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Magic Leap: irre Versprechen & neue Mega-Finanzierungsrunde

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Das Augmented-Reality-Unternehmen Magic Leap hat erneut Geld eingesammelt – dieses Mal sind es 793,5 Millionen Dollar. CEO Rony Abovitz macht in einem fantastisch-bizarren Blogpost große Versprechen – und kündigt einen baldigen Start an.

Magic Leap war nur eines von vielen Start-Ups – bis das kleine Unternehmen Ende 2014 in einer Finanzierungsrunde 542 Millionen Dollar Kapital eingesammelt hat, maßgeblich von Google. Abgesehen davon, dass es um Augmented Reality geht, drang nicht viel an die Öffentlichkeit.

Das ändert sich nun scheibchenweise, und passend dazu hat Magic Leap die nächste große Finanzspritze bekommen. Dieses Mal sind es 793,5 Millionen Dollar, zu den Geldgebern gehören unter anderem auch Alibaba, Qualcomm, Warner Bros., Morgan Stanley und J.P. Morgan. Magic Leap hat damit inzwischen einen Wert von 4,5 Milliarden Dollar erreicht.

Nach Bekanntgabe der jüngsten Finanzierungsrunde hat der Magic-Leap-CEO Roby Abovitz ein ausgefallenes, aber nicht uninteressantes Essay im firmeneigenen Blog veröffentlicht, das merklich von seinem biographischen Hintergrund zwischen Kunst und Wissenschaft beeinflusst ist.

Abovitz will das erste Produkt von Magic Leap, das offenbar „First“ heißt, nicht als Produkt verstanden wissen, sondern eher als Kunstwerk. Entsprechend vergleicht er es mit klassischen Leica-Kameras und Fender-Gitarren – oder mit warmen Chocolate Chip Cookies.

Wirklich neue Einblicke in die Technologie gibt es in dem knapp 900 Wörter langen Essay leider nicht. Abovitz verrät, dass die Augmented-Reality-Brille ein „Mixed Reality Lightfield“ (TM!) erzeugt. Sprich, das ins Auge von der Umwelt einfallende Licht wird von der Magic-Leap-Brille mit einem weiteren Lichtfeld überlagert, das für den Nutzer idealerweise nicht von der Umwelt zu unterscheiden ist.

Dann wird es in dem Blog-Eintrag wieder höchst poetisch – und verspricht immerhin baldige Neuheiten:

„Lasst es uns nicht ein Produkt bezeichnen, auch wenn es auf vielen Ebenen ein Produkt ist; aber in manchen Ebenen muss es mehr sein. Wir sind gerade dabei, unsere Lieferkette und die Produktion aufzubauen – viele Whirligigs und Testgeräte und Gizmos sind in diesen Tagen unterwegs. Ingenieure schwirren geschäftig durch unsere Räume. Intensive Diskussionen über jede Wissenschaft und Kunst, die man sich vorstellen kann, liegen in der Luft. Pläne wurden gemacht. Programm- und Produktionsmanager verfolgen den Fortschritt. Programmierer programmieren. Planungs- und Finanzsysteme werden angepasst, so dass wir skalieren und die erforderlichen Mengen produzieren können. Unser „First thing“ wird nicht alles sein. Aber es wird ein großer Schritt in eine völlig neue Richtung sein.“

Und dann wird es ganz schokokeksig: „In meinem Geist wird das, was wir tun, über das hinaussteigen, was in einem physikalischen Produkt enthalten sein kann, über das Ding mit Atomen und so. Von dem, was wir Euch bringen, wird der Teil, den Ihr wirklich lieben und besonders finden werdet, jener Teil ohne Atome sein.“

Abovitz schreibt weiter: „Wir bauen ein wundervolles, besonderes Ding – dessen Zweck es ist, sanft und in Harmonie mit Euch (Eurer Physiologie, Eures Seins) ein Digitales Lichtfeld zu erschaffen – einen lebenden Fluss einer Licht-Skulptur, der Euch die Gefühle der Magie und Erfahrung und Gegenwart vermittelt. Das nennen wir unser Mixed Reality Lightfield. Es wird dadurch lebendig, dass es die Regeln des Auges und des Gehirns befolgt und dadurch, dass es sanft ist und mit uns arbeitet und nicht gegen uns. Dadurch, dass wir die Regeln der Natur und Biologie so eng wie möglich einhalten, können wir Euch den wirklichen nächsten Schritt bringen.“

Den vollen Artikel im englischen Original findet Ihr hier. Die vermutlich ausführlichste Beschreibung der Technologie von Magic-Leap findet Ihr in diesem Artikel, den Rachel Metz nach einer Test-Session vergangenes Jahr für MIT Technology Review geschrieben hat. Ich bin unglaublich gespannt auf die Brille von Magic Leap – nicht zuletzt auch deshalb, weil mit Abovitz eine wirklich ausgefallene Persönlichkeit an der Spitze des Unternehmens steht.

In diesem ziemlich abgedrehten TED-Talk von 2013 steckt Rony Abovitz in einem Raumanzug.

Microsofts HoloLens, die wahrscheinlich auf einer sehr ähnlichen Technologie basiert wie die Brille von Magic Leap, konnte erste Tester nur eingeschränkt überzeugen. Größter Kritikpunkt war hier das Sichtfeld, das im vergleich zu den eindrucksvollen Promo-Videos von Microsoft zu klein ausfällt. Es soll etwa so groß sein, wie drei am ausgestreckten Arm gehaltene Hände nebeneinander.

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