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Ziemlich teuer: Handy-Tarife, die WhatsApp & Co. erlauben

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Anfang der Woche haben wir über Netzneutralität im Mobilfunk berichtet – und darüber, dass Dienste wie Voice over IP, Peer to Peer und teilweise sogar Instant Messaging in den meisten Tarifen nicht zulässig sind. Inzwischen haben Telekom, Vodafone und O2 uns verraten, wann WhatsApp, Skype und Konsorten erlaubt sind – und wann nicht. E-Plus war leider nicht in der Lage, uns innerhalb von fünf Tagen zu antworten.

Gute Nachrichten vom Rosa Riesen: "Instant Messaging kann über das Datenvolumen immer genutzt werden", sagt Sprecher Dirk Wende. Das ist ein Schritt in die richtige Richtung und war in der Vergangenheit nicht so. Zumindest in den teuren Tarifen Complete L und Complete XL (49,95 respektive 89,95 Euro / Monat) ist auch die Nutzung von Voice over IP zulässig – und damit Sprache übers Internet, also Skype-Telefonate oder Facetime-Videogespräche.

Bei den günstigen Tarifen Complete S und Complete M (29,95 beziehungsweise 39,95 Euro / Monat) kann man die Nutzung von Internet-Telefonie durch die Buchung des Zusatzpakets Internet-Telefonie dazubuchen. Mit 9,95 Euro pro Monat ist das allerdings ein teurer Spaß. Kunden des M-Tarifs sollten da besser gleich in den L-Tarif wechseln. Für den gleichen Preis gibt es dann auch 1 GByte Inklusiv-Traffic statt 300 MByte.

Peer to Peer hingegen ist in allen Tarifen ausgeschlossen.

Seit kurzem hat Vodafone ein komplett neues Tarifmodell. Nicht nur bei den Preisen, auch bei den Bedingungen hat sich der Netzbetreiber offensichtlich an der Telekom orientiert: Die neuen Red-Verträge erlauben ebenfalls allesamt das Instant Messaging über die Mobilfunkverbindung.

Voice over IP ist ebenfalls bei den günstigen Tarifen Basic 100 und Red S (29,99 Euro beziehungsweise 39,99 Euro / Monat) ausgeschlossen, die teuren Tarife Red M für 69,99 Euro und Red L für 89,99 Euro erlauben Internet-Telefonate. Hier wie dort lassen sich die zwei billigeren Angebote für 9,95 Euro im Monat um die Voice-over-IP-Erlaubnis aufstocken – Vodafone nennt das "Internet Plus Pack". Peer-to-Peer-Verbindungen bleiben tabu.

Die Münchner lassen Instant Messaging traditionell in allen Tarifen zu. Voice over IP ist derzeit nur im Top-Tarif Blue L für 49,99 im Monat enthalten. Die günstigeren Tarife Select, XS, S und M lassen sich aber wie bei der Konkurrenz upgraden. Praktisch: Für 9,99 Euro im Monat gibt es mit dem Surf Upgrade M nicht nur die Erlaubnis, Voice over IP zu nutzen, sondern auch ein Traffic-Upgrade auf 1 GByte. Das Paket Surf Upgrade L für 19,99 im Monat erhöht das Datenvolumen auf 3 GByte. Peer to Peer ist in allen Fällen ausgeschlossen.

Es geht in die richtige Richtung: Alle aktuellen Tarife von Vodafone, Telekom und O2 lassen zumindest Instant Messaging zu – das war vor kurzem noch nicht so. Wer noch einen Altvertrag hat, sollte einen Blick ins Kleingedruckte werfen.

Bei Voice over IP sieht die Sache anders aus: Nur, wer viel zahlt, darf auch offiziell über die Datenverbindung telefonieren – alle anderen sollen die Telefondienste des Netzbetreibers nutzen. Bei Peer to Peer sind sich die Unternehmen einig: Das hat in ihren Netzen nichts zu suchen.

Aber was passiert eigentlich, wenn ein Nutzer gegen seine Vertragsbedingungen verstößt und Filesharing betreibt oder in den günstigen Tarifen Skype nutzt? Die Provider geben sich bedeckt. "Peer to peer ist in den AGB ausgeschlossen, mehr kann ich im Moment nicht dazu sagen", sagt Dirk Wende von der Telekom. Ähnliche Aussagen kommen auch von den Mitbewerbern. Hinter vorgehaltener Hand heißt es: Wer versehentlich mal einen dieser Dienste nutzt, hat nichts zu befürchten. Offiziell sagt das aber niemand. Kündigungen durch die Provider wegen Verstoß gegen die Bedingungen sind uns bisher nicht bekannt.

Auch, wenn sich schon einiges getan hat: Netzneutralität sieht anders aus.

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