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Bluetooth 4.0: Was Apple besser macht als Android

Bild: Collage: TechStage; Wüste: bagal; Boot: Thommy Weiss / beide pixelio.de

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Das iPhone 4S war eines der ersten Handys mit Bluetooth 4.0, mittlerweile gehört diese Version bei Smartphones zum guten Ton. Wofür man Bluetooth 4.0 beziehungsweise dessen Feature BLE – Bluetooth Low Energy – braucht, ist aber immer noch fraglich.

Die Theorie klingt ja eigentlich fantastisch: Der 2009 verabschiedete Standard ermöglicht es Peripheriegeräten, mit geringem Energieaufwand zu kommunizieren. Eine Knopfzelle soll für wochen- bis monatelangen Betrieb ausreichen. Damit lassen sich theoretisch auf einmal alle erdenklichen Gadgets mit dem Smartphone oder Tablet vernetzen – von Pulssensoren über Fahrradtachos bis hin zu Zahnbürsten.

Wie gesagt: "ließen sich" und "theoretisch". Die ersten Smartphones mit Bluetooth 4.0 sind seit über einem Jahr auf dem Markt. Was ist da los – wo ist meine Bluetooth-Zahnbürste? Auf der anderen Seite, nämlich bei den Low-Power-Peripheriegeräten, sieht es leider noch mehr als mau aus. Ideen gibt es viele, tatsächlich kaufbare Produkte aber eher wenige. Ein paar Beispiele wären Trainingsschuhe von Nike, Brustgurte von Wahoo oder eine GPS-Outdoor-Uhr von Garmin.

"Bluetooth Smart Ready" kennzeichnet Smartphones, Tablets & Co., die mit stromsparender Bluetooth-4.0-Periperie kommunizieren, gleichzeitig aber die älteren Standards wie 2.1 und 3.0 unterstützen. "Bluetooth Smart" zeigt an, dass es sich um ein Gadget handelt, das nach dem Low-Energy-Standard mit Smart-Ready-Geräten zusammenarbeitet.

Unsere Kollegen von heise online haben neulich den FitBit-Aktivitätstracker ausprobiert. Mit durchaus befriedigendem Ergebnis, allerdings nur mit dem iPhone. Denn obwohl viele aktuelle Android-Geräte mit der entsprechenden Hardware ausgestattet sind – und dies auch stolz in der Werbung und auf dem Karton kundtun –, fehlt es häufig noch an den Treibern, und damit ist das Funkmodul im Handy so nützlich wie obiges Schiffchen in der Wüste.

Beim Samsung Galaxy S3 etwa, das auf der Verpackung mit "Bluetooth Smart Ready" wirbt, scheint der Low-Energy-Standard derzeit nicht zu funktionieren, wenn man dem Unmut in den Samsung-Developer-Foren Glauben schenkt. Und auch in den Entwicklerforen unter code.google.com wird heftig über das funktionslose Low-Energy-Bluetooth diskutiert – bislang ohne Ergebnis. Die größte Hoffnung liegt auf künftigen Android-Updates. Zum einem ganz ähnlichen Ergebnis kommen auch die Kollegen von der c't. In deren Test hat als einziges Android-Smartphone das Motorola Razr mit Bluetooth-4.0-Peripherie zusammengearbeitet.

So wie es derzeit aussieht, ist man lediglich mit dem iPhone 4S und 5, dem iPod Touch der fünften Generation sowie dem iPad 3, 4 und mini auf der sicheren Seite, was Bluetooth 4.0 angeht. Android-Fans sollten sich also zumindest derzeit nicht blind ein Gerät zulegen, um mit einer der wenigen BLE-Sportuhren durch den Wald zu rennen – oder sie müssen eben auf Peripheriegeräte mit Bluetooth 2.1 zurückgreifen, die dann allerdings aufgrund der ressourcenfressenden Funktechnik kurze Akkulauzeiten haben.

Welche Smartphones und Tablets Bluetooth 4.0 versprechen und in der Praxis dann tatsächlich auch mit den Low-Energy-Gadgets zusammenarbeiten, werden wir uns demnächst noch genauer ansehen.

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