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GoPro Hero Session 5 im Test: 4K, Würfelform und fester Akku

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Wenn es um qualitativ hochwertige Action-Cams geht, führt kein Weg am Marktführer GoPro vorbei. Oder? Neben der Hero 5 Black (Testbericht) hat der Hersteller noch das kleinere Schwestermodell Hero 5 Session im Angebot. Wir haben getestet, ob sich der Kauf der kompakten Würfel-Kamera lohnt, und wie sie sich von ihrer großen Schwester unterscheidet.


Auch das Design der Hero Session 5 ist nicht ganz neu. Es handelt sich um die Neuauflage der Hero Session 4. Vom äußeren Erscheinungsbild hat sich gegenüber der Vorgängerversion nur wenig verändert: Der graue, 38 × 38 × 36 Millimeter große Würfel verfügt über ein winziges Schwarz-Weiß-Display und zwei Bedientasten. Zusätzlich befindet sich auf der rechten Seite eine kleine Klappe. Dahinter verbergen sich eine USB-Type-C-Buchse und der microSDXC-Karten-Slot. Der Linsenschutz nimmt die gesamte Frontpartie in Anspruch und man kann ihn mit dem passenden Schraubendreher austauschen. Stativgewinde, Farbdisplay oder HDMI-Ausgang sind nicht vorhanden.

Die Hero 5 Session ist super kompakt und auch ohne Gehäuse wasserdicht.

Das Gehäuse ist trotz seiner geringen Maße komplett wasserdicht bis zu einer Wassertiefe von 10 Metern. Für richtige Tauchgänge reicht das zwar nicht, für Aktivitäten am oder auf dem Wasser ist das aber ausreichend. Die Folge ist eine extrem unkomplizierte Handhabe in der Praxis: sehr gut.

Die Hero Session 5 verfügt technisch über fast identische technische Eigenschaften wie die große Hero 5 Black. 4K-Videos mit bis zu 30 Bildern pro Sekunde, Zeitrafferaufnahmen oder Serien-Foto-Funktion sind identisch.

Wirklich interessant sind die verhältnismäßig hohen Bildraten bei Auflösungen kleiner als 4K. Gerade bei actionreichen Videos im Bereich Rennsport brauchen wir ausreichend viele Bilder pro Sekunde, um ein scharfes, ruckelfreies und qualitativ hochwertiges Endresultat zu bekommen.

Der Linsenschutz ist austauschbar – aber nur mit passendem Werkzeug.

Die Hero Session 5 schafft auch noch höhere Bildraten für coole Zeitlupenvideos, dann aber mit reduzierter Auflösung. Bei 720p können wir beispielsweise bis zu 120 FPS einstellen. Zusätzlich zur Auflösung hängt die einstellbare Bildanzahl auch von der eingestellten Brennweite ab.

Schärfe, Farben und Kontrast unserer Test-Videos sind bei allen Aufnahmen sehr gut geraten. Selbst bei Gegenlicht ist der Kontrast noch ausreichend. Bei günstigen Kameras geraten solche Bilder entweder viel zu dunkel oder komplett überbelichtet. Die GoPro hat hier keine Probleme. Nur bei schlechten Lichtverhältnissen zeigen die Aufnahmen ein leichtes Bildrauschen.

Der kleine Bildschirm zeigt zwar alle wichtigen Informationen, die Bedienung per App ist aber konfortabler.

Anders als bei der Hero Session 4 ist nun auch eine digitale Videostabilisierung integriert. Diese funktioniert zwar nur mit Auflösungen von weniger als 4K, das Ergebnis sind aber sichtbar ruhigere Videos.

Die von uns beliebte Zeitraffer-Funktion ist einfach zu bedienen und liefert beeindruckende Ergebnisse. Auch die Fotos der Hero Session 5 waren allesamt erstaunlich gut. Die Fotos gelingen gestochen scharf und die Farben sehen angenehm natürlich aus. Nur bei Aufnahmen im Nahbereich von wenigen Zentimetern hat die Hero Session 5 ein paar Probleme, die Schärfeebene korrekt zu setzen. Die Qualität der Tonaufnahmen ist überraschend gut – besonders die Unterdrückung von Windgeräuschen empfinden wir als echte Verbesserung.

Integriertes GPS wie bei der Hero 5 Black gibt es bei der Session nicht. Wer beim Verwalten seiner Videos gern auf Geotags zurückgreift, sollte also besser das größere Modell wählen.

Die Steuerung der Session 5 funktioniert sowohl direkt an der Kamera selbst, als auch über die kostenlose App für Android oder iOS. Trotz sehr kleinen Displays und nur zwei Bedientasten gelingt es uns, die GoPro ohne Smartphone für die ersten Probeaufnahmen einzustellen. Sehr viel schneller und komfortabler klappt das allerdings am Smartphone. Die Steuerung per App ist komfortabel und intuitiv. In der Praxis nervt es zwar, das Handy immer wieder herauszuholen, die Bedienung ist aber viel angenehmer und sicherer – das eine oder andere Mal im Test hat die Session nämlich nicht gemacht, was sie sollte. Grund waren immer Bedienungsfehler, aber die Steuerung ohne App ist einfach fummelig.

Kommt es auf einen bestimmten Bildausschnitt an, kommen wir um das Smartphone sowieso nicht herum. Ohne Display ist es sonst reine Glückssache, ob man den richtigen Bildausschnitt trifft.

Hinter der wasserdichten Klappe befinden sich der Micro-SD-Karten-Slot und die USB-C-Buchse.

Wie die Hero 5 Black reagiert auch die Hero Session 5 auf Zuruf. Die Sprachsteuerung gestaltet sich zwar als gewöhnungsbedürftig, ist aber in manchen Situationen sehr praktisch. Ist die GoPro beispielsweise auf dem Helm montiert, können wir die Aufnahme starten, ohne das Handy zu zücken oder am Helm zu fummeln. Wir empfehlen, die Sprachkommandos auf englisch umzustellen. Die Befehle sind kürzer und klingen auch besser: Die Aus GoPro Serienaufnahme machen wird beispielsweise GoPro start burst. Die Menüsprache ist von der Umstellung nicht betroffen.

Der Akku der Hero 5 Session ist nicht austauschbar. Das ist auch unser Hauptkritikpunkt an der Hero Session 5. Wer die Kamera nicht nur für eine gezielte Aktion braucht, muss dauernd nachladen. Ein einfacher Batteriewechsel ist nicht möglich. Für die ganztägige Verwendung ist die Hero Session 5 nicht konzipiert.

Ansonsten hat uns die Batterielaufzeit aber positiv überrascht. Im 4K-Videomodus hält die Session 5 etwa 100 Minuten durch. Eine halbe Stunde länger, als die große Hero 5 Black mit wechselbarem Akku. Wir haben unsere Test-GoPro mehrmals versehentlich im Rucksack eingeschaltet. Das ist ärgerlich, da der Akku leer war, als wir die Kamera eigentlich benutzen wollten. Abhilfe schafft beispielsweise eine Transporttasche.

Die kostenlose App für Android und iOS ist sehr übersichtlich aufgebaut. Die Wahl von Aufnahmemodus, Auflösung, Bildrate und Brennweite ist intuitiv gestaltet. Ebenso einfach können wir zwischen den diversen Aufnahmemodi navigieren. Auch die restlichen Einstellungsmöglichkeiten sind selbsterklärend in der App integriert. Eine so angenehm einfache Bedienung ist ein großer Pluspunkt.

Das sogenannte Live-Bild kommt mit einer kurzen Verzögerung fast ruckelfrei auf unserem Smartphone an. Neben der Bildvorschau können wir uns auch die bereits gespeicherten Videos und Fotos ansehen. Die Bedienung der Hero Session 5 funktioniert im Freien aus bis zu 30 Metern Entfernung.

Der direkte Größenvergleich zwischen Hero 5 black und Hero 5 Session.

Um Strom zu sparen, setzt GoPro bei der Verbindung auf eine Kombination aus WLAN und Bluetooth. Leider saugt die Verbindung dennoch stark am Akku unseres Smartphones, und auch die GoPro entleert sich schneller. Wenn möglich haben wir deshalb nur nötige Einstellungen mit dem Smartphone gemacht und ansonsten den Akku geschont.

Richtig praktisch finden wir die kostenlose Bearbeitungsprogramme von GoPro. Die App Quick für iOS und Android beispielsweise. Das kleine Programm schneidet automatisch fertige Filme aus einzelnen Fotos und Videos. Wir wählen nur das Bildmaterial, Titel und Musik und das Programm macht daraus einen kurzen, aber ansehnlichen Film. Das Ergebnis kann sich sehen lassen, auch wenn es natürlich nicht mit professionell bearbeiteten Material mithalten kann. Für einen Beitrag bei Facebook und Co. reicht das Ergebnis auf jeden Fall.

Die Auswahl an Zubehör für Actioncams ist unüberschaubar groß. Transporttasche, Linsenvorsatz, Gimbal oder Stativhalterung finden wir von zig verschiedenen Herstellern. Halterungen für den Fahrradlenker, Helme, Snowboards, Multicopter oder Auto gehören ebenso zum Angebot wie Schnorchelmasken mit Kamerahalterung oder Unterwassergehäuse für Tauchgänge unter 10 Metern Tiefe.

Die GoPro Hero Session 5 überzeugt durch hochwertige Technik auf kleinstem Raum. Sowohl Foto- als auch Videoaufnahmen werden überzeugend gut. Der Dynamikumfang und die hohen Bildraten begeistern uns.

Die kleine Baugröße erkauft man sich allerdings durch den Verzicht auf GPS, Bildschirm und wechselbaren Akku. Die Bedienung ohne Smartphone ist deutlich komplizierter als bei der Hero 5.

Wem eine Akkuladung ausreicht und wer eine möglichst kleine Kamera haben will, der macht mit der kleinen GoPro alles richtig. Der Preisvorteil von gut 100 Euro gegenüber der Hero 5 black ist ebenfalls ein gutes Kaufargument. Insgesamt bleibt der Preis aber vergleichsweise hoch.

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