsumfangs.

Fast alle von uns getesteten Kameras machen bezüglich Bewegungserkennung und Benachrichtigungsfunktion einen guten Job, melden also ans Smartphone, wenn sich etwas tut. Vor allem bei Funktionsumfang und Ausstattung gibt es aber Unterschiede. Und beim wichtigen Punkt Bildqualität trennt sich die Spreu vom Weizen.

Die Wolke bezieht sich in diesem Zusammenhang üblicherweise auf Online-Speicher, auf dem die Kameras ihr Material ablegen. Je nach Hersteller läuft das komplette Video auf die Server des Anbieters; hat die Kamera eine Bewegung erkannt, wird der entsprechende Clip markiert. Bei anderen Modellen landen nur die Aufnahmen, auf denen etwas passiert ist, im Online-Speicher.

Beide Varianten haben ihre Vor- und Nachteile. Hat die Bewegungserkennung nicht zuverlässig gearbeitet, ist das Material im zweiten Falle weg. Und wenn alles ins Netz gepumpt wird, kostet das nicht nur Datenspeicher, den sich der Anbieter gut bezahlen lässt, sondern auch Traffic – und eine ohnehin schon langsame DSL-Verbindung reduziert sich auf Kriechgeschwindigkeit.

Vorteil der Cloud-Lösung: Man muss nicht am Aufnahmeort für Speicherplatz sorgen und die Aufnahmen sind geschützt. Kein Einbrecher wird die Festplatten aus den Servern am anderen Ende der Welt klauen, nachdem er sich hat filmen lassen – bei Kameras mit integrierter SD-Karte geht das viel einfacher. Außerdem muss man sich nicht um die Konfiguration eines Netzwerkspeichers kümmern, sich nicht mit IP-Adressen und Port Forwarding auseinandersetzen. Auch darum, dass man jederzeit und von überall an seine Aufnahmen oder das Live-Bild kommt, kümmert sich der Cloud-Anbieter.

Das Ganze hat aber natürlich auch Nachteile. Neben der bereits erwähnten Bandbreite, die für die Uploads benötigt wird, kostet es Geld. Aus der einmaligen Investition in eine Überwachungskamera wird ein dauerhafter Kostenblock. Meist geht es nur um wenige Euros im Monat, doch im Laufe von Jahren summiert sich das. Und zum Anderen begibt man sich in die Hände des Kamera-Herstellers. Ob seine Netze und sein Online-Speicher richtig und sicher konfiguriert sind, weiß – im Idealfall – nur er selbst.

In den folgenden Wochen werden wir alternative Überwachungskamera-Lösungen mit integriertem Speicher sowie Netzwerk-Speicher (NAS-Lösungen) für den Privateinsatz und kompatible Kameras testen.

Unser Favorit bei den von uns getesteten Sicherheitskameras ist die IN-8015 (Testbericht) des deutschen Unternehmens Instar. Es handelt sich dabei um eine schwenkbare Kamera für den Inneneinsatz, für Draußen hat das Unternehmen ebenfalls diverse Kameras im Angebot. Gefallen hat uns unter anderem die gute Bildqualität und die schnelle Ansprache beim Drehen der Kamera. Auch die Latenz beim Livebild war so niedrig wie bei keinem anderen Modell unserer Testreihe.

Bild: Techstage

Die Instar IN-8015 ist zwar nicht so intuitiv zu bedienen wie manch andere IP-Cam, dafür bietet sie neben einem großen Funktionsumfang tiefergehende Einstellungsmöglichkeiten. Was zusätzliche Kosten angeht, wird der Nutzer nicht zu einem monatlichen Cloud-Abo genötigt. Dafür gibt es Gutscheine für 10 GByte Speicherplatz auf dem Server des Unternehmens für ein Jahr. Der Preis von knapp 30 Euro erscheint uns fair. Die Cloud ist bei der Instar IN-8015 allerdings optional, Aufnahmen können auch auf SD-Karte in der Kamera oder auf einem FTP-Server abgespeichert werden.

  • Schwarz
    INSTAR IN-8015 schwarz (10080)
  • Weiß
    INSTAR IN-8015 weiß (10081)

Auf Platz 2 unserer Bestenliste landet die Netgear Arlo Pro (Testbericht). Sie ist sowohl für den Innen- als auch für den Außeneinsatz geeignet. An diesem Gerät hat uns besonders die Flexibilität in Sachen Nutzerszenarien gefallen. Die Einstellungsmöglichkeiten diesbezüglich sind vielfältig. Die Arlo Pro arbeitet übrigens nicht mit dem eigenen WLAN-Router zusammen, sondern mit einer Basisstation, die ein eigenes WLAN-Netz aufbaut.

Bild: Techstage

Die Arlo Pro ist eine IP-Kamera mit Akku. Der hält ordentlich lange durch, der Hersteller verspricht ganze 3 Monate. Das konnten wir zwar nicht testen, waren mit der Laufzeit aber sehr zufrieden. Im kostenfreien Basic-Abo bekommt der Besitzer 1 GByte Cloud-Speicher, auf dem bis zu fünf Kameras ihre Aufnahmen für maximal 7 Tage ablegen. Wem das nicht genügt, der muss mindestens 8,99 Euro im Monat löhnen und bekommt dafür 10 GByte, 30 Tage und eine Unterstützung von bis zu zehn Kameras.

  • Set
    Netgear Arlo Pro Kit, 1 Kamera, Set (VMS4130-100EUS)
  • Kamera
    Netgear Arlo Pro Zusatzkamera (VMC4030)

Bei der Somfy One (Testbericht) handelt es sich laut Herstellern nicht „nur“ um eine WLAN-Security-Cam, sondern um eine „All-in-One-Sicherheitslösung“ fürs Zuhause. Das Gerät integriert eine 90 db laute Sirene und lässt sich mit Bewegungsmeldern und weiteren Sensoren des Herstellers vernetzen. Außerdem arbeitet Somfy One mit Amazon Alexa, Google Nest und TaHoma zusammen.

Bild: Techstage

Somfy One zeigte sich im Test zwar als die professionellste Security-Kamera, allerdings fehlten uns in der App wichtige Einstellungsmöglichkeiten den Alarm betreffend. Beispielsweise konnten wir keine Benachrichtigungen auf dem Handy empfangen, wenn nicht auch die relativ laute Sirene aktiviert war. Mit mehr Optionen diesbezüglich innerhalb der App hätte sich das Gerät einen Platz weiter oben in unserem Testfeld verdient.

Nicht zuletzt, weil der Nutzer der Kamera für 9,99 Euro monatlich sogar seinen eigenen Sicherheitsdienst bekommt, der im Alarmfall nachschaut, was los ist. Das Betrachten und Herunterladen der Videos von Ereignissen vor der Linse kostet nichts, für den kompletten Videoverlauf des Tages kommen Kosten von 4,99 Euro monatlich auf den Besitzer zu.

  • Schwarz
    Somfy One (2401492)
  • Bewegungsmelder
    (Kein Produktbild vorhanden)

Die Logitech Circle 2 (Testbericht) eignet sich für den Einsatz innen oder draußen vor der Haustür. Gefallen hat uns neben der guten und soliden Verarbeitung die Bildqualität und die Performance der Kamera übers Netzwerk. Was die Bedienung und das User-Interface angeht, kann die Circle 2 ebenfalls punkten: Intuitiver lässt sich keine andere Cam in unserem Testfeld steuern.

Bild: Techstage

Was die Nutzung der Logitech-Cloud angeht, klingt das Gebotene auf den ersten Blick fair. Ohne Abo gibt es Zugriff auf die Aufnahmen der letzten 24 Stunden, für 14 oder 31 Tage werden 3,99 Euro respektive 9,99 Euro monatlich fällig. Allerdings bezieht sich dies auf die Nutzung nur einer Kamera. Mit drei Kameras und einem 31-Tage-Abo ist der Nutzer also bei knapp 30 Euro monatlichen Kosten.

  • mit Akku
    Logitech Circle 2, kabellos, weiß (961-000420)
  • kabelgebunden
    Logitech Circle 2, kabelgebunden, weiß (961-000419)

Zwar macht die IP-Kamera von Smartfrog (Testbericht) in Sachen Wertigkeit nicht viel her, überzeugt uns aber in Sachen Funktionsumfang und Zuverlässigkeit bei Meldungen. Wie bei fast allen Geräten in unserer Testreihe gibt es auch hier Bewegungs- und Geräuscherkennung, Babyphone-Funktion und Nachtsicht. All dies funktionierte im Test gut. Gut gefällt auch die Möglichkeit, mehrere Smartphones und PCs/Laptops als weitere Kameras ins System zu integrieren. Bis zu zehn Geräte arbeiten zusammen.

Bild: Techstage

Nicht so gut gefällt uns die Preisgestaltung von Smartfrog. Ohne zusätzliche Kosten macht die Sache nämlich nicht viel Sinn. Der Käufer hat die Möglichkeit, Smartfrog für monatlich 5,95 Euro zu „mieten“, nach 24 Monaten geht die Cam dann in den Besitz des Nutzers über. Zu den Kosten gehört ein Abo mit Zugriff auf die Überwachungsvideos der letzten 24 Stunden. Smartfrog ist auch ohne Abo zu haben, dann kostet die Hardware knapp 150 Euro und es gibt nur Zugriff auf das Videomaterial der letzten vier Stunden.

Das Konzept einer WLAN-Kamera in einer LED-Glühbirne hat uns gefallen. Der Vorteil der Sengled Snap (Testbericht) liegt auf der Hand: Bei Bewegungserkennung kann man potenzielle Einbrecher mit Licht verscheuchen, außerdem lässt sich die Beleuchtung zeitgesteuert programmieren. Das erlaubt dem Besitzer, während des Urlaubs seine Anwesenheit vorzugaukeln.

Bild: Techstage

Was die Security-Cam-Eigenschaften angeht, hat uns die Sengled Snap ebenfalls gefallen, allerdings benötigt man zum Betrieb eine spezielle Lampenfassung. Herkömmliche Fassungen funktionieren aufgrund der klobigen Abmessungen in der Regel nicht, der Hersteller hat jedoch eine speziell dafür konzipierte Fassung im Angebot. Die kostet dann aber natürlich noch extra.

Der größte Kritikpunkt an der Sengled Snap sind die zusätzlichen Kosten: Mindestens 3,50 Euro im Monat kostet der Spaß, damit die Bewegungserkennung überhaupt genutzt werden kann. Mit dem kostenlosen Basic-Abo ist nur das Betrachten des Livebildes und die Lichtsteuerung möglich.

Mehr Informationen zu intelligenten LED-Birnen gibt's in unserer Kaufberatung zu Smart Bulbs.

  • Weiß
    Sengled Snap LED 14W/830 E27 (AS01-PAR38EAE27)
  • Fassung
    Sengled Luminaire for Snap (N1E262EW)

Dass die Canary Flex (Testbericht) bei uns auf dem letzten Platz landet, ist vor allem der schlechten Bildqualität geschuldet. Während alle anderen IP-Cams diesbezüglich zumindest zufriedenstellend waren, ist die Qualität hier enttäuschend – obwohl der Hersteller sogar einen 1080p-Image-Sensor verspricht. Die Auflösung bei unseren Videos betrug allerdings nur 720p. Auch die Latenz bei der Übertragung des Livebildes war bei der Canary Flex sehr hoch.

Bild: Techstage

Die sowohl für den Innen- als auch Außeneinsatz gedachte Kamera hat uns bezüglich Funktionsumfang und Performance zwar gefallen, allerdings gibt es nur wenige Einstellungsmöglichkeiten. Beispielsweise gibt es keine Option, manuell ein Video aufzunehmen. Videos der von der Kamera festgestellten Aktivitäten kann der Nutzer bis zu 24 Stunden nach Aufnahme herunterladen, für monatlich 9,99 US-Dollar bis zu 30 Tage.

  • Weiß
    Canary Flex IP Kamera weiß
  • Schwarz
    Canary Flex IP Kamera schwarz

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