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Gadgets zum Abnehmen: gute Vorsätze fürs neue Jahr

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Der Januar ist ein guter Monat für Fitness-Studios. Die über die Feiertage angefressenen Pfunde bescheren den Mucki-Buden in Kombination mit den guten Vorsätzen zum Jahresbeginn gerne auch mal 60 Prozent der Gesamtjahres-Anmeldungen. Wer sich keinen Zwölf-Monate-Vertrag ans Bein binden mag oder lieber alleine trainiert, findet in den immer zahlreicheren Fitness-Gadgets eine Alternative. Wir geben einen Überblick.

Diese Kategorie der Fitness-Gadgets dürfte inzwischen altbekannt sein: die klassischen Tracker von FitBit, Jawbone & Co. Sie zählen die zurückgelegten Schritte und schätzen anhand dieser und einiger vom Nutzer eingetragener Körperdaten wie Größe, Gewicht und Alter dessen täglichen Kalorienverbrauch.

Um abzunehmen, ist eine negative Kalorienbilanz erforderlich – man muss also mehr Energie verbrennen als man aufnimmt. Dazu bieten die Apps der meisten Tracker eine Funktion zum Protokollieren der Ernährung. Wer alle Getränke und Speisen eines Tages aufzeichnet und am Ende eine negative Bilanz in der App hat, nimmt ab. Und wer aufbauen möchte, muss auf eine positive Bilanz achten – soweit die Theorie.

Der Fitness-Tracker Jawbone UP3 hat 2015 für gemischte Gefühle gesorgt.

In der Praxis haben sich die von den Trackern abgeschätzten Verbrauchswerte eher als grobe Wegweiser herausgestellt. Es gab in unseren Tests Abweichungen von bis zu 100 Prozent bei den Schrittzahlen beim gleichzeitigen Tragen mehrerer Tracker unterschiedlicher Hersteller. Praxisrelevanter ist es, seine eigenen Bestmarken zu schlagen und sich von Woche zu Woche mehr zu bewegen – oder sich mit Freunden zu messen.

Außerdem gibt es in den allermeisten Fällen auch eine Schlaf-Tracking-Funktion, die dem Träger verrät, wie lange und idealerweise auch wie gut er geschlafen hat. Technisch aufwändigere Tracker wie der Jawbone UP3 oder die Basis Peak bieten hier eine detaillierte Aufschlüsselung der verschiedenen Schlafphasen.

Fortschrittlichere Fitness-Tracker bieten zudem eine Funktion zur Pulsmessung. Hier sei allerdings gesagt, dass die Herzfrequenz-Sensoren am Handgelenk nur für Sportarten geeignet sind, bei denen die Handgelenke nicht übermäßig abgeknickt oder in Bewegung sind. Joggen und Radfahren sind etwa kein Problem, Yoga-, Crossfit- oder MMA-Workouts hingegen schon. Zudem reagieren die Handgelenk-Tracker mit einer leichten Verzögerung auf schnelle Pulsveränderungen, was die Genauigkeit bei Intervall-Trainings reduziert.

Für eine wirklich präzise Pulsmessung führt (fast) kein Weg an einer Pulsuhr vorbei, die mit einem Brustgurt zusammenarbeitet. Hier erfolgt die Messung nicht optisch, sondern elektrisch, ganz wie beim EKG beim Arzt. Diese Art der Pulserfassung funktioniert bei quasi allen Sportarten, manche Brustgurt-Systeme sind sogar schwimmtauglich.

Für viele Pulsuhren gibt es außerdem noch diverses Zubehör, beispielsweise Trittfrequenz-Sensoren fürs Fahrradfahren, Temperatursensoren oder Geschwindigkeitssensoren zur Montage an der Radnabe. Außerdem gibt es auch Pulsgurte, die nicht nur die Herzfrequenz, sondern beispielsweise beim Joggen auch die Bodenkontaktzeit messen, etwa den Garmin HRM Run.

Hier sind erfreulicherweise teilweise auch die Produkte verschiedener Hersteller zueinander kompatibel. Primär muss darauf geachtet werden, dass sie den gleichen Standard unterstützen – Bluetooth oder ANT+. Außerdem muss natürlich die Pulsuhr den jeweiligen Sensortyp unterstützen. Im Zweifelsfall ist eine Nachfrage beim Hersteller ratsam.

Der Sigma RC Move unterstützt Bluetooth – ebenso wie der hier abgebildete Brustgurt, der sich auf Wunsch auch direkt mit dem Smartphone verbinden lässt.

Viele aktuelle Pulsuhren zeichnen dank eines integrierten GPS-Empfängers beim Joggen oder Fahrradfahren die Route auf – andere Geräte wie etwa der Sigma RC Move ermöglichen ein Pairing mit dem Smartphone, um die Strecke zu dokumentieren. Außerdem bieten manche Modelle wie die Multisport Cardio von TomTom neben der Option zur Kopplung mit einem Brustgurt auch einen integrierten optischen Pulssensor, der dann allerdings mit den zuvor erwähnten Schwächen auskommen muss.

Ein weiterer Ort für die Pulsmessung neben Brust und Handgelenk ist das Ohr. Mit dem Jabra Sport Pulse Wireless (kabellos) und dem BioSport von SMS Audio (kabelgebunden) hält sich die Auswahl an verfügbaren Geräten allerdings in Grenzen. Die Pulsmessung funktionierte hier in unseren Tests erfreulich zuverlässig.

Ein weiterer Vorteil der Pulsmessung per Kopfhörer ist: der Kopfhörer. Mit einer kompatiblen App kann sich der Nutzer hier gleich seine Rundenzeiten durchgeben lassen oder erhält eine Warnung, sobald er mit seiner Herzfrequenz den anvisierten Trainingsbereich verlässt. Wer während des Sports sowieso immer einen Kopfhörer trägt, für den sind die beiden erwähnten Modelle sicherlich eine Überlegung wert.

Der Jabra Sport Pulse Wireless misst die Herzfrequenz im Ohr. Das funktioniert erfreulich präzise.

Schließlich gibt es dann noch etliche Fitness-Gadgets für spezielle Sportarten. Für Tennis- und Golfspieler sind das beispielsweise Beschleunigungssensoren, die am Schläger beziehungsweise Handschuh befestigt werden. In der dazugehörigen App erkennt der Sportler dann beispielsweise, wie technisch sauber er die Bewegungen ausgeführt und mit welcher Geschwindigkeit er den Ball getroffen hat.

Beispiele für Tennisspieler wären etwa das Zepp Tennis Kit, der Babolat AeroPro Drive Play oder der Sony Smart Tennis Sensor. Für Golfer gibt es beispielsweise Zepp Golf oder SwingTip von MobiCoach.

An Gewichtheber richtet sich dagegen das Push-Band, das um den Oberarm geschnallt wird. Es misst die Kraft und die Geschwindigkeit, mit der Sportler ihre Gewichte bewegen. Daraus berechnet die dazugehörige App die geleistete Gesamtarbeit („Total Work“), die einen Rückschluss auf die Trainingsintensität gewähren soll – und anhand dessen gibt die App wiederum Tipps fürs weitere Training.

Dieser Kasten namens Nourish soll einmal personalisierte Fitness-Drinks ausspucken.

Im Bereich der Ernährung scheint sich auf den ersten Blick unfassbar viel zu tun: Fitnessarmbänder wie Airo oder HealBe GoBe sollen uns ohne aufwändiges Nahrungsmittel-Eintippen verraten, wie viele Kalorien wir zugeführt haben. Der digitale Becher Vessyl soll sogar die exakte Zusammensetzung der eingegossenen Flüssigkeiten ermitteln können, und der digitale Fitness-Mixer Nourish uns Sport-Getränke ausspucken, die exakt an unsere Bedürfnisse angepasst sind.

Mit jeweils tragischer Betonung auf „soll“. Denn weder der Nourish noch der Vessyl oder das Airo sind auf dem Markt – und ein Start ist aktuell nicht absehbar. Einzig der HealBe GoBe hat es in die Regale geschafft, doch die Testberichte im Netz fallen eher durchwachsen aus.

Etablierter, aber in der Praxis auch deutlich fummeliger sind dagegen die diversen Diät-Apps à la MyFitnessPal, Lose It! oder CaloryGuard. Hier kann der Nutzer seine komplette Ernährung festhalten, muss aber eben jede einzelne Zutat händisch eingeben – oder zumindest den Barcode auf der Produktverpackung abscannen. Das ist zwar sehr mühselig, hilft aber extrem dabei, ein Gefühl für die eigene Ernährung zu bekommen.

Und wo wir schon bei Apps sind: Es gibt auch noch Myriaden an Apps, die unterschiedliche Trainingsprogramme anbieten – für Marathon-Aspiranten, Bodybuilder, Fettverbrenner & Co. ist hier alles nur Erdenkliche geboten. Neben Trainingsplänen gibt es gelegentlich auch eine Ernährungsberatung dazu, ausgefeiltere Programme wie Freeletics kosten allerdings – das gleiche gilt im Übrigen auch für die Diät-Anwendungen.

Zu guter Letzt stellt sich natürlich noch immer die Frage: Wie kann ich meine Fortschritte messen? Wenn weder schnellere Trainingszeiten oder schwerere Gewichte noch der Spiegel an der Wand ausreichen, dann helfen Körperfettwaagen weiter. Sie ermitteln – wie der Name schon andeutet – durch eine bioelektrische Impedanzmessung nicht nur das Gewicht, sondern auch die Zusammensetzung des Körpers.

Die Omron BF511 hat Sensoren für Füße und Hände.

Viele gängigen Körperfettwaagen haben allerdings einen Nachteil: Die Messung erfolgt nur über die Füße und gewährt damit eigentlich nur einen Rückschluss auf die untere Körperhälfte – der Rest wird von der Software interpoliert. Nachdem jeder Mensch eine individuelle Verteilung seiner Fettreserven aufweist, ist das mal mehr und mal weniger genau.

Wer sich präzisere Daten wünscht, sollte zu einer Körperfettwaage greifen, die neben den Fußsensoren auch Handsensoren mitbringt, beispielsweise die Omron BF511. Die ausschließlich auf Fußsensoren setzenden Waagen sind aber ebenfalls geeignet, um eine Tendenz auszumachen, ob man sich denn generell auf dem richtigen Weg befindet.

Mit der tatkräftigen digitalen Unterstützung scheint es im Jahr 2016 so einfach wie nie zu sein, sich in Form zu bringen. Aber ebenso wenig wie eine Fitnessstudio-Mitgliedschaft bringen uns ein Fitness-Tracker, eine Körperfettwaage oder eine App in Form. Trainineren und auf unsere Ernährung achten müssen auch 2016 immer noch wir selbst.

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