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Marktübersicht: Alle Android-7-Smartphones bis 200 Euro

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Smartphones mit Android-Betriebssystem gibt es massenweise; die Preisspanne erstreckt sich von unter 100 Euro bis weit über 500 Euro. Die günstigsten Geräte kommen für uns aber aus verschiedenen Gründen nicht in Frage: Entweder, man bekommt sie nur im Ausland oder sie sind technisch gesehen total überaltert. Das betrifft auch und vor allem die Aktualität der verwendeten Software.

Was bei veralteter Software passieren kann, erlebten viele Android-Nutzer Ende 2016, als der sich der Smartphone-Virus HummingBad auf 85 Millionen Geräten weltweit einnistete, zehntausende davon gehörten deutschen Anwendern.

Die Hersteller sparen gerne an Software-Updates. Vor allem Käufer günstigerer Modelle müssen oft damit leben, dass es für ihre Smartphones schlicht gar keine Aktualisierungen gibt. Unsere Kollegen von c’t haben herausgefunden, dass zehn Monate nach Veröffentlichung von Android 6 erst auf 10 Prozent aller Geräte die aktuelle Version lief. Auf über der Hälfte der Smartphones und Tablets laufen mindestens zwei Jahre alte Android-Versionen.

Das ist ärgerlich, nicht nur wegen der Sicherheitslücken. Auch neue Funktionen bleiben verwehrt. So ist es beim aktuellen Android 7 alias Nougat endlich möglich, zwei Apps nebeneinander darzustellen – aber leider eben nur bei Geräten mit aktueller Software.

Auch einige Apps setzen eine einigermaßen aktuelle Version von Android voraus, um überhaupt zu funktionieren. The Simpsons Springfield hat kürzlich mit einem Update alle Smartphones mit einer Betriebssystemversion älter als 4.0 ausgesperrt.

Ende Gelände: Immer mal wieder zwingen App-Updates die Anwender zu einer neueren Betriebssystem-Version. Blöd, wenn es die dann nicht gibt.

Während es jetzt gar nicht so schlimm scheint, ein Smartphone mit Android 6 zu kaufen, sollte man auch an die Zukunft denken. Die Software ist aktuell schon über ein Jahr alt – und das Smartphone ist im Idealfall mehrere Jahre im Einsatz. In zwei bis drei Jahren dürfte es viele Funktionen, die dann zum Standard gehören, nicht unterstützten – und trägt potentiell auch einige ungepatchte Sicherheitslücken in sich.

Wer also Wert auf die neuesten Funktionen und einen möglichst hohen Grad an Sicherheit legt, der sollte auf eine aktuelle Android-Version achten. Nicht alle Handys in unserer Übersicht laufen schon jetzt mit Nougat, das Update ist aber zumindest offiziell seitens des Herstellers angekündigt. Im Preisbereich von 100 bis 200 Euro finden sich acht Modelle, darunter ist an ein aktuelles Android nicht zu denken. Es handelt sich dabei ausnahmslos um Geräte namhafter Herstellern, die direkt in Europa erhältlich sind.

Der erste Eindruck unserer bereits eingetroffenen Testgeräte hat selbst uns positiv überrascht. Das Sony XA oder das Samsung A3 beispielsweise liegen super in der Hand und wirken sehr hochwertig. Der Spielzeug-Look, welcher vor allem durch die Verwendung billiger Materialien entstand, gehört der Vergangenheit an.

Die wichtigsten technischen Standards sind bei allen Geräten vorhanden. So beherrschen alle aufgeführten Smartphones LTE für einen schnellen mobilen Datentransfer. Navigieren per GPS ist ebenso Standard wie Bluetooth 4.0. Auch die verbreitetsten WLAN-Standards zur Anbindung an das Heimnetzwerk oder öffentliche Hot-Spots gehören zur Grundausstattung. Wer hingegen in Ballungsgebieten wohnt und gerne auf WLAN im 5-GHz-Band zurückgreifen möchte, muss mehr Geld auf den Tisch legen.

Übersicht: Nougat-Smartphones bis 200 Euro
Hersteller Honor HTC Lenovo LG Motorola Samsung Samsung Sony
Bezeichnung 5C Desire 530 C2 K8 M200N Moto G4 Play Dual Sim Galaxy A3 (2016) A310F Galaxy J3 Xperia XA
Preis ca. 178,00 € 165,00 € 100,00 € 159,00 € 135,00 € 189,00 € 124,00 € 169,00 €
Display 5,2", 1920 x 1080, 424 ppi 5", 1280 x 720, 294 ppi 5", 1280 x 720, 294 ppi 5", 1280 x 720, 294 ppi 5", 1280 x 720, 294 ppi 4,7", 1280 x 720, 312 ppi 5", 1280 x 720, 294 ppi 5", 1280 x 720, 294 ppi
Akku Nicht wechselbar, 3000 mAh, Li-Ion Nicht wechselbar, 2200 mAh, Li-Ion Austauschbar, 2750 mAh Li-Polymer Austauschbar, 2125 mAh, Li-Ion Austauschbar, 2800 mAh, Li-Ion Nicht wechselbar, 2300 mAh, Li-Ion Austauschbar, 2600 mAh Li-Ion Nicht wechselbar, 2300 mAh, Li-Polymer
Speicher intern 16 GByte 16 GByte 8 GByte 8 GByte 16 GByte 16 GByte 8 GByte 16 GByte
Speicher extern maximal 128 GByte maximal 200 GByte maximal 32 GByte maximal 32 GByte maximal 128 GByte maximal 128 GByte maximal 128 GByte maximal 200 GByte
Haupt-Kamera Video, Foto 1920 x 1080, 4160 x 3120 1280 x 720, 3264 x 2448 1280 x 720, 3264 x 2448 1920 x 1080, 3264 x 2448 1920 x 1080, 3264 × 2448 1920 x 1080, 4160 x 3120 1920 x 1080, 3264 × 2448 1920 x 1080, 4160 x 3120
Zweite Kamera Foto 3264 x 2448 2592 x 1944 2592 x 1944 2592 x 1944 2592 x 1944 2560 x 1920 2592 x 1944 3264 x 2448
Sim Nano-Sim, dual (Hybrid-Einschub) Nano-Sim, single Nano-Sim, dual (eigener Slot) Micro-Sim, single Micro-Sim, dual (eigener Slot) Nano-Sim, single Micro-Sim, dual (eigener Slot) Nano-Sim, single
Abmessung 147,1 x 73,8 x 8,3 mm 146,9 x 70,9 x 8,3 mm 143,2 x 71,5 x 9 mm 144,6 x 71,5 x 8,7 mm 144,4 x 72 x 9,9 mm 134,5 x 65,2 x 7,3 mm 142,3 x 71 x 7,9 mm 143,6 x 66,8 x 7,9 mm
Gewicht 156 g 140 g 140 g 157 g 155 g 132 g 138 g 139 g
Gehäuse Aluminium Kunststoff Kunststoff Kunststoff Kunststoff Aluminium / Glas Aluminium Kunststoff
WLAN 802.11b, g, n 802.11b, g, n 802.11b, g, n 802.11b, g, n 802.11b, g, n 802.11b, g, n 802.11b, g, n 802.11b, g, n

Die Preisangaben in dieser Tabelle stammen vom 24. Februar 2017. Aktuelle Preise findet Ihr im Preisvergleich unter Weiterführende Links am Ende dieses Beitrags.

Hässlich? Nein, danke! Auch in der günstigen Geräte-Klasse gibt es inzwischen fast randlose Displays wie hier beim Sony Xperia XA.

Die Bildschirme der Geräte auf unserer Liste sind mit mindestens 1280 × 720 Bildpunkten allesamt ausreichend hochauflösend und bieten dank einer Pixeldichte von mindestens 294 ppi ein zeitgemäß scharfes Bild. PPI steht für Pixel per Inch, also Pixel pro Zoll. Je höher der Wert, desto schärfer ist die Darstellung. Alles im Bereich von 300 ppi und mehr ist angenehm für die Augen, Apple spricht bei seinen iPhones ab 326 ppi von einem Retina-Display. Gemeint ist damit, dass das durchschnittliche menschliche Auge beim typischen Betrachtungsabstand keine einzelnen Bildpunkte mehr erkennen kann.

Wer ein kleineres Gerät sucht, sollte sich sich das Samsung Galaxy A3 mit dem einzigen 4,7-Zoll-Bildschirm in unserer Übersicht genauer ansehen; es hat ebenfalls eine Auflösung von 1280 × 720 Pixeln. Deutlich kleinere Geräte mit aktuellem Android gibt es im Preissegment bis 200 Euro derzeit nicht. Wer Wert auf ein besonders scharfes Display legt, sollte sich das Honor 5c ansehen; es ist in in unserem Vergleich das einzige Gerät mit Full-HD-Auflösung, also 1920 × 1080 Pixeln. Mit 5,2 Zoll hat es aber auch die größte Diagonale. Alle anderen Modelle sind 5,0 Zoll groß.

Nur bei drei von acht Geräten ist der Akku durch den Anwender austauschbar.

Die verwendeten Akkus haben eine Kapazität zwischen 2125 und 3000 mAh. Bei normaler Nutzung halten die Geräte damit immer einen Tag durch, die Smartphones mit höherer Kapazität schaffen auch intensiveren Einsatz oder – bei moderater Nutzung – zwei Tage.

Lenovo und Sony setzen auf die neuere und vom Formfaktor flexiblere Li-Polymer-Technik, während alle anderen Hersteller auf Li-Ion Akkus setzen. Der Vorteil ist, dass sich die Akkus einfacher in das Smartphone-Gehäuse integrieren lassen – für den Nutzer ist das aber eigentlich egal. Wer gerne zum Skifahren geht und dabei sein Handy nutzen möchte, sollte wissen, dass die Li-Polymer-Akkus bei Kälte etwas schneller an Kapazität verlieren als Li-Ion-Modelle. In der Praxis dürfte der Unterschied aber nicht sonderlich relevant sein.

Die Akkus von Lenovo C2, Samsung Galaxy J3, Moto G4 und LG K8 sind austauschbar; bei den restlichen Geräten sind sie fest verbaut. Wer sein Smartphone mehrere Jahre verwenden möchte, sollte sich überlegen, ob es nicht lieber ein Gerät mit wechselbarem Akku sein sollte. Ansonsten muss der Tausch beim Service durchgeführt werden und ist deutlich teurer.

Lenovo C2, Samsung Galaxy J3 und LG K8 bringen leider nur 8 GByte internen Speicher mit, welcher etwa zur Hälfte bereits durch das Betriebssystem und mehr oder weniger sinnvollen, vorinstallierten Apps belegt ist. Die verbleibenden 3 bis 4 GByte sind aus heutiger Sicht einfach zu wenig.

Wer gerne seine Musiksammlung dabei hat, viel spielt oder beispielsweise Navigationssoftware benutzt, kommt schnell in Bedrängnis. Leider lassen sich nach wie vor nicht alle Apps vollständig vom internen Gerätespeicher auf eine microSD-Karte verschieben. Wer vor hat, viele Apps zu nutzen, sollte unbedingt auf eine ausreichende Speicherausstattung achten.

Bei Samsung können der microSD- und der zweite SIM-Karten-Slot gleichzeitig genutzt werden.

Das beliebte Strategie-Kartenspiel Hearthstone beispielsweise benötigt alleine mindestens 2, besser noch 3 GByte internen Speicher. Es gibt zwar die Möglichkeit, 2 GByte des Spiels auf die microSD-Karte zu verschieben, es bleibt aber bei einem internen Speicherbedarf von immerhin noch einem Gigabyte. Drei solche Apps und der Speicher ist voll.

Der Rest der Geräte in dieser Preisklasse bietet immerhin 16 GByte internen Speicher, so dass auch genügend Platz für eigene Anwendungen, Fotos oder Musik zur Verfügung steht.

Erweitern läßt sich der Speicher bei allen Geräten mittels einer Micro-SD-Karte. Das Lenovo C2 und das LG K8 nehmen dabei maximal 32 GByte Speicher auf. Dieser Platz wäre bereits ausreichend für ca 15.000 Fotos oder 6000 MP3-Dateien. Die restlichen Geräte schaffen 128 GByte. Sony und HTC geben das Maximum gar mit 200 GByte an – wer aber soviel Speicher braucht, sollte sich überlegen ob es nicht sinnvoller wäre, gleich ein Gerät mit größerem internen Speicher zu kaufen.

Ausstattungsmerkmale wie einen optischen Bildstabilisator oder einen Mehrfarb-LED-Blitz gibt es in dieser Preisklasse nicht. Für Schnappschüsse in hellen Umgebungen reichen die Kameras aber aus.


Die Haupt-Kameras bieten allesamt eine vernünftige und zeitgemäße Auflösung zwischen 8 und 13 Megapixeln. Neben der Auflösung kommt es vor allem auf die verwendete Optik und deren Lichtempfindlichkeit an. Der niedrige Geräte-Preis fordert hier seinen Tribut. So sollten zwar alle Smartphones gute Fotos hinbekommen, solange die Lichtverhältnisse gut sind; wer aber auch bei mäßigen Lichtverhältnissen qualitativ hochwertige Bilder erwartet, muss mehr Geld investieren.

Bis auf das Lenovo C2, welches Videos nur mit 1280 × 720 Bildpunkten aufnimmt, schaffen die anderen Geräte unserer Liste Full-HD mit 1920 × 1080 Pixeln. Die Selfie-Kameras auf der Gehäusefront haben mindestens eine Auflösung von 5 Megapixel. Das Xperia XA und das Honor 5c bieten sogar 8 Megapixel – aber auch für Video und Selfie gilt: Die Lichtverhältnisse müssen gut sein, um gute Ergebnisse zu erzielen.

Die Hälfte der Geräte auf unserer Liste sind Dual-SIM fähig; der Rest hat nur für eine SIM-Karte Platz. Dual-SIM macht beispielsweise Sinn, wenn man beispielsweise häufig im Nachbarland zum Skifahren geht und dort WhatsApp oder Facebook weiter nutzen möchte, ohne Roaming-Gebühren zu bezahlen.

Auch wenn das EU-Roaming demnächst fallen soll: Vor allem günstige Prepaid-Tarife bringen meist nur wenig Inklusivvolumen mit. Schnell kann es sich lohnen, im Ausland eine weitere Prepaid-Karte für den Zeitraum des Aufenthalts zu kaufen.

Auch die gleichzeitige Nutzung einer privaten und einer geschäftlichen Telefonnummer auf nur einem Gerät kann sinnvoll sein. Vor einigen Jahren waren Dual-Sim-Geräte noch echte Exoten von meist unbekannten Herstellern. Schön, dass sich das inzwischen geändert hat. Die Hersteller setzen sowohl auf die Nano- als auch auf die etwas größere Micro-SIM.

Achtung: Beim Smartphone von Honor kann man entweder eine SIM- und eine Speicherkarte oder zwei SIM-Karten einsetzen, muss dann aber auf die Speicherkarte verzichten. Für den Einsatz auf der Skipiste ist das sicherlich okay, wer aber dauerhaft zwei SIM-Karten verwenden möchte, muss dann mit weniger Speicher leben – oder nach einem anderen Modell schauen.

Wichtig ist, dass Käufer sich im Vorfeld gut überlegen sollte, was sie eigentlich machen möchten. Wer sein Smartphone hauptsächlich zum Telefonieren benutzt, auf Facebook unterwegs ist oder WhatsApp verwendet, wird mit allen Geräten in der Übersicht zufrieden sein und kann nach persönlichem Gusto entscheiden: Das beste Display hat das Honor, bei LG gibt's dafür einen Fingerabdruckscanner. Auch einfache Casual-Games laufen problemlos auf allen Smartphones. Wer aber Lust auf anspruchsvollere Spiele mit aufwändiger 3D-Grafik oder großer Datensammlung hat, braucht mehr Rechenleistung und viel internen Speicher.

Für Spezialanwendungen und Hardcore-User sind diese Modelle nicht ausreichend ausgestattet. So gibt es ganz klar bessere Kameras, größeren internen Speicher, mehr Anschlussmöglichkeiten oder mehr Rechenleistung. Diese Details kosten aber auch dementsprechend Geld. Selbst als langjähriger Benutzer eines Flagship-Smartphones kommt man stark ins Grübeln, wenn man sieht, dass man für den Preis eines aktuellen Top-Gerätes auch eine handvoll günstige Geräte bekommen würde – und dass, ohne deshalb gleich ein billig anmutendes Plastikteil in Händen zu halten.

Neben der Ausstattung spielen aber auch Optik und Haptik eine große Rolle, weshalb es sich auf jeden Fall lohnt, die Geräte einfach mal in einem Laden in die Hand zu nehmen und zu vergleichen.

Wenn die Marke des Smartphones keine Rolle spielt, ist das Honor 5c eine gute Wahl. Die Ausstattung mit Dual-SIM, 16 GByte Speicher und dem hochauflösenden Display machen es zum Favoriten.

Für diejenigen, denen Markennamen wichtig sind, ist wahrscheinlich ein Gerät von Samsung oder Sony die bessere Wahl. Sony XA und Galaxy A3 liegen besser in der Hand und haben einen größeren Speicher als das Galaxy J3; dafür haben beide nur einen einzelnen SIM-Karten-Einschub.

In den kommenden Wochen werden wir alle Geräte in dieser Übersicht ausführlich testen. Für diese Modelle haben wir schon einen ausführlichen Testbericht für Euch:

Lenovo C2 im Test
Motorola Moto G4 Play im Test
Honor 5c im Test
Huawei P9 Lite im Test

Honor 5c (heise Preisvergleich)
HTC Desire 530 (heise Preisvergleich)
Lenovo C2 (heise Preisvergleich)
LG K8 (heise Preisvergleich)
Motorola Moto G4 Play (heise Preisvergleich)
Samsung Galaxy A3 (heise Preisvergleich)
Samsung Galaxy J3 (heise Preisvergleich)
Sony Xperia XA (heise Preisvergleich)

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