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Neues HTC One (M8) gegen Galaxy S5 und Xperia Z2

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Jetzt ist sie vollständig, die Riege der großen Smartphone-Flaggschiffe 2014! Sony und Samsung haben ihre Top-Modelle Xperia Z2 und Galaxy S5 auf dem Mobile World Congress in Barcelona präsentiert, heute folgte HTC mit dem neuen One in London.

Und was soll man jetzt kaufen? Samsung, Sony oder HTC? Die Antwort ist einfach: Kommt darauf an.

Wenn es um die technischen Daten geht, sind die Unterschiede überschaubar. Alle drei Über-Smartphones setzen auf den gleichen Prozessor: Qualcomms Snapdragon 801. Dass das Galaxy S5 mit einer Taktfrequenz von 2,5 GHz 200 MHz über dem neuen One und dem Xperia Z2 liegt, ist in der Praxis wenig relevant. Da ist die höhere Arbeitsspeicherausstattung des Xperia Z2 (3 GByte) schon wichtiger, aber unterm Strich werden auch die 2 GByte der beiden Konkurrenten in den nächsten zwei Jahren für alle Apps und sogar für anspruchsvolle Games vollständig ausreichen.

Auch die übrigen Unterschiede sind nur Kleinigkeiten, die maximal Nuancen für eine Entscheidung geben können – sie aber nicht vollständig rechtfertigen. Dass das Galaxy S5 beispielsweise mit dem schnellen USB-3.0-Standard Daten überträgt, ist so nett wie das UKW-Radio des Xperia Z2. Aber ein über 600 Euro teures Smartphone wegen schnellerer Datenübertragung oder etwas Gedudel kaufen? Nope, da muss mehr her!

Der Pulsmesser des Galaxy S5 zum Beispiel. Bis wir ihn allerdings ausführlich testen konnten, legen wir ihn zunächst mit der Bemerkung "Spielerei" zur Seite. Und wirklich Sportbegeisterte werden ihr Smartphone in naher Zukunft wohl mit einer Smartwatch ergänzen.

Das Trio der Smartphone-Superhelden bedient sich des kompletten Baukastens der aktuellen Materialauswahl. Beim Galaxy S5 dominieren Kunststoff und gummiähnliches Material, das Sony Xperia Z2 setzt auf der Front und auf der Rückseite auf Glas mit einem Rahmen aus Metall, und das neue HTC One kommt mit einem Unibody-Gehäuse aus Alu.

Wofür man sich letztlich entscheidet, ist eine Frage der persönlichen Vorlieben. Die unterschiedlichen Materialien haben ihre geweiligen Vor- und Nachteile. So liegt das S5 mit seiner gummierten Rückseite griffiger in der Hand und wiegt weniger als die beiden Konkurrenten. Das Xperia Z2 gefällt uns allerdings besser, da es sich wertiger anfühlt – der Preis dafür ist allerdings ein relativ kantiges Gehäuse und die Gefahr, dass das Glas auf der Rückseite bei einem Sturz bricht. Das neue HTC One wirkt ebenfalls sehr wertig und liegt mit seinen abgerundeten Seiten deutlich angenehmer in der Hand, bringt allerdings auch das höchste Gewicht auf die Waage.

Freunde von austauschbaren Akkus können ohnehin nur zum Galaxy S5 greifen, da sowohl Sony als auch HTC die Stromspeicher ihrer Boliden fest im Inneren verbaut haben. Das Samsung ist das einzige der drei Konkurrenten, bei dem sich der Deckel öffnen lässt.

Trotzdem haben es die Koreaner geschafft, das S5 dicht zu bekommen: Es ist nach IP67 zertifiziert – und darf somit auch mal nass werden. Auch das Xperia Z2 hält Wasser und Staub von seiner Elektronik fern. Der Preis dafür sind beim Sony allerdings fummelige Klappen vor den Anschlüssen, die man penibel geschlossen halten muss. Und das HTC One? Das hat keine Lust auf Planscherei.

Wenn es um die Android-Version geht, können wir uns nicht beschweren: Alle drei Modelle kommen mit dem aktuellen Android 4.4. Wollen wir mal hoffen, dass die Hersteller auch die Updates nicht schleifen lassen.

Unterschiede gibt es vor allem bei der Oberfläche. Traditionell legt HTC mit seinem Sense-Interface die Messlatte hoch: Es sieht gut aus, wirkt nicht verspielt und hat mit dem Blinkfeed einen praktischen und optisch hübschen Nachrichtenüberblick zu bieten. Letzteren gibt es nun auch bei der neuen Version von Samsungs TouchWiz-Oberfläche, die auf dem S5 zum Einsatz kommt. Sony hingegen wirkt wie der Underdog, wenn es um die Software geht – aber eigentlich zu unrecht. Das User-Interface des Xperia Z2 ist nah an Vanilla-Android angelehnt, aber in vielen Punkten attraktiver und verbessert.

Wir empfehlen, alle drei Geräte bei ernsthaftem Interesse im Laden in die Finger zu nehmen und mit der Oberfläche zu spielen. Schnell hat man so seinen persönlichen Favoriten ermittelt.

Den größten Unterschied zwischen den drei Smartphones gibt es bei den Kameras. Alle drei Hersteller setzen auf High-Tech, aber mit verschiedenen Ansätzen. Sony geht den klassischen Weg: Bewährter BSI-Bildsensor, fette Auflösung mit 20,7 Megapixeln auf einem überdurchschnittlich großen 1/2,3-Zoll-Sensor, normaler Autofokus. Diese Kombination ist quasi ein Garant für ordentliche (Handy-)Fotos, kommen Bildsensoren dieser Größe sonst nur in Kompaktkameras, nicht aber in Smartphones zum Einsatz. Doch Sony bringt noch ein weiteres Highlight unter: Das Xperia Z2 gehört zu den ersten Mobiltelefonen, die Videos in 4K-Auflösung aufnehmen und über die MHL-Schnittstelle wiedergeben können. Allerdings werden die meisten Käufer des Z2 noch nicht über einen 4K-Fernseher verfügen.

Samsung setzt auf einen neuen Bildsensor im kleineren 1/3-Zoll-Format, in dem dafür Messpunkte für einen Phasenvergleichs-Autofokus integriert sind. Auf Deutsch: Anstelle des langsamen Kontrastautofokus, den etwa alle Kompaktkameras und alle Smartphones mit Autofokus einsetzen, misst das Galaxy S5 beim Druck auf den Auslöser in Sekundenbruchteilen die Entfernung zum Motiv, stellt scharf, und schießt das Foto. Das reduziert die Verzögerung deutlich. Gleichzeitig ist die Auflösung mit 16 Megapixeln immer noch auf einem sehr hohen Niveau – und zumindest in der Vergangenheit hat Samsung durchaus bewiesen, dass die Koreaner gute Kameras bauen können.

HTC hingegen wählt einen komplett anderen Ansatz. Die 4-Megapixel-Kamera (alias Ultrapixel-Kamera) kennen wir schon vom ersten One. Dazu kommt beim neuen Modell ein zweiter Bildsensor, der die Tiefeninformationen ermittelt. So weiß das Smartphone, welcher Teil des Motives wie weit von der Kamera entfernt ist. Das erlaubt ebenfalls einen blitzschnellen Autofokus – und zusätzlich noch witzige und interessante Spielereien mit Tiefenschärfe, dem Austauschen von Personen und Hintergründen, 3D-Ansichten und so weiter. Dazu kommt die automatische Video-Schnittfunktion Zoe, die wir in einfacherer Form schon vom ersten One her kennen.

Wir stellen also fest: Die Hardware ist bei allen Geräten top. Das Gehäuse ist wie die Software eine Frage des persönlichen Geschmacks. Wirkliche Unterschiede gibt es bei der Kamera.

Wer gerne Fotos schießt und ohne Zuhilfenahme von Photoshop & Co. Effekte einbauen möchte, kommt um das HTC One nicht herum – mehr Foto-Spielereien bietet keiner. Ernsthaftere Aufnahmen mit höheren Auflösungen, die sich auch für das Nachbearbeiten mit Photoshop eignen, bieten Samsung und Sony. Samsung punktet mit dem flotten Autofokus, Sony mit der 4K-Videoaufnahme – wobei letztere zumindest heute noch mangels Wiedergabegeräten eher als Spielerei durchgeht.

Wenn Ihr das neue HTC One (M8) noch nicht ausgiebig gesehen habt, dann empfehlen wir Euch einen Blick in unsere Hands-on-Fotostrecke. Außerdem haben wir an anderer Stelle bereits ein ausführliches Hands-on inklusive Video vom neuen HTC One M8 veröffentlicht.

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