TechStage
Suche

Ein Angebot von

HTC M7 mit "Ultrapixel"-Kamera: Was soll denn das werden?

von  //  Facebook Twitter Google+

HTC heizt die Gerüchteküche um die neuen Smartphone-Highlights auf seinem firmeneigenen Blog weiter an. Dort hat der taiwanische Hersteller eine Infografik über die Geschichte der Fotografie veröffentlicht, die sich am unteren Ende auf – wie könnte es anders sein – Smartphones konzentriert. Der vorletzte Eintrag in der Infografik gehört dem Nokia PureView 808, mit dem der "Megapixel-Krieg eskaliert", und dessen 41-Megapixel-Kamera aber "niemandem hilft". Ganz unten steht ein großes Fragezeichen – für HTCs Foto- und Audio-Erlebnis 2013.

Gerüchten zufolge soll HTC am 19. Februar das sagenumwobene M7 vorstellen. Und eines der Highlights des Geräts ist angeblich die Kamera. 4,3 Ultrapixel wird sie haben, so rumort es von allen Seiten im Internet.

Ultra ist im Gegensatz zu Mega, Giga & Co. kein SI-Einheiten-Präfix – und hat damit genau gar keine Aussagekraft. Entweder waren hier besonders kreative Marketing-Köpfe am Werk, oder das HTC M7 bringt tatsächlich eine ganz neue Kameratechnologie mit. Die würde dann zwar wohl auch Megapixel aufnehmen, doch diese ließen sich unter Umständen nicht mit den Megapixeln traditioneller Kameras vergleichen.

Aber was für ein Bildsensor könnte im M7 stecken, der Ultrapixel liefert? In Betracht kommt beispielsweise ein Sensor wie der Foveon X3. Dieser ist aus mehreren übereinanderliegenden Schichten aufgebaut, um mit jedem einzelnen Pixel einen echten RGB-Wert aufzuzeichnen. Klassische Bildsensoren haben keine RGB-Bildpunkte, sondern nur rote, grüne und blaue Pixel. Der tatsächliche Farbwert eines Pixels wird dann anhand der umliegenden Bildpunkte interpoliert. Diese Schicht-Sensoren liefern tolle Farben und eine gigantische Kantenschärfe – in der Theorie. In der Praxis ist aber Sigma der einzige Kamerahersteller, der Foveon-Chips einsetzt. Und das nicht ohne Grund: Die Bildsensoren sind einfach zu teuer und nicht leistungsfähig genug, insbesondere bei wenig Licht.

Eine weitere außergewöhnliche Technologie sind die sogenannten Lichtfeldkameras. Der US-amerikanische Hersteller Lytro hat Anfang 2012 die erste kommerzielle Knipse dieser Bauart auf den Markt gebracht. Die Light Field Camera schießt standardmäßig auch 3D-Fotos. Die Aufnahmen sind nachträglich per Software beliebig oft neu fokussierbar. Es gibt absolut keine Auslöseverzögerung. Klingt zu schön um wahr zu sein? Ist es fürs erste auch, denn die Bildqualität der mindestens 400 Dollar teuren Digicam ist einfach nicht gut genug. Und auch HTC wird sich nicht auf dieses Experiment einlassen.

Im Internet kursieren außerdem Gerüchte, dass HTC nicht nur einen, sondern drei Bildsensoren einsetzen könnte. Dieses Vorgehen hat sich insbesondere bei professionelleren Camcordern etabliert, ist hier aber ebenfalls nicht besonders wahrscheinlich. Der technische Aufwand, drei lichtempfindliche Chips samt Prisma zu verbauen, ist enorm – ganz zu schweigen von den zusätzlichen Kosten, die auf potenzielle Käufer zukommen. Wahrscheinlichkeit? Höher als Foveon und Lichtfeld, aber dennoch eher gering.

Bitte HTC, enttäuscht uns nicht. Ich will keinen 12-Megapixel-Sensor sehen, bei dem zugunsten besserer Bildqualität auf 4 Megapixel, tschuldigung, Ultrapixel heruntergerechnet wird. Ich will keine faulen Software- und Marketing-Tricks, keine leeren Versprechungen und kein Blabla. Ich will einfach nur ein vernünftiges Android-Smartphone mit einer richtig, richtig geilen Kamera. Und das bekomme ich hoffentlich am 19. Februar.

Apropos hoffentlich: Hoffentlich haben die Ingenieure bei HTC mehr Ahnung von Digicams als die Infografik-Bastler aus oben erwähntem Blog. Das Nokia PureView stampft nämlich jedes einzelne bisher dagewesene HTC-Smartphone in puncto Kamera unangespitzt bis zum Erdmittelpunkt. Aber nicht wegen der gigantischen Auflösung, sondern primär wegen dem riesigen Bildsensor.

Einloggen, um Kommentare zu schreiben

Anzeige