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Samsung Galaxy Gear: Smartwatch im Hands-On

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Samsung hat auf der IFA 2013 seine erste Smartwatch vorgestellt: die Galaxy Gear. Die schlechte(ste) Nachricht zuerst: Die Galaxy Gear funktioniert nicht mit allen Samsung-Geräten, sondern nur mit dem ebenfalls neuen Galaxy Note 3. Ob und wann das koreanische Unternehmen das Koppeln mit seiner neuen "schlauen" Uhr auch mit anderen Geräten der Galaxy-Klasse möglich macht, ließ man auf unser Nachfragen hin offen.

IFA 2013: Hands-on mit der Samsung Galaxy Gear.

Die gute Nachricht: Die Samsung Galaxy Gear ist nicht so schlimm, wie wir es uns vorgestellt haben. Bereits die abgefahrene Verpackung macht Lust auf mehr: Dabei handelt es sich um einen großen Plastikwürfel in zur Uhr passender Farbe, mit dem man locker jemanden erschlagen könnte. Das soll nicht despektierlich klingen – die Schachtel ist wirklich gelungen. Die Uhr selbst sieht ebenfalls schick aus, der Korpus besteht aus Kunststoff und: Metall! Aus echtem Metall, nicht etwa aus Plastik im Metall-Look. Die Schnalle zum Schließen der Uhr ist ebenfalls aus Metall gefertigt und kommt in derselben Farbe wie die Metall-Front der Uhr selbst. Der Kunststoff des Armbands fühlt sich auf der Haut angenehm weich an.

Leider kann das Drumherum nicht über einige Schwächen der Galaxy Gear hinwegtäuschen. Da wäre zum einen die bereits erwähnte Tatsache, dass die Uhr fürs Erste nur mit dem Galaxy Note 3 zusammenarbeitet. Zum Koppeln mit dem Note 3 dienen eine spezielle Software sowie die NFC-Ladebox. Beide Geräte kommunizieren dann via Bluetooth miteinander.

Ein weiterer Minuspunkt: Leider zollt die viele Technik in der Uhr ihren Tribut in Sachen "Dicke" – ganz schlank sieht die Galaxy Gear nämlich von der Seite nicht aus. Gerade an zierlichen Handgelenken wirkt die Uhr zu dick.

Sind sie einmal gekoppelt, arbeiten Note 3 und Gear bei verschiedenen Funktionen Hand in Hand. Ist beispielsweise auf der Uhr das SMS-Menü geöffnet, öffnet sich dasselbe Menü auf dem Phablet ganz automatisch, sobald der User das Note 3 in die Hand nimmt. Nachdem die Galaxy Gear an den Seiten zwei Mikrofone und in der Schnalle einen Lautsprecher eingebaut hat, dient die Uhr auch als Freisprecheinrichtung. Die Nummer lässt sich nicht nur auf der Uhr eintippen, sondern theoretisch kann man dann auch direkt freihändig sprechen – und hören. Auf die Frage, wann dieses Szenario wirklich sinnvoll sei, nennt Samsung beispielsweise eine Autofahrt oder ein Meeting. Unser Vorschlag: wenn man K.I.T.T. rufen möchte.

Samsung hat in seine smarte Uhr eine 1,9-Megapixel-Kamera eingebaut. Diese befindet sich direkt in der Vorderseite des Armbands. Damit lassen sich kleine Bilder und Zehn-Sekunden-Videos aufnehmen und direkt mit dem Galaxy Note 3 synchronisieren.

Die Menüführung auf dem kapazitiven 1,63 Zoll großen Super-AMOLED-Touchscreen mit 320 × 320 Pixeln Auflösung soll besonders intuitiv sein. Aber ganz ehrlich: Entweder ist die Steuerung doch nicht ganz so intuitiv – oder ich war zu blöd. Im Zweifelsfall trifft wohl beides zu. Gerade wenn man sich im Kamera-Modus befindet, fällt es auf Anhieb nicht ganz so einfach, wieder auf den Homescreen zurückzukehren. Allerdings war die Software auch noch nicht final – im Idealfall ist die Serienversion dann benutzerfreundlicher.

Im Inneren der Uhr werkelt eine 800-MHz-CPU, die auf 512 MByte RAM zugreifen kann. Außerdem hat die Galaxy Gear einen Flash-Speicher von 4 GByte für Videos, Bilder und Apps. Apropos Apps: Neben dem Chic der Uhr spielen natürlich auch Apps eine zentrale Rolle in Samsungs Smartwatch-Konzept. Es gibt eine API für Entwickler, und man erhofft sich viele kleine Programme, die auf die Uhr zugeschnitten sind oder zumindest mit ihr zusammenarbeiten. Diese Apps dürfte man dann über den samsungeigenen Store beziehen können. Gerade im Fitness-Bereich erwarten wir hier einiges – ein Schrittzähler ist aber schon standardmäßig eingebaut. Aktuell gibt es bereits 70 angepasste Galaxy-Gear-Programme. Evernote gehört dazu, aber auch solche, wie TripIT, Pinterest oder Runkeeper.

Preise und Verfügbarkeit für den deutschsprachigen Raum standen bei Redaktionsschluss noch nicht fest. In den USA soll die Galaxy Gear aber um die 300 US-Dollar kosten. Man kann hierzulande von einer ähnlichen Hausnummer in Euro ausgehen. Die Uhr wird in sechs Farben zu haben sein, die natürlich allesamt superstylishe Namen bekommen haben: Jet Black (Schwarz), Oatmeal Beige (Grau), Rose Gold (Weiß und Bronze), Wild Orange (Orange), Mocha Grey (Dunkelgrau), sowie Lime Green (Gelb).

Der Akku der Uhr soll laut Samsung einen Tag durchhalten – für unseren Geschmack zu wenig, damit es wirklich Spaß macht. Gerade bei einer Uhr möchte man nicht ständig nachladen müssen, damit diese zuverlässig funktioniert.

Alles in allem ist die erste Version der Galaxy Gear ein netter und teilweise auch gelungener Versuch von Samsung, in den Smartwatch-Markt einzutreten – mehr aber auch nicht. Es dürfte noch einiges an Arbeit und Verbesserungen notwendig sein, bevor aus einem Nice-to-Have ein echter Must-Have wird.

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