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VW der Zukunft: 3D-Display, Eye-Tracker & Touchbar

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Für die Auto-Industrie ist das laufende Jahrzent vermutlich eines der spannendsten seit der Erfindung des Verbrennungsmotors. Den will man nämlich nun so schnell wie möglich loswerden. Gleichzeitig sollen Autos zunehmend Aufgaben des Fahrers übernehmen und Infotainment-Technik samt Internet-Zugang muss ins Fahrzeug, am besten so schnell wie möglich.

Diese Technik will bedient werden. Schalter-Batterien aus Ende der 90er Jahre sind inzwischen durch Systeme mit Touchscreen oder Dreh-Drück-Stellern ersetzt, und auch für die sucht die Industrie schon Nachfolger. BMW hat Anfang des Jahres einen Prototypen gezeigt, bei dem Tasten wie Hologramme im Raum schweben, die man aber trotzdem fühlen kann (zum Video: BMW Holo Active Touch).

VW hat uns kürzlich eine Studie gezeigt, die ein anderes Konzept verfolgt. 3D-Displays ersetzen das Kombiinstrument, ein großer Touch-Bildschirm das Navi. Wie das aussieht, wie es funktioniert und was es kann, das seht Ihr im Video.

VW-Studie 2017

Wer lieber liest als sieht – oder gerade nicht sehen darf – findet im Folgenden den Text zum Video:

Anfang des Jahres haben wir gesehen, wie BMW sich die Zukunft der Bedienung von Autos vorstellen könnte. Kürzlich hat VW uns einen vergleichbaren Prototypen gezeigt: Das Kombiinstrument hat ein 3D-Display statt analoger Zeiger; dazu gibt es einen großen Touchscreen mit neuer Oberfläche und eine Touchbar. Wie das aussieht und wie es funktioniert, seht Ihr jetzt – bleibt dran.

Herzstück des Usability-Prototypen von VW ist sicherlich das 3D-Display, das den klassischen Tacho ersetzt. Statt Rundinstrumenten oder einem einfachen Display sitzen hier zwei Display-Panels mit einem Abstand von ein bis zwei Zentimetern übereinander; das vordere Display ist durchsichtig. So erscheinen Informationen in zwei Ebenen. Was gerade wichtig ist, befindet sich im Vordergrund. Das sieht nicht nur extrem genial aus, sondern funktioniert auch total intuitiv. Zwei Ebenen gibt’s übrigens auch im Head-Up-Display: Die Inhalte des unteren Displays schweben quasi vor der Motorhaube und zeigen Informationen wie die aktuelle Geschwindigkeit. Das obere Element kann Inhalte direkt auf die Straße legen – und dem Fahrer somit seinen ganz persönlichen Abbiegepfeil auf den Asphalt zeichnen.

Ergänzend dazu befindet sich unterhalb des Kombiinstruments ein Eye-Tracker – eine Kamera also, die anhand der Augen des Fahrers ermittelt, wohin er gerade blickt. Das Element, das ich gerade betrachte, wird farblich umrandet. Links, rechts, links, rechts – wir haben mehrfach versucht, das System auszutricksen, doch obwohl es nur ein Prototyp ist, funktioniert das schon wahnsinnig gut.
Nette Spielerei? Nein, nicht nur. Während Ford beispielsweise sowohl links als auch rechts auf dem Lenkrad ein Vier-Wege-Pad unterbringt, setzt VW bei seiner Studie nur auf eine Eingabemöglichkeit auf dem Lenkrad. Gesteuert wird immer das Element, das man gerade anschaut. Und das funktioniert so gut, dass mir dazu nur eines einfällt: Shut up and take my money!

Der rechte Bildschirm soll der Nachfolger des Navi-Displays werden. Schön: Zumindest in diesem Konzept verabschiedet VW sich vom klassischen – man könnte auch sagen: altbackenen – Look des Doppel-DIN-Radios. Weniger schön: Die Bedienung per Touchscreen will uns einfach nicht gefallen, zumal es keine Alternative per Dreh-Drück-Steller mehr gibt. Die unterhalb der Anzeige angebrachte Touchbar funktioniert nicht für alles, und zumindest hier beim Prototypen erkennt sie die Eingaben auch nicht immer perfekt.

Aber: Das ist ja auch „nur“ eine Studie. Bis zur Marktreife wird wohl noch einige Zeit vergehen. Im Fall des Kombi-Instruments hoffe ich, dass es wirklich schnell geht.

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