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Günstige Tablets: Kindle Fire HD, iPad Mini oder Nexus 7

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Wer auf der Suche nach einem günstigen Tablet im "kleinen Format" um 7 Zoll ist, stolpert zwangsläufig über diese drei Kandidaten: iPad Mini, Nexus 7 und Kindle Fire HD. Apple, Amazon und Google installieren unterschiedliche Betriebssysteme, unterhalten eigene App-Stores – und das bedeutet ganz unterschiedliche Vor- und Nachteile. Während das Nexus 7 und das iPad Mini "out of the Box" Spaß machen, leidet Amazons Kindle Fire HD unter einem großen Nachteil, der sich aber durch einen Jailbreak abstellen lässt. Dazu später mehr.

Bevor wir einen Blick auf die inneren Werte der Tablets werfen: Fans von hochwertigen Materialien und kühlem Metall brauchen fast schon nicht mehr weiterlesen, denn ein Alu-Gehäuse gibt's nur beim iPad Mini. Amazon und Google verwenden Plastik, wobei sich Kinde und Nexus nicht billig anfühlen, aber mit der Wertigkeit des iPad nicht mithalten können. Immerhin: Dieser Punkt ist reine Geschmackssache.

Obwohl das iPad 30 Gramm weniger wiegt als als das Nexus, hat es das größte Display. Mit 7,9 Zoll überragt es beide 7-Zoll-Konkurrenten. Der Haken ist allerdings die geringe Auflösung, nur 1024 × 768 (163 ppi) statt 1280 × 800 (216 ppi). Ausgerechnet der Erfinder des Retina-Marketingbegriffs für eine hohe Pixeldichte und damit eine gestochen scharfe Darstellung von Inhalten muss sich also in diesem Punkt den beiden Konkurrenten geschlagen geben.

Beim Speicher fällt auf, dass Apple sich die Kapazität am teuersten bezahlen lässt. Einen Speicherkartenslot hat keines der drei Geräte zu bieten. Sehr schade, denn das wäre kundenfreundlich – spült aber nicht so viel Kohle in die Kasse des Herstellers.

Die übrige technische Ausstattung ist sehr ähnlich. Das Nexus 7 hat zwar einen Quad-Core-Prozessor, während die beiden anderen Modelle mit zwei Rechenkernen auskommen müssen. Gespart hat Google woanders: WLAN nur im 2,4-GHz-Band, Bluetooth 3.0 statt 4.0 beim iPad und LTE nicht einmal gegen Aufpreis. Fürs Kindle gilt: nicht einmal UMTS und auch nur Bluetooth 3.0. Und Apple? Bietet das alles. Gegen mächtig viel Kohle, versteht sich: Ein vollausgestattetes iPad Mini mit UMTS, LTE und 64 GByte kostet stolze 660 Euro – und damit so viel wie drei Nexus 7 oder Kindle Fire HD. Apple-typisch gibt es leider nur Krüppel-LTE, das ausschließlich in einigen Großstädten im Netz der Telekom funktioniert.

Das iPad Mini ist letztlich ein großes iPhone. Die Oberfläche ist simpel, aber gewohnt. Es gibt das typisch-enge Apple-Korsett, das zwar viele Dinge nicht erlaubt, dafür aber für flotte Reaktionen und hohe Zuverlässigkeit sorgt.

Android auf dem Nexus 7 ist da fast das Gegenteil. Alles lässt sich anpassen, umstellen und verändern. Widgets hier, andere Darstellung da, neue Features für die Oberfläche dort. Aber wer zu viel an den Innereien des Betriebssystems spielt, riskiert die Zuverlässigkeit.

Amazon geht den Apple-Weg. Obwohl unter der Haube auch Android zum Einsatz kommt, gibt es eine komplett andere Oberfläche, striktere Richtlinien und einen eigenen App-Store.

Wer auf eine einfache, flotte Bedienung Wert legt, wird mit dem iPad oder dem Kindle Fire HD glücklich – wobei unserer Erfahrung nach das iPad Mini noch ein Stück flüssiger reagiert, während zum Beispiel der Browser des Amazon-Tablets bei umfangreichen Webseiten gerne mal nervig ruckelt. Android-Fans, die es gewohnt sind, ihre Oberfläche beliebig nach ihren Vorstellungen anzupassen, sollten um die strengen Regeln der Konkurrenz lieber einen Bogen machen und zum Nexus 7 greifen.

Bei der App-Auswahl haben ganz klar Apple und Google die Nase vorn. In der Praxis wirken viele Anwendungen für das iPad attraktiver und professioneller, kosten aber auch mehr Geld als unter Android.

Amazon hingegen hat in seinem eigenen App-Store ein deutlich kleineres Angebot. Wer das Gerät primär zum Betrachten von Filmen oder zum Lesen von eBooks nutzen möchte, stört sich daran nicht – wer aber eine große Spiele-Auswahl erhofft, wird bei der Konkurrenz glücklicher.

Bastler können diesen Haken aber umgehen. Mithilfe eines Jailbreaks auf dem Kindle Fire HD ist es uns gelungen, auch den offiziellen Google-App-Store Play auf dem Amazon-Tablet zu installieren. Damit verbindet das Kindle dann die Vorteile aus beiden Welten – vorausgesetzt, man möchte sich mal ein paar Stunden hinsetzen und den Jailbreak durchführen.

Wenn es um Bücher und Musik geht, sind traditionell Apple und Amazon besonders gut aufgestellt. Klar, schließlich sind das die Stärken der beiden Unternehmen. Doch auch Google hat inzwischen ordentlich aufgeholt. Seit der Umbenennung des App-Stores von Google Market in Google Play finden sich dort nun auch Bücher und Musik. Filme haben ebenfalls alle drei im Angebot, wobei Apple die mit Abstand größte Auswahl bietet. Bei Google fehlen Serien komplett, bei Amazon ist Kaufen und Mieten nicht vorgesehen, sondern nur ein Abomodell ab 7 Euro pro Monat.

Obwohl das iPad Mini ein schlechteres Display hat als seine Konkurrenten, spielt es preislich in einer anderen Liga: Es ist deutlich teurer. Dafür gibt es ein attraktives, unkompliziertes Gerät mit vielen Möglichkeiten, das vor allem Fans von Apps und Spielen sowie ruckelfreien Reaktionen glücklich machen dürfte.

Auf der anderen Seite haben wir die Tablets von Amazon und Google. Technisch sind sie sich sehr ähnlich. Das Nexus 7 bietet anpassungswilligen Android-Nutzern mehr Möglichkeiten, das Kindle Fire HD ist einfacher zu bedienen und hat einen HDMI-Ausgang. Unkomplizierteren Zugriff auf Inhalte wie Videos, Fotos und eBooks bietet Amazon, mehr Apps Google.

Bastelwillige holen sich mit einem Jailbreak aber das beste aus beiden Welten auf das Kindle-Tablet. Wer sich den Hack zutraut, fährt damit wohl am besten.

Technische Daten: Kindle Fire HD vs. iPad Mini vs. Nexus 7
Hersteller Amazon Apple Asus
Gerät Kindle Fire HD iPad Mini Nexus 7
Preis WLAN ab 214 Euro (ab 199 Euro mit Werbeeinblendungen) ab 329 Euro ab 199 Euro
Preis 3G nicht verfügbar ab 459 Euro ab 299 Euro (32 GByte)
Display 7,0 Zoll LCD, 1280 × 800 Pixel 7,9 Zoll LCD, 1024 × 768 Pixel 7,0 Zoll LCD, 1280 × 800 Pixel
Frontkamera 1,3 Megapixel 1,2 Megapixel 1,2 Megapixel
Rückkamera nein 5,0 Megapixel nein
Prozessor TI OMAP 4460 Dual-Core, 1,2 GHz Apple A5 Dual-Core, 1,0 GHz Nvidia Tegra 3 Quad-Core, 1,3 GHz
Arbeitsspeicher 1 GByte 512 MByte 1 GByte
Interner Speicher 16 oder 32 GByte 16, 32 oder 64 GByte 8 oder 16 GByte
Speicherkartenslot nein nein nein
OS Kindle Fire OS iOS Android
App-Quelle Amazon App Store Apple App Store Google Play
WLAN 802.11 a/b/g/n 802.11 a/b/g/n 802.11 b/g/n
Bluetooth 3.0 4.0 3.0
UMTS nein optional optional
LTE nein optional, nur 900-MHz-Band in Deutschland nein
Akkulaufzeit 11 Stunden (ohne WLAN) 10 Stunden 8 Stunden
Akkukapazität 16,4 Wh 16,3 Wh 16 Wh
Abmessungen 19,3 × 13,7 × 1,0 cm 20,0 × 13,5 × 0,7 cm 19,9 × 12,0 [1,1] cm
Gewicht 395 g 308 g 340 g
Anschlüsse Micro-USB, Micro-HDMI Lightning Micro-USB

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