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Im Test: Funktioniert der Jailbreak für iOS 7.1?

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Seit Apple das Update auf iOS 7.1 herausgebracht hat, ist Schluss mit Jailbreaks: Der iPhone-Hersteller hat in der neuen Software-Version die Sicherheitslücke geschlossen. Eben diese hat der bekannte evasi0n-Jailbreak in den vergangenen Wochen ausgenutzt, um volle Rechte auf dem iPhone zu erhalten und so den alternativen App-Store Cydia installieren zu können.

Tatsächlich sieht es so aus, als wären die Schotten im Moment mal wieder dicht. Lediglich für ältere iPhone-Modelle gibt es derzeit Hoffnung: So verfügt das iPhone 4 scheinbar über eine Sicherheitslücke, die Apple nicht mehr schließen kann. Dementsprechend gibt es bereits seit dem 21. März ein Video, das ein iPhone 4 mit iOS 7.1 und Jailbreak zeigt. Für die Masse verfügbar ist das Tool aber nicht. Auch der bekannten iPhone-Hacker Steven De Franco alias iH8sn0w hat kürzlich getwittert, dass sein iPhone 4S mit iOS 7.1 einen Jailbreak hat. Mehr Details dazu? Fehlanzeige.

Unabhängig davon wollen die meisten der von früheren Jailbreaks bekannten Hacker wohl auf iOS 8 warten, das wohl im Herbst kommt. Dieses Gerücht geht zumindest im Internet um – und ist nicht ganz von der Hand zu weisen: Nötige Sicherheitslücken für den Jailbreak sind inzwischen ganz schön rar, und mit jedem neuen Update verschwinden wieder welche. Wer also einen Jailbreak nutzen möchte, sollte nicht auf iOS 7.1 aktualisieren – egal ob iPhone 4 oder 4S, iPhone 5 oder 5S oder iPad.

Immer, wenn es eine neue iOS-Version gibt, versuchen schmierige Geschäftemacher, an Euer sauer verdientes Geld zu kommen. Mehr oder weniger gut gemachte Webseiten tischen mehr oder weniger glaubwürdige Lügenmärchen auf, um Euch davon zu überzeugen, dass es wirklich einen funktionierenden Jailbreak oder Unlock für iOS 7.1 gibt – belegt mit angeblichen Tweets von Hackern, Screenshots von angeblich tatsächlich existenten Tools und teilweise sogar mit gefälschten Erfahrungsberichten von angeblich echten Nutzern.

Merkt Ihr was? Genau: Viel mehr "angeblich" kann man in einem Satz gar nicht unterbringen. Kurz und knapp: All diese Angebote sind erstunken und erlogen. Gebt kein Geld für einen Jailbreak aus. Gibt es einen, werdet Ihr ihn kostenlos finden. Gibt es keinen kostenlosen, gibt es gar keinen.

Im Oktober habe ich einen angeblichen Jailbreak für iOS 7 ausprobiert, als es den offiziellen noch nicht gab. Erwartungsgemäß: Alles Quatsch, und die angebliche Geld-Zurück-Garantie greift natürlich nicht. Hier findet Ihr meinen Erfahrungsbericht zum Fake-Jailbreak.

Eine neue Masche kostet wenigstens keine Kohle, nützt aber trotzdem nichts. Auf der gar nicht mal schlecht gemachten Webseite 71jailbreak.com (einen Link gibt's nach entsprechender Kritik im letzten Beitrag zum Thema absichtlich nicht ;-) ) wird ein Jailbreak für die aktuelle iOS-Version beworben – mit angeblichen Zitaten und echten Fotos der Mitglieder des iPhone Dev Teams, das sich für frühere Jailbreaks verantwortlich zeigt.

Die Kollegen wissen vermutlich noch nicht einmal von ihrer zweifelhaften Ehre. Zitate wie "This will go down in iOS jailbreaking history" des GreenPosi0n-Entwicklers Joshua Hill mögen vielleicht sogar echt sein – aber sie beziehen sich garantiert nicht auf dieses Angebot.

Vom Computer aus betrachtet sieht die Seite halbwegs seriös aus. Sie fordert den Nutzer auf, sich mit dem iPhone oder iPad auf die Seite zu begeben. So soll der Jailbreak – wie früher – einfach nur durch einen Besuch der Webseite durchgeführt werden. Das Herunterladen von Programmen, das Anstecken des Smartphones an den Computer, die Installation von Software und das Nutzen von iTunes? Soll alles nicht nötig sein.

Also flugs mit dem Handy auf die Seite gesurft. Hier gibt es nun einen Button, der den Jailbreak starten soll. Ein Fingertipp bringt einen Balken dazu, in Fünf-Prozent-Schritten von 0 gen 100 zu wandern. Im Hintergrund passiert: nichts.

Sobald der Balken am Ziel angekommen ist, geht es weiter auf die nächste Seite. Man soll eine App installieren, um fortzufahren. In unserem Fall ist es das Spiel Castle Clash. Über diverse Werbe-Vermarkter werden wir nach einem Klick in den App-Store geschickt und können die App installieren. Im Hintergrund kassiert übrigens der Betreiber der Seite eine Provision für seine "Kunden-Werbung".

Wir haben das Spiel installiert und springen zurück zum Browser. Erwartungsgemäß passiert hier: nichts. Wir starten den Vorgang erneut. Immerhin werden wir nicht erneut aufgefordert, Castle Clash zu installieren. Der vermeintliche Jailbreak überspringt diesen Schritt, wir landen auf einer leeren Seite. Das wars.

Und so ist sie, die traurige Wahrheit: Die Welt da draußen ist böse. Schmierige Typen versuchen aus jedem Bedürfnis, Kohle zu machen – und je schwerer das Bedürfnis zu befriedigen ist, um so leichter finden sie ihre Opfer.

Immerhin geht es bei dieser Masche nicht ins Geld. Die installierte App können wir ja einfach wieder vom Handy schmeißen. Aber dass die Jungs, die hinter diesem Fake stehen, trotzdem Provision kassieren, geht eigentlich gar nicht. Deswegen: Augen auf vorm Jailbreak. Wenn ihr auf ihn angewiesen seid, macht keine iOS-Updates, ohne euch vorher darüber zu informieren. Und wenn Ihr ein iOS installiert habt, das sich nicht knacken lässt: Fallt nicht auf krude Methoden rein. Ein Jailbreak ist kostenlos und man muss weder Spiele noch Flirt- oder Porno-Apps installieren, keine E-Mail-Adressen, Telefon- oder Kontonummern eingeben oder kostenpflichtige SMS verschicken.

In unseren weiteren Artikeln findet Ihr mehr Infos zum Jailbreak, zu Problemen und Lösungen sowie die besten Jailbreak-Apps für iOS 7.

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