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Samsung Galaxy NX: erste Systemkamera mit Android!

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Samsung hat gerade die erste Systemkamera der Welt mit Android vorgestellt: die Galaxy NX. Im Wesentlichen handelt es sich dabei um eine NX300, deren Rückseite durch ein Smartphone der Galaxy-S4-Klasse ersetzt wurde. Hier geht es zum Mitschnitt unseres Live-Blogs.

Wie die NX300 hat die Galaxy NX also einen 20,3-Megapixel-Sensor im APS-C-Format. Davor sitzt ein Bajonett, das zu allen aktuell 13 erhältlichen Objektiven der NX-Serie kompatibel ist – im Vergleich zur Systemkamera-Konkurrenz eine stolze Anzahl. Bei voller Auflösung schießt die Galaxy NX 8,6 Bilder pro Sekunde.

Unterm Strich bleibt zu sagen, dass die Galaxy NX mit Sicherheit eine ausgezeichnete Bildqualität liefert. Samsungs 20,3-Megapixel-Sensor hat sich bereits bei vorherigen Modellen bewährt und wird auch in Kombination mit dem neuen DRIMe-IV-Bildprozessor nicht enttäuschen.

Jetzt aber zur Rückseite: Hier gibt es ein 4,8 Zoll großes LC-Display, die Auflösung hat Samsung bis dato nicht verraten. Ich würde davon ausgehen, dass es sich um einen 720p-Bildschirm handelt – zumindest bis jetzt hat Samsung kein 4,8-Zoll-Smartphone mit Full-HD-Auflösung im Angebot. Ist in grellem Sonnenlicht auf der rückseitigen Anzeige nichts zu erkennen, hilft ein elektronischer Sucher mit noch unbekannten Spezifikationen weiter.

Zum Prozessor gibt es ebenfalls noch keine Angaben. Eine Quad- oder gar Octa-Core-CPU hätte Samsung jedoch bestimmt explizit erwähnt, von daher tippe ich auf zwei Rechenkerne. Gesichert dagegen ist das integrierte LTE-Modul – die aufgenommenen Fotos lassen sich also mit Vollgas ins Internet schieben. Alternativ funktioniert das natürlich auch via WLAN. Als Betriebssystem kommt Android 4.2.2 zum Einsatz.

Und jetzt der Hammer: Die Kamera soll ab August im Handel erhältlich sein, zur unverbindlichen Preisempfehlung von 1499 Euro. Eins-vier-neun-neun Euro. 3000 Mark. Ob mit oder ohne Objektiv, das wissen wir leider noch nicht. Aber selbst in Verbindung mit dem Kitobjektiv wäre das ein ganz schöner Klopper – schließlich liegt die UVP der zuvor erwähnten NX300 bei 799 Euro.

Wer also soll für die Galaxy NX diese stolze Summe auf den Tisch legen?

Ambitionierte Amateure vielleicht? Die Galaxy NX hat auf der Rückseite keinerlei mechanische Bedienelemente. Lediglich auf der Oberseite finden sich Ein/Aus-Schalter, Auslöser, Videoaufnahme-Taste, Einstellrädchen und Blitz-Button. Aber für alle anderen Einstellungen muss sich der Fotograf wohl durch die diversen Menüs klicken und wischen. Und aus tiefster Überzeugung heraus und als jemand, der ganz viel mit Kameras arbeitet, sage ich: Das dauert mir zu lang. Das ist mir zu kompliziert. Ich will direkte Tasten. Ich will nicht jedes mal mehrmals auf dem Touchscreen herumdatschen, um die ISO-Empfindlichkeit einzustellen oder die Blende zu öffnen.

Allerdings hat Samsung hier noch einen Trumpf in der Hinterhand: i-Function. Dadurch ist es möglich, mit einem Knopf am Objektiv der Kamera und dem Schärfering diverse Einstellungen zu treffen. Vielleicht hat Samsung hier eine schöne Lösung in Verbindung mit Android gefunden. Ich wünsche es mir.

Und ich wünsche mir, dass Samsung ein paar revolutionäre Foto-Funktionen in die Kamera gepackt hat, die Knipsen ohne Android nicht bieten. HTC hat mit Zoe vorgemacht, wie so etwas aussehen könnte. Aber ganz im Ernst: Ein paar aufgebohrte Motivprogramme, die Fernsteuerungsfunktion via Smartphone oder die Photo-Suggest-App, die gute Fotolocations in der Nähe zeigt, werden in Kombination mit Android 4.2.2 und LTE nicht ausreichen, den Mehrpreis von 700 Euro der Galaxy NX gegenüber der NX300 zu rechtfertigen.

Aber das war es noch nicht einmal mit den Fragezeichen: Wie lange hält der Akku durch – und wie schnell startet Android auf der Kamera? Eine 1500 Euro teure Digicam, deren Batterie nach drei Tagen im Standby leer ist, ist ebenso nutzerfreundlich wie eine 1500 Euro teure Digicam, die 30 Sekunden braucht, um Android gebootet zu haben und einsatzbereit zu sein. Und das ist ebenso nutzerfreundlich wie ein großer rostiger Nagel im Knie. Und auf den hoffe ich nicht. Denn ich mag Samsungs NX-Kameras und ich mag Android. Und ich will beides gleichzeitig. Aber es muss eben auch gut sein.

Wir hoffen, dass wir die Kamera in den nächsten Stunden noch ausführlich ausprobieren und Euch ein Hands-on-Video liefern können. Und dann werden wir auf zumindest einige der Fragen hoffentlich auch Antworten haben – und hoffentlich sind es gute Antworten.

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