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Warum Pay der erste Samsung-Dienst wird, der nicht floppt

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Man könnte auch sagen: Warum wird Samsung Pay erfolgreich? Doch obwohl diese alternative Überschrift viel netter klingt, drückt sie tatsächlich weniger aus, welch hervorragende Leistung Samsung mit seinem eigenen Bezahldienst da aufs Parkett gelegt hat. Denn die Koreaner haben nicht nur ein hervorragendes Produkt in der Schublade liegen, sondern gleichzeitig auch alten Staub abgeworfen.

Der Reihe nach. Was unterscheidet Samsung Pay von Apple Pay und den anderen Mobil-Bezahlsystemen, die da überall aus ihren Ecken kriechen? Der wichtigste Punkt ist die Anzahl der Akzeptanzstellen. Apple Pay und Google Wallet setzen auf NFC. Anfang des Jahres waren in Deutschland erst etwa 57.000 von 800.000 Kartenlesegeräten mit der Funkschnittstelle ausgestattet. Samsung Pay hingegen soll mit jedem Kartenleser funktionieren: Will man bezahlen, sendet das Smartphone elektromagnetische Signale, die vom Magnetstreifenlesekopf des Terminals empfangen werden. Ganz so, als würde der Kunde gerade eine klassische Karte durch den Schlitz ziehen. Die Sicherheit kommt dabei auch nicht zu kurz, heißt es – anstelle der „echten“ Kreditkartennummer des Kunden überträgt das Smartphone eine zufällig generierte, einmalig gültige Nummer, die per Internet-Verbindung mit der Kreditkartengesellschaft abgestimmt ist.

Noch dazu will Samsung in Europa mit MasterCard zusammenarbeiten. Es sieht also so aus, als bräuchte ich „nur“ ein Galaxy S6 oder S6 edge und eine MasterCard – dann kann's losgehen. Die Hürden sind also vergleichsweise niedrig. Es bedarf keines speziellen Händlers, keiner Verträge mit Samsung oder sonstige Deals. Klingt erfreulich einfach.

Und genau nicht nach den früheren Diensten, die Samsung in den Markt drücken wollte. Der eigene App-Store beispielsweise, der bei den ersten Generationen der Galaxy-Smartphones parallel zum offiziellen Android-App-Store installiert war. Ohne Vorteile für die Käufer, mit signifikant kleinerer App-Auswahl: bislang kein Erfolg. Ähnliches versuchten die Koreaner auch mit einem Musik-Store, einem Video-Angebot oder mit dem eigenen Messenger ChatOn. Alles eingestellt.

Die Weichen sind also durchaus in die richtige Richtung gestellt. Aktuell hat Samsung erfreulich viel richtig gemacht. Auf den noch nicht einmal verdienten Lorbeeren ausruhen dürfen sich die Koreaner allerdings nicht. Denn bis 2018 will zumindest MasterCard alle Lesegeräte in Deutschland gegen NFC-fähige Modelle austauschen – der große Wettbewerbsvorteil wäre dann dahin. Und zum anderen bleibt noch die Frage offen, in wie weit die Deutschen überhaupt bereit sind, mit ihrem Smartphone zu bezahlen. Das hat TechStage-Leser Luthedron wunderbar in einem Kommentar zusammengefasst.

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